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Sie finden hier einige meiner früheren journalistischen Veröffentlichungen. Heute schreibe ich Ihre Rede zum Firmenjubiläum, Ihre Geburtstagsrede, Hochzeitsrede als Brautvater, Büttenreden etc.

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© Frank Rosenbauer 1991-2017

Kontakt: https://www.redegold.de

 

 

 

Hamm.

(fr) Nach Informationen der FDP haben die Hammer Fraktionssprecher vereinbart, im Baugebiet "Auerhardt" in Hamm-Scheidt statt 138 Wohneinheiten nur 80 Wohneinheiten zu verwirklichen.

Und nicht auf einmal, sondern in mehreren Bauabschnitten.

Das Baugebiet galt als ökologisches Vorzeigeobjekt.

Wurde seinerzeit von Landesumweltministerin Klaudia Martini höchstpersönlich in Hamm vorgestellt.

"Inzwischen ist von Öko nichts übrig geblieben", sagt der örtliche Umweltfachmann Dieter Krämer:

"Es wurde viel Geld rausgeschmissen, for nothing."

Krämer hat einen sieben Seiten langen Widerspruch gegen den Bebauungsplanentwurf eingereicht.

Die Hammer FDP sieht das Ergebnis der Sitzung der Fraktionssprecher als "ersten Teilerfolg".

Die FDP habe sich "auf Grund anfänglicher Fehlinformation", so FDP-Ortschef Detlef Klein, zunächst für das Projekt ausgesprochen - diese Meinung aber "nach Kenntnis der zuerst verschwiegenen Informationen" revidiert.

Das geplante höchstverdichtete Wohnbaugebiet von Hamm würde die Wohnqualität in der vorhandenen dörflichen Siedlungsstruktur erheblich entwerten.

Es seien zudem im Hammer Raum genügend Flächen zur Beplanung mit Wohngebieten vorhanden.

Diese seien so an Durchgangsstraßen angebunden, dass reine Wohngebiete nicht zerschlagen werden müssen.

Der Bebauungsplan gründe sich "auf flüchtige Äußerungen" statt auf nachvollziehbare Gutachten.

Die Ausgangszahlen zur Ermittlung des Verkehrsaufkommens seien weder begründet, noch annähernd realistisch, "schlicht ein Gefälligkeitsgutachten".

Das Vorzeige-Projekt unter dem Etikettenschwindel eines ökologischen Baugebietes laufen zu lassen, grenze an Subventions-Erschleichung.

Die FDP werde sich weiter für die berechtigten Belange der Hammer Bürger und gegen jegliche Fehl- und Prestige-Planung einsetzen.

Dies sei nur ein Beispiel dafür, dass die Verantwortlichen das Wohl der Allgemeinheit aus den Augen verloren haben und sich nur noch mit sich selbst befassen würden.

Betzdorf.

(fr) Am kommenden Samstag, 21.

April, beginnt um 20 Uhr die größte und hochklassigste Betzdorfer Disconacht seit vielen Jahren.

Die Ibiza-Party 2001 wird noch größer als im vergangenen Jahr.

Der Barbarasaal durfte beim letzten Mal nicht geöffnet werden.

Die Warteschlangen reichten zeitweise bis zur Post.

Diesmal wird der Barbarasaal geöffnet und mehr Bars sollen ebenfalls aufgebaut werden.

Mehrere Hundert Flyer sind europaweit verschickt worden, um die Ibiza-Fans anzulocken.

Die Betzdorfer Party ist eine Art verfrühte Saisoneröffnung.

Als Live-Act wurde Lima verpflichtet, die Sängerin von Tom Novys Hit "Now or never".

Dazu Go-Go-Tänzer und-Tänzerinnen auf der Bühne und Show-Barkeeper an den Rondellen.

Zu erwarten sind Menschenmassen, wie sie die Stadthalle normalerweise nur an Altweiber sieht.

Die Gäste bekommen eine hochkarätige DJ-Crew geboten:

Marc Vision (Tribehouse, Superfly Records, Love Parade), Boris Cantero (Neuschwanstein, Pacha Ibiza), ChrisMo (Partysan München, Rave on Snow), Miez (El Divino, Bikeweek 2000) - und Don Andrew, Andi Schulz aus Betzdorf, seit zehn Jahren DJ auf der Partyinsel Nummer 1.

Schulz organisiert seit 1994 Ibiza-Partys in seiner alten Heimat, zunächst im "Haus Hellertal" (Alsdorf).

Seine heimische "Ibiza Party", deren Name sogar inzwischen in Nachbarorten kopiert wird, zieht weite Kreise und lockt Gäste aus ganz Deutschland, auch aus Belgien, Österreich und Holland.

Zur Pre-Party in der Betzdorfer Musikkneipe "Woody's" reiste letztes Jahr sogar Jürgen Drews an, samt Pudel.

Die Besucher nehmen auch an einer Verlosung teil; als Hauptpreis winkt eine Reise nach Spanien.

"Doch unser Eintrittspreis ist seit acht Jahren gleich", betont Andi Schulz.

Der Preis liegt bei 20 Mark (kein Mindestverzehr) - also ungefähr ein Viertel von dem, was man auf Ibiza mindestens zahlen muss, um in einen Club zu gelangen.

Wenn die Veranstalter auf ihre Unkosten kommen, geben sie den Erlös wieder für einen guten Zweck:

Behinderten Kindern in Wissen kommt der Gewinn zugute.

Hauptveranstalter Andi Schulz hat selbst einen Neffen, der die Wissener Sonderschule für Geistigbehinderte besucht und kam so auf die Idee, den Erlös an den Förderverein der Schule zu spenden.

P.

S.

Kommt auch per E-Mail! Als Bild könnt Ihr vielleicht eins von Tom Novy bestellen, wo seine Sängerin mit drauf ist.

Mein Praktikum in Budapest ist vorbei, aber erstmal bleib ich hier :) Schöne Grüße! Férfi a szépségszalonban?! A Pester Lloyd egyik vállalkozó szellemû férfimunkatársa elindult felfedezni a szépségszalonok mindeddig ismeretlen világát.

Lássuk, hogy mire jutott! Budapest tele van szépségszalonokkal.

Jelöltünk tehát különösebb elõkészület nélkül útnak indul a Szent István körúton, s már néhány méter után egy férfiszíveket is megdobogtató cégtáblára bukkan:

"Cleopátra".

A tény, hogy a szalon a közismerten szépséggyilkos "McDonald`s" mellett található, minden kétséget eloszlat:

"Tennem kell valamit magamért ...

" és ez csak egy szépségszalon segítségével lehetséges.

Sport, izgalom és stressz nélkül.

Gondolom én.

A valóság egyelõre mást mutat.

A Cleopátra kozmetikusai igen kedvesek, na de a mûszerek! Mintha fogorvosnál lennék.

Egy felirat pedig arról tájékoztat, hogy forró gyantát (!) is alkalmaznak! Aztán meg a fény.

Nyolc apró halogénlámpa világít az arcomba - ez a nyolc kis dög biztosan minden hibát kimutat.

Most minden úgy folytatódik majd, mintha orvosnál lennék.

"Szóval Ön dohányzik! Alkoholt fogyaszt és nem alszik eleget?" Istenem, ez borzasztó, ez mind a bõrömre van írva ..

?! Fehér függönyt húznak a kezelõasztal köré.

Mintha mûtõben lennék.

Most már biztos, hogy nincs visszaút.

Kiszolgáltatva fekszem.

Mi lesz velem?! A 23 éves Timás Katalin megnyugtat:

"nem baj" mondja kedvesen.

Ez azonnal hat.

És nem is kell annyira kétségbe esni:

"jó bõr" - mondja a kozmetikusnõ.

Egy ilyen bõr csak háromhavonta egyszer szorul kezelésre."

(Rendesen havonta egyszer kell kozmetikushoz járni!) Elsõként megnyugszom, majd egy csöpp büszkeséget érzek, meg örülök annak, hogy egy igazi profi foglalkozik velem.

Katalin a híres sminkmester, Temesváry Károly tanítványa.

A mester húsz éven keresztül Hollywoodban dolgozott, többek között Elizabeth Taylort is sminkelte.

Az "én" kozmetikusnõm a film és a televízió számára is dolgozik:

ezek után már nem nyugtalanít semmi.

Elsõként az arcomat tisztítja meg, majd egy peeling következik.

Ezután kezdõdik a kezelés:

arcmasszázs, érdekes ujjmozdulatokkal.

Igen megnyugtató, ám mégis felmerül bennem a kérdés:

valóban szükség van erre, ha az embernek amúgy is jó minõségû bõre van? Kozmetikusomnak se lenne szüksége kezelésre, biztosan mégis kezelteti magát - talán ettõl ilyen vonzó? Tehát, miért is ne:

a következõ eseményre várok.

Egy nagy, forró törülközõ kerül az arcomra, csak egy egészen kis rés van, melyen keresztül lélegezni tudok.

Majd ismét tisztítás és ápolás következik, utána pedig krémek, minden mennyiségben.

Katalin összesen másfél órát foglalkozik velem.

Az egész a végén annyiba kerül, mint körülbelül hat Big-Mac.

Ugye Önök is érzik, hogy megérte? Wetschesch.

"Kultur kann man nur über Sprache kennenlernen", weiß Dr. József Patkós, der Direktor der Nationalitätenschule Wetschesch, in der alle Kinder ab dem 1.

Schuljahr deutsch lernen.

Hätte man dort einen Wunsch frei, dann jenen, dass die Nationalität morgen ihre Sprache zurückhätte.

Doch das ist nicht mehr möglich, wie alle wissen, und so tun die Lehrer in Wetschesch alles, um den Kindern nach und nach, anfangs spielerisch, gute Deutschkenntnisse beizubringen.

Nicht aus Nostalgie - der Direktor etwa lernt gerade selbst erst Deutsch -, sondern mit dem Blick in die Zukunft.

Die Zukunft der Schüler heißt Mittelschule und Universität, und da hat Deutsch Zukunft.

Die Vergangenheit der deutschen Sprache in Wetschetsch//Vecsés begann schon 1786, als das Dorf vor den Toren Budapests gegründet wurde, überwiegend von 29 schwäbischen Familien, am Ende der Kolonisationswelle nach Vertreibung der Türken.

Heute hat Wetschetsch fast 25.000 Einwohner, darf sich allerdings nicht "Stadt" nennen (nennt sich deshalb schmunzelnd "größtes Dorf in Ungarn"), und ist ungarnweit bekannt für seine sauren Gurken und sein Sauerkraut.

An der Stelle, wo die Deutschen damals ankamen, steht nun eine Nationalitätenschule mit 374 Schülern, die alle Deutsch lernen - jede Woche drei bis sieben Stunden lang.

Dazu ein weltlicher und kirchlicher Chor, der auf Deutsch singt.

Direktor Dr. József Patkós indes, der in Erziehungsgeschichte in Budapest promoviert hat, kann noch nicht so gut Deutsch.

In seiner Freizeit malt er, am liebsten die ungarische Tiefebene und alte Gehöfte, doch hat kaum noch Zeit dafür.

Denn während einige seiner Erstklässler die Sprache schon im Kindergarten lernen, drückt er mit seinen 48 Jahren selbst die Schulbank, um Deutsch zu lernen.

Doch für seine Schüler stehen sechs Deutschlehrer bereit.

Sie unterrichten in einem großzügigen, vor fünf Jahren neu gebauten Backstein-Komplex, in dem sich neben 16 Klassenzimmern auch Aula, Speisesaal und ein gut ausgestatteter Computerraum befinden, mit vierzehn Internetanschlüssen, außerdem eine hervorragende Sporthalle und sogar eine Lehrküche.

"Unsere deutschen Freunde sagen oft, das Gebäude sei sehr schön", erzählt Direktor Dr. Patkós.

Tatsächlich würde sich mancher Grundschulleiter in Deutschland freuen, hätte er ein solches Schulgebäude, samt Mittagstisch und Hausaufgabenhilfe nachmittags.

Beim Anblick dieser Vorzeigeschule sind die deutschen Gäste oft überrascht, umso mehr, da "manche vorher denken, wir leben hier im Zelt in der Puszta", sagt László Garam, ein Deutschlehrer in der Dorfschule.

"Dorfschule" nennt der Direktor die große Schule am liebsten, denn das klinge besser als der ungarische Name.

Außerdem habe es an der Stelle immer eine "Dorfschule" gegeben, der Name habe also Tradition.

Die eigentliche Sprachtradition ist allerdings nicht Deutsch, sondern Schwäbisch; manche Kinder hören das noch von ihren Großeltern und manchmal kommt auch eine Oma in die Schule, um ihre Sprache allen Kindern vorzuführen - aber, da ist sich der Direktor sicher:

"In zwanzig, dreißig Jahren ist Schwäbisch hier verschwunden."

Denn wer sich entscheidet, seine Kinder auf die Dorfschule zu schicken - in Wetschesch gibt es noch drei andere Grundschulen -, entscheidet sich weniger für Traditionspflege als für ein Hochdeutsch, das Chancen im Beruf und an der Universität bietet.

Zwar gibt es volkstümliche Veranstaltungen, man tanzt die Franz-Polka, erforscht die Geschichte der Wetschescher Schwaben und organisiert internationale Treffen mit bis zu vierhundert Ungarndeutschen.

Doch die jungen Deutschlehrer schauen nach vorne, halten sich mit "SPIEGEL", RTL und SAT 1 auf dem neuesten Sprachstand, wie Lehrer László Garam erzählt.

Der 27jährige mit deutschsprachigen Elternhaus ist einer der aktivsten, kümmert sich um Kontakte nach Deutschland, und die meisten seiner Kollegen sind so gut qualifiziert wie er, haben mehrjährige Auslandsaufenthalte absolviert, wie auch die einzige Frau im Deutschlehrerteam, Mariann Hab, die vier Jahre in Österreich studierte und ausgebildete Dolmetscherin ist.

Man sucht und arbeitet an Schulpartnerschaften in Deutschland.

"Das ist unser oberstes Ziel", erklärt Lehrer László Garam, "denn so sehen die Kinder, dass es sich lohnt, Deutsch zu lernen."

Ausflüge stehen schon auf dem Programm, hauptsächlich nach Bayern.

Das ist dann trotz aller deutschen Tradition ein Sprung ins kalte Wasser.

Bei einer Schnitzeljagd in München etwa "hatten die Kinder eine Riesenangst", erinnert sich Direktor Dr. Patkós.

Doch die bayerischen Kollegen hätten sehr gut geholfen.

Angst hat der Direktor nur, dass man solche Ausflüge überhaupt bezahlen kann.

"Wir haben dafür noch keinen einzigen Sponsor gefunden, die Eltern müssen alles selbst zahlen."

Auch die Kinder müssen viel investieren, mehr Fleiß als bei Englisch, "das bis zur Mittelstufe leichter zu lernen ist als Deutsch, wo es zum Beispiel das Problem der verschiedenen Wortgeschlechter gibt", wie Lehrer László Garam sagt, der selbst auch Russisch lernte.

Doch insgesamt zeigt man sich zufrieden.

"Wir hoffen und gehen auch davon aus, dass wir weiterhin so gute Unterstützung bekommen", so Direktor Dr. Patkós, der sich dafür besonders bei der Selbstverwaltung bedankt, "mit der wir täglich im Kontakt stehen."

Zu den Unterstützern gehört auch ein deutscher Privatmann, der für einen besonderen Wandschmuck in der Schule sorgte:

Ein großes wertvolles Holzbild mit der Skyline von Neu-Ulm - wohl das einzige in der Schule der Wetschescher Schwaben, was noch wirklich schwäbisch ist.

Frank Rosenbauer für Laria, kommt auch als E-Mail Wie ist das, als Mann im Schönheitsstudio? Der PESTER LLOYD hat es ausprobiert.

Er schickte einen männlichen Mitarbeiter zum ersten Mal ins Schönheitsstudio - auf in die unbekannte Welt.

Weil Beautysalons in Budapest quasi an jeder Ecke stehen, ging der Kandidat einfach mal los und wurde nach ein paar Metern in der Szt.

Istvan korüt von einem Firmenschild angelockt, das auch Männer reizen kann:

"Cleopatra".

Direkt daneben "MacDonald's" - ein Blick auf den Beauty-Killer sorgt dafür, dass letzte Hemmungen fallen, weil klar wird:

Ich muss mal was für mich tun.

Und schön was für sich tun, das geht nur im Beautysalon.

Ohne Sport, Hektik, kein Stress.

Denkt man.

Die Realität sieht erstmal anders aus.

Die Cleopatra-Kosmetikerinnen sehen zwar nett aus - aber ihre Geräte ...

fast wie beim Zahnarzt.

Und, wie eine Aufschrift verrät:

Hier wird mit heißem Wachs (!) operiert.

Dann das Licht.

Acht kleine Halogenschweinwerfer strahlen mir ins Gesicht - die bringen sicher jeden Fehler gnadenlos an den Tag.

Jetzt wird's bestimmt wie beim Arzt:

"Hmm, Sie rauchen! Trinken Alkohol? Schlafen zu wenig!?" Oje, wie schlimm steht es wirklich um meine Haut..? Weiße Vorhänge werden zugezogen, à la OP im Feldlazarett.

Ganz klar:

Es wird ernst.

Ich liege hilflos auf dem Rücken.

Was passiert mit mir? Kosmetikerin Katalin Timás, 23, guckt mich beruhigend an und sagt:

"Nem boy ..."

Das wirkt sofort.

Und so schlimm steht es gar nicht um mich.

"Gute Haut", lobt die Kosmetikerin- mit so einer Haut, sagt sie, braucht man nur alle drei Monate auf den Behandlungsstuhl.

(Sonst jeden Monat!) Ich bin erstmal beruhigt, ein bisschen stolz und freue mich darüber, dass ich zufällig an einen echten Profi geraten bin.

Die Kosmetikerin hat ihr Handwerk bei dem berühmten ungarischen "Sminkmester" Károly Temesváry gelernt - der hat zwanzig Jahre in Hollywood gearbeitet.

Sogar Elizabeth Taylor geschminkt.

"Meine" Kosmetikerin arbeitet auch schon für Film und Fernsehen, in der Maske; da bin ich vollends beruhigt.

Erstmal wird mein Gesicht abgewischt, danach ein Peeling.

Dann beginnt die Kür:

eine spektakuläre Gesichtshautmassage, mit interessanten Fingerbewegungen.

Sehr entspannend, doch ich frage mich:

Ist das wirklich nötig - wenn man doch schon eine gute Haut hat? Die Kosmetikerin hätte jedoch auch keine Schönheitsbehandlung nötig, macht es aber bestimmt trotzdem - vielleicht sieht sie deshalb so gut aus? Also, warum nicht - ich bin bereit für den nächsten Schritt.

Ich bekomme ein großes heißes Tuch aufs Gesicht und nur ein kleines Loch zum Atmen.

Dann wieder Gesichtsreinigung und Pflege und Crémes, Crémes und nochmal Crémes ...

Insgesamt eineinhalb Stunden arbeitet Kosmetikerin Katalin an mir.

Das Ganze kostet am Ende - inklusive Material - so viel wie ungefähr vier Big-Mäcs.

Also, das war es wert! Frank Rosenbauer Das Fitness-Fieber grassiert immer stärker in Ungarn - eine gute Gelegenheit, sich anstecken zu lassen und den Body auf Vordermann zu bringen.

Doch wo? Kostenlose Probetrainings sind in Ungarn nicht üblich - wohin geht man besten? Und was, wenn man kein Ungarisch kann? Der NEUE PESTER LLOYD hat mehrere Studios unter die Lupe genommen.

Oder besser:

unter die Nase.

Die heißen Tage vergangene Woche eigneten sich gut, die Studios ganz aktuell auf ihre Sommertauglichkeit zu prüfen.

Gute Lüftung sollte sein, denn Schweißgeruch ist nicht jedermanns Sache.

Kaum geeignet für empfindliche Nasen ist das Andi Studió.

Schon auf der Straße - noch bevor man in den Fitnesskeller hinabsteigt - kann der missliche Duft in der Luft liegen.

Der PESTER LLYOD hat sich dennoch in die Muskelhöhle bemüht und dabei festgestellt:

Das Aroma auf der Hold u.

kommt nicht von ungefähr - schon nachmittags ist die Muskelhöhle proppenvoll.

Das liegt sicher auch an den Preisen.

So kostet eine 20er-Karte für die Geräte samt Sauna nur 6500 Ft.

Englisch spricht man auch, Ungarisch ist also keine Pflichtsprache - wie in allen Fitness-Studios, die der PESTER LLYOD in seiner Auswahl ohne Gewähr vorstellt.

Das genaue Gegenstück zur miefigen Muskelhöhle findet man ein paar Straßen weiter.

Wer das Sechs-Sterne-Hotel Marriott betritt, den führt zunächst rechter Hand der hauseigene Godiva-Chocolatier in Versuchung.

Wer daran aber vorbeimarschiert und links die Treppe hinaufsteigt, sieht, warum es sich lohnt, auf Schokolade zu verzichten:

gerahmte Werbefotos von nackten Muskelmenschen - sie weisen den Weg zu einem Fitness-Studio mit anspruchsvollem Namen:

World Class Fitness Centre.

Auf Weltniveau präsentiert sich vorab die Preisliste, dargeboten in US-Dollar.

Die Tageskarte kostet 12 Dollar, Mitglied für ein Jahr darf man ab 378 Dollar werden.

Die Jahreskombikarte inklusive Squash ("VIP-Membership") liegt bei 1.350 US-Dollar.

Entsprechend gehoben ist die Kundschaft.

Das Studio wirbt ganz ausdrücklich mit dem "Social Networking", das man hier ganz locker leisten kann, zwischen den Geräten, in der Sauna oder in der Begegnungs-Sitzecke, wo gerade Börsenkurse auf Englisch durch den Fernseher tickern.

Also nicht die übliche Muskelmann-Szenerie, sondern viele Ausländer in Führungspositionen.

Auf dem Laufband entdecken wir eine knackige Schwarzhaarige, die sich als eine deutschsprachige Marketingleiterin entpuppt.

Die Frau aus der Medienbranche lobt die angenehme und entspannte Atmosphäre, während sie aus dem Panoramafenster schaut - auf ein Bild, das wahrlich "World Class" ist:

der Budapester Burgberg.

Und die Belüftung ist auch kein Problem:

Wenn die 1a-Klimaanlage nicht reicht, wird einfach die große Fenstertür aufgezogen und schon steht man auf dem Balkon.

Im Sommer stehen hier Sonnenliegen.

In ähnlicher Preislage, aber noch höher gelegen:

Hiltons Fitness-Studio im West-End City Center.

Leider aber gibt es beim Trainieren keinen schönen Blick - da hat der Architekt geschlafen - und viel los ist auch nicht.

Bei unserem Testbesuch an einem späten Nachmittag herrscht jedenfalls Grabesstille:

Wir sind die einzigen Gäste.

Wir geben dem Hilton eine zweite Chance, machen einen weiteren Testbesuch - doch diesmal ist selbst der zuständige Mitarbeiter nicht da.

Verschwitzte Keller auf der einen Seite, luftige Weltklasse-Studios auf der anderen - was gibt es dazwischen? Zum Beispiel Béres Alexandra Fitness in der Váci út 35.

Schon etwas außerhalb, aber direkt neben der M3-Station Dózsa Gy.

út, liegt das lauteste Studio im Test.

Fröhliche House-Klänge spornen die junge Kundschaft zu erhöhten Leistungen an und übertönen jedes Ächzen.

An die 40 Maschinen sind am späten Nachmittag allesamt besetzt, allein drei Mitarbeiterinnen stehen hinter dem Tresen, und auch auf dem Tresen befindet sich etwas sehr Nettes:

Apfelsinen - hier wird frisch gepresst.

Zehnmal an die Geräte darf man für 12.700 Forint.

Die Jahreskombikarte kostet 82.000 Ft.

Rabatte gibt's für Vormittags-Trainierende und Pärchen.

Besonderheit:

Nicht nur die Sauna ist im Preis eingeschlossen - wie bei fast allen getesteten Studios - sondern auch ein Whirlpool.

Auf der Suche nach einer preisgünstigen Alternative begeben wir uns nach Buda.

Zunächst ganz hoch in die Berge - zu "Michelle".

Die gestählte Blondine ist ein Star der ungarischen Fitness-Szene und thront in der futuristischen Kuppel eines Einkaufsmarkts.

Die Jahreskombikarte für Pärchen beispielsweise kostet hier über 200.000 Forint.

Wir erwarten ein großzügiges Studio mit toller Aussicht - doch werden enttäuscht.

Michelle bietet in der Gábor Áron u.

74 nur einen Blick auf Hausdächer.

Dafür aber interessante Specials wie Salsa-Tanz, "Afro Workout" und Kinder-Karate.

Aber eigentlich suchten wir ja nach einem Preistipp.

Ein paar Straßen tiefer, in der Pasaréti út, werden wir auf den ersten Blick fündig:

Von außen sieht das Studio aus wie verfallen, innen bröckelt der Putz.

Doch die Geräte sind in Schuss, der Fitnessbereich ist tiptop.

Der Chef des Pasarét Fitness Club spricht deutsch, sein Cheftrainer auch - und beide übersetzen uns freundlich die ungarische Preisliste.

Eine Zehnerkarte für die Geräte bekommt man für 6.900 Forint; die Jahreskombikarte liegt bei 82.500 Forint.

Männer- und Frauen-Bereich scheinen im Pasarét getrennt - doch jeder kann durch eine Glaswand in den Aerobic-Raum schauen ...

Wer so was gar nicht mag (als Frau), kann eines der wenigen Frauenstudios besuchen.

Im Mammut-Einkaufszentrum am Moskwa Tér beispielsweise - und dieses Studio ist wirklich diskret:

schlecht ausgeschildert, nur durch unauffällige kleine Türen und Hintertreppen zu erreichen.

Zwanzig Aerobic-Stunden kosten 15.000 Forint.

Zweimal Solarium gibt's kostenlos dazu.

Sehr zentral liegt auch - wie sein Name schon sagt - das Astoria Fitness (Károly krt.

4).

Dort müssen wir jedoch in einen Keller hinabsteigen.

Die Lüftung funktioniert aber, und das Astoria bietet - als einziges Studio im Test - einen Studentenrabatt.

Ein deutscher Studi-Ausweis genügt, dann bekommt man eine Drei-Monats-Mitgliedschaft für 18.000 Forint.

Hier kann man sich also auch recht preisgünstig vom Fitness-Fieber anstecken lassen.

In einen Fitness-Fieberwahn ist Ungarn aber noch nicht verfallen.

Bezeichnenderweise wurde das große Studio in der Király u.

mit dem bezeichnenden Namen Madness Fitness gerade geschlossen.

Und in allen getesteten Studios ging es typisch ungarisch locker zu - aufgepumpte Amphetamin-Muskelmänner und schmerzverzerrte Gesichter sahen wir nirgends.

Frank Rosenbauer Polo, das anspruchsvolle Spiel der Könige, ist dahin zurückgekehrt, wo es hingehört:

Ins Land der starken Pferde und guten Reiter.

Der illustre La Estancia Polo-Club Budapest ist auf dem besten Weg, an die früheren triumphalen Erfolge der ungarischen Pferdesportler anzuknüpfen.

Noch heute erzählt man sich davon, wie die Ungarn vor über sechzig Jahren in Berlin antraten.

Bei der Olympiade ging es gegen die Gastgeber; 1936 trat Ungarns Polo-Mannschaft gegen die Deutschen an - und gewann.

Zwar holten die Ungarn danach keine Goldmedaille, aber der stolze Auswärtssieg gegen Deutschland scheint im kollektiven Gedächtnis der Nation ähnlich glanzvoll zu haften wie ein Olympiasieg.

Das liegt wohl auch daran, dass nach dem Zweiten Weltkrieg gar kein Anlass mehr zum Jubel bestand.

Triumphe wurden untersagt, der Glanz verblasst:

Polo, auch ein Spiel der Reichen, der Eliten und der High-Society, wurde in Ungarn verboten.

"Uns kommt es auf den Sport an.

Wir trainieren im Sommer dreimal pro Woche", sagt Uwe Zimmermann - der Mann, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Krisztina den ungarischen Polosport wiederbelebt.

Der 38jährige, der aus der Stadt des früheren Triumphes stammt, aus Berlin, ist Mitgründer und Präsident des La Estancia Polo-Clubs Budapest.

Beim Thema Luxus betont er, dass man sich zwar gerne mit angenehmen Menschen umgibt, wie jeder Mensch das gerne tut, doch der Sport stehe im Vordergrund.

So oft es geht, reisen die Budapester zu Turnieren und messen sich rund um die Welt im sportlichen Kampf, von Tunesien zum Chiemsee bis nach Florida, Dubai und Argentinien.

Dabei heimsten die Newcomer schon gute Erfolge ein, zum Beispiel in Tunis, wo sie als einziges Team auf Leihpferde zurückgreifen mussten - und trotzdem gewannen.

Doch Schicki-Micki-Events wie das Polo auf dem teuren Schnee von St.

Moritz, darauf verzichtet man.

"Dort geht's darum, Pelzmäntel vorzuführen", sagt Clubchef Zimmermann, "ich war nicht da, das ist nicht unsere Sache."

Gerne erinnert er sich dagegen an seinen Besuch in Texas, auf der Ranch von Tommy Lee Jones.

Mit dem Hollywoodstar spielte er ein paar Runden.

Wer hat gewonnen? "Ich - jedenfalls an Erfahrung ..."

schmunzelt Zimmermann, der sich, ganz bescheiden, nur ungern prominente Namen entlocken lässt.

Der Sport soll im Vordergrund stehen, hebt Zimmermann im Gespräch mit dem PESTER LLOYD hervor.

Auch die Veranstaltungen des Clubs, die internen Partys, sind nicht von elitärem Getue geprägt - ganz im Gegenteil.

Den Rasen mäht man selbst, die Partys steigen im Stall.

"Wir feiern mit unseren Pferden zusammen", lächelt Clubpräsident Uwe Zimmermann:

"Während der Party bleiben die Pferde im Stall und schauen uns zu!" Gefeiert wird urig zwischen Strohballen, meist "Assado"-Partys, argentinische Grillfeste.

Dem Club gab man einen argentinischen Namen:

"La Estancia" - Landhaus; einen entsprechend zwanglosen Country-Stil möchte man gesellig pflegen.

Unter den Rassepferden befindet sich auch ein süßes Shetland-Pony, für die Kinder, und auf dem Polofeld wird auch mal Fußball gespielt.

Aus Argentinien kommt nicht nur der Clubname, sondern auch alle Pferde des Clubs.

Wer vernünftig Polo spielen will, muss die Pferde dort kaufen.

Denn ein Polo-Pferd auszubilden, das gelingt Europäern nur sehr selten, obwohl der Sport hier schon über hundert Jahre lang verbreitet ist.

Ein Sport, bei dem man 300 Meter im vollen Galopp sprintet und einen kleinen, 200 Gramm leichten Plastikball (früher aus Bambus) treffen muss - und möglichst in ein Tor schießen, das nicht größer ist als ein Tor beim Fußball.

Pferde für solch einen Sport sind derart schwierig auszubilden, dass nur die Argentinier mit ihrer generationenlangen Erfahrung diese Kunst beherrschen.

Gauchos trainieren die speziellen Vollblut-Züchtungen.

Wenn man jahrelang ausgebildete Pferde aus Südamerika "einfliegen" lassen muss, und man braucht drei bis fünf davon, dann sorgt dies natürlich für einen gewissen Kostenaufwand ...

"Auch Golf ist teuer", versucht Zimmermann zu relativieren.

Beim Polo allerdings müsse man eine Entscheidung fürs Leben treffen, denn es gehe um Lebewesen.

"Eine Golfausrüstung kann man in die Ecke stellen, wenn man keine Lust mehr hat - bei Pferden geht das nicht."

Doch selbst mit viel Geld kommt nicht jeder in den La Estancia Polo Club Budapest.

Natürlich sieht man neue Mitglieder gerne, auch weil die Fluktuation groß ist:

Die Mitglieder haben meist Berufspositionen inne, in denen sie international mobil sein müssen.

So musste zum Beispiel der damalige US-Botschafter Peter Tufo den Club verlassen, weil er Budapest verlassen musste; ebenso der Direktor der Tetrapack Ungarn, Hugo Pascarelli, der nach Buenos Aires zurückkehrte und Charles Weller von der WestLB, der nach Amsterdam ging.

"Wir suchen immer neue Mitglieder", wirbt Clubpräsident Zimmermann.

Doch einfach eintreten geht nicht, die Mitgliedschaft kann man nicht kaufen.

Seriöses Auftreten sollte man ebenfalls mitbringen.

Wer darüber verfügt, kann sich den Sport auch probehalber anschauen:

Der Polo-Club öffnet die Pforten seiner schön gelegenen Anlage in Etyeck und lässt Interessierte hinein, für Schnupper- und Trainingsstunden.

Selbstverständlich sind auch Sponsoren herzlich willkommen - bisher hat die Budapester Equipe, die Ungarn im Ausland vertritt, zwar gute Unterstützer, aber noch keinen regelmäßigen Hauptsponsor.

Eigentlich verwunderlich, denn wo immer Polo gespielt wird, schaut eine Menge Geld zu; die Szene ist äußerst kaufkräftig.

Zimmermann erinnert sich zum Beispiel an das Polo-Turnier von Wien, das sein Club im vergangenen Jahr gewinnen konnte.

Gesponsort wurde das Turnier von Luxuswagen-Herstellern, Banken und Juwelieren:

Am Spielfeldrand standen 200 Rolls-Royces und Ferraris.

Eleganz und Schnelligkeit - das zeichnet auch das Polospiel aus, wo man mit einem PS immerhin auf 60 Stundenkilometer beschleunigt.

Das Hauptfeld in Budapest befand sich früher direkt vor dem Grand-Hotel auf der Margareteninsel.

Nicht weniger als 16 Polo-Clubs gab es in Ungarn bis zum Zweiten Weltkrieg, weiß Uwe Zimmermann:

"Für Offiziere der Kavallerie war Polo seinerzeit sogar Pflichtsport - kein Wunder, denn die Ungarn sind ein Reitervolk."

Trotzdem war der Anfang der Wiederbelebung schwer.

1992 fanden sich drei Ungarn, die alle aus den USA heimgekehrt waren, und wagten in Ülloi die ersten Neuanfänge.

Allerdings hatten sie weniger geeignete Pferde, und der Erfolg beim Polo "hängt zu zwei Dritteln am Pferd", so Zimmermann - die Sache kam nicht recht in Gang.

Es kamen dann Argentinier, Franzosen und Holländer hinzu, die 1994 einen Reitplatz in Tök/Zambek in ein kleines Polofeld verwandelten.

Seit nun drei Jahren kommt der Sport so richtig in Schwung.

Seitdem gibt es einen zweiten Polo-Club in Ungarn, am Plattensee, geführt von dem Gastronomen Györi Dvoracsek.

Beide Clubs messen sich gelegentlich im sportlichen Wettstreit.

Der Budapester Club La Estancia mit seinen inzwischen fast einem Dutzend Mitgliedern ist dem Internationalen Poloverband FIP angeschlossen - und hat vor allen Dingen ein sechs Fußballfelder großes Spielfeld sowie ein Stick-and-Ball-Übungsfeld angelegt, idyllisch in den Weinbergen von Etyek gelegen.

"Vorher war hier nur ein Acker", so Präsident Zimmermann.

Sein Club hat allein eintausend Bäume gepflanzt.

Zwar müsste der Platz für internationale Standards doppelt so groß sein - 300 mal 200 Yards -, doch immerhin können nun schon sechs Spieler (maximal wären es acht) mit ihren Pferden gegeneinander antreten.

Die Pferde haben im Winter übrigens frei.

Polo ist ein harter Sport.

Vor 2600 Jahren begann er damit, dass mongolische Reiter gegen Totenköpfe schlugen - gegen die Köpfe ihrer toten Feinde.

Heute tragen die Polo-Pferde Bandagen und genießen ein spezielles Konditionstraining.

Trotzdem:

Wer die harten Fights im Fernsehen sieht, denkt unwillkürlich an das Thema Tierschutz.

Clubpräsident Uwe Zimmermann, der als Deutscher den Tierschutzgedanken ja sozusagen mit der gesellschaftlichen Muttermilch aufgesogen hat, betont, dass der Sport den natürlichen Anlagen des Pferdes entgegenkomme.

"Pferde sind Fluchttiere - das setzt sich im Polospiel um."

Außerdem schildert er eine Beobachtung, die jeden Laien in Erstaunen versetzt:

"Die trainierten Pferde laufen dem Ball regelrecht automatisch nach, wie ein Hund, und haben ganz offensichtlich Spaß an dem Spiel."

Außerdem sei Polo zwar "das schnellste und älteste Ballspiel", aber der einzige Sport, bei dem ein Foul schon vorher, im Entstehen abgepfiffen werde.

Dann, wenn's gefährlich wird.

Darüber wachen nicht weniger als drei Schiedsrichter.

Trotzdem:

Ausgekugelte Schultern und Armbrüche kommen nicht selten vor - und zwar bei den Reitern.

Kontakt:

La Estancia Polo-Club Budapest, Kristina Zimmermann, Tel.

0036-209459977 Text:

Frank Rosenbauer Fotos:

Árvai Károly Foto mit den drei Personen beim Feiern im Stall:

Mit dabei bei der jüngsten Assado-Party des Poloclubs (im Bild von links nach rechts):

der peruanische Botschafter Max de la Fuente, Kempinski-Generaldirektor Stephan Interthal und der ehemalige Direktor der Nachrichtenagentur Reuters in Budapest, Mitja New.

Wetschesch.

(rose) "Kultur kann man nur über Sprache kennenlernen", weiß Dr. József Patkós, der Direktor der Nationalitätenschule Wetschesch, in der alle Kinder ab dem 1.

Schuljahr deutsch lernen.

Hätte man dort einen Wunsch frei, dann jenen, dass die Nationalität morgen ihre Sprache zurückhätte.

Doch das ist nicht mehr möglich, wie alle wissen, und so tun die Lehrer in Wetschesch alles, um den Kindern nach und nach, anfangs spielerisch, gute Deutschkenntnisse beizubringen.

Nicht aus Nostalgie - der Direktor etwa lernt gerade selbst erst Deutsch -, sondern mit dem Blick in die Zukunft.

Die Zukunft der Schüler heißt Mittelschule und Universität, Polo, das anspruchsvolle Spiel der Könige, ist dahin zurückgekehrt, wo es hingehört:

Ins Land der starken Pferde und guten Reiter.

Der illustre Polo-Club Budapest ist auf dem besten Weg, an die früheren triumphalen Erfolge der ungarischen Pferdesportler anzuknüpfen.

Noch heute erzählt man sich davon, wie die Ungarn vor über sechzig Jahren in Berlin antraten.

Bei der Olympiade ging es gegen die Gastgeber; 1936 trat Ungarns Polo-Mannschaft gegen die Deutschen an - und gewann.

Zwar holten die Ungarn danach keine Goldmedaille, aber der stolze Auswärtssieg gegen Deutschland scheint im kollektiven Gedächtnis der Nation ähnlich glanzvoll zu haften wie ein Olympiasieg.

Das liegt wohl auch daran, dass nach dem Zweiten Weltkrieg gar kein Anlass mehr zum Jubel bestand.

Triumphe wurden untersagt, der Glanz verblasst:

Polo, auch ein Spiel der Reichen, der Eliten und der High-Society, wurde in Ungarn verboten.

"Uns kommt es auf den Sport an.

Wir trainieren im Sommer dreimal pro Woche", sagt Uwe Zimmermann - der Mann, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Krisztina den ungarischen Polosport wiederbelebt hat.

Der 38jährige, der aus der Stadt des früheren Triumphes stammt, aus Berlin, ist Mitgründer und Präsident des Budapester Polo-Clubs.

Beim Thema Luxus betont er, dass man sich zwar gerne mit angenehmen Menschen umgibt, wie jeder Mensch das gerne tut, doch der Sport stehe im Vordergrund.

So oft es geht, reisen die Budapester zu Turnieren und messen sich rund um die Welt im sportlichen Kampf, von Tunesien zum Chiemsee bis nach Florida.

Dabei heimsten die Newcomer schon gute Erfolge ein, zum Beispiel in Tunis, wo sie als einziges Team auf Leihpferde zurückgreifen mussten - und trotzdem gewannen.

Doch Schicki-Micki-Events wie das Polo auf dem teuren Schnee von St.

Moritz, darauf verzichtet man.

"Dort geht's darum, Pelzmäntel vorzuführen", sagt Clubchef Zimmermann, "ich war nicht da, das ist nicht unsere Sache."

Gerne erinnert er sich dagegen an seinen Besuch in Texas, auf der Ranch von Tommy Lee Jones.

Mit dem Hollywoodstar spielte er ein paar Runden.

Wer hat gewonnen? "Ich - jedenfalls an Erfahrung ..."

schmunzelt Zimmermann, der sich, ganz bescheiden, nur ungern prominente Namen entlocken lässt.

Der Sport soll im Vordergrund stehen, hebt Zimmermann im Gespräch mit dem PESTER LLOYD hervor.

Auch die Veranstaltungen des Clubs, die internen Partys, sind nicht von elitärem Getue geprägt - ganz im Gegenteil.

Den Rasen mäht man selbst, die Partys steigen im Stall.

"Wir feiern mit unseren Pferden zusammen", lächelt Präsident Zimmermann:

"Während der Party bleiben die Pferde im Stall und schauen uns zu!" Gefeiert wird urig zwischen Strohballen, meist "Assado"-Partys, argentinische Grillfeste.

Der Club einen argentinischen Namen gegeben:

"La Estancia" - Landhaus; einen entsprechend zwanglosen Country-Stil möchte man gesellig pflegen.

Unter den Rassepferden befindet sich auch ein süßes Shetland-Pony, für die Kinder, und auf dem Fußballfeld wird auch mal Fußball gespielt.

Aus Argentinien kommt nicht nur der Clubname, sondern auch alle Pferde des Clubs.

Wer vernünftig Polo spielen will, muss die Pferde dort kaufen.

Denn ein Polo-Pferd auszubilden, das gelingt Europäern noch nicht, obwohl der Sport hier schon über hundert Jahre lang verbreitet ist.

Ein Sport, bei dem man 300 Meter im vollen Galopp sprintet und einen kleinen, 200 Gramm leichten Gummiball treffen muss - und möglichst in ein Tor schießen, das nicht größer ist als ein Tor beim Fußball.

Pferde für solch einen Sport sind derart schwierig auszubilden, dass nur die Argentinier mit ihrer generationenlangen Erfahrung diese Kunst beherrschen.

Gauchos trainieren die speziellen Vollblut-Züchtungen.

Wenn man jahrelang ausgebildete Pferde aus Südamerika "einfliegen" lassen muss, und man braucht drei bis fünf davon, dann sorgt dies natürlich für einen gewissen Kostenaufwand ...

"Auch Golf ist teuer", versucht Zimmermann zu relativieren.

Beim Polo allerdings müsse man eine Entscheidung fürs Leben treffen, denn es gehe um Lebewesen.

"Eine Golfausrüstung kann man in die Ecke stellen, wenn man keine Lust mehr hat - bei Pferden geht das nicht."

Doch selbst mit viel Geld kommt nicht jeder in den La Estancia Polo Club Budapest.

Neue Mitglieder sieht man zwar gerne, auch weil die Fluktuation groß ist:

Die Mitglieder haben meist Berufspositionen inne, in denen sie international mobil sein müssen.

So musste zum Beispiel der damalige US-Botschafter Peter Tufur den Club verlassen, weil er Budapest verlassen musste; ebenso der Direktor der Nachrichtenagentur Reuters in Budapest, Mitja New, der nach Bombay wechselte.

"Wir suchen immer neue Mitglieder", wirbt Präsident Zimmermann.

Doch einfach eintreten geht nicht, die Mitgliedschaft kann man nicht kaufen.

Seriöses Auftreten sollte man ebenfalls mitbringen.

Wer darüber verfügt, kann sich den Sport auch probehalber anschauen:

Der Polo-Club Budapest öffnet die Pforten seiner schön gelegenen Anlage in Etyck und lässt Interessierte hinein, für Schnupper- und Trainingsstunden.

Selbstverständlich sind auch Sponsoren herzlich willkommen - bisher hat die Budapester Equipe, die Ungarn im Ausland vertritt, zwar gute Unterstützer, aber noch keinen regelmäßigen Hauptsponsor.

Eigentlich verwunderlich, denn wo immer Polo gespielt wird, schaut eine Menge Geld zu; die Szene ist äußerst kaufkräftig.

Zimmermann erinnert sich zum Beispiel an das Polo-Turnier von Wien, das sein Club im vergangenen Jahr gewinnen konnte.

Gesponsort wurde das Turnier von Luxuswagen-Herstellern:

Am Spielfeldrand standen 200 Rolls-Royces und 300 Ferraris.

Eleganz und Schnelligkeit - das zeichnet auch das Polospiel aus, wo man mit einem PS immerhin auf 60 Stundenkilometer beschleunigt.

Das Hauptfeld in Budapest stand früher direkt vor dem Grand-Hotel auf der Margareteninsel.

Nicht weniger als 16 Polo-Clubs gab es in Ungarn bis zum Zweiten Weltkrieg, weiß Uwe Zimmermann:

"Für Offiziere war Polo seinerzeit sogar Pflichtsport - kein Wunder, denn die Ungarn sind ein Reitervolk."

Trotzdem war der Anfang der Wiederbelebung schwer.

1992 fanden sich drei Ungarn, die alle aus den USA heimgekehrt waren, und wagten in Ülloi die ersten Neuanfänge.

Allerdings hatten sie weniger geeignete Pferde, und der Erfolg beim Polo "hängt zu zwei Dritteln am Pferd", so Zimmermann - die Sache kam nicht recht in Gang.

Es kamen dann Argentinier, Franzosen und Holländer hinzu, die 1995 einen Fußballplatz in Tök am Plattensee in ein kleines Polofeld verwandelten.

Seit nun drei Jahren kommt der Sport so richtig in Schwung.

Gerade entwickelt sich ein zweiter ungarischer Club, am Balaton, und der Budapester Club mit seinen inzwischen fast einem Dutzend Mitgliedern hat sich offiziell gegründet, ist dem Internationalen Poloverband FIP angeschlossen - und hat vor allen Dingen ein sechs Fußballfelder großes Spielfeld, idyllisch in den Weinbergen von Etyek gelegen.

"Vorher war hier nur ein Acker", so Präsident Zimmermann.

Sein Club hat allein eintausend Bäume gepflanzt.

Zwar müsste der Platz für internationale Standards doppelt so groß sein - 300 mal 400 Yards -, doch immerhin können nun schon sechs Spieler (maximal wären es acht) mit ihren Pferden gegeneinander antreten.

Die Pferde haben im Winter übrigens frei.

Polo ist ein harter Sport.

Vor 2000 Jahren begann er damit, dass mongolische Reiter gegen Totenköpfe schlugen - gegen die Köpfe ihrer toten Feinde.

Heute tragen die Pferde (jedenfalls beim Budapester Club) Bandagen und genießen ein spezielles Konditionstraining.

Trotzdem:

Wer die harten Fights im Fernsehen sieht, denkt unwillkürlich an das Thema Tierschutz.

Clubpräsident Zimmermann, der als Deutscher den Tierschutzgedanken ja sozusagen mit der gesellschaftlichen Muttermilch aufgesogen hat, betont, dass der Sport den natürlichen Anlagen des Pferdes entgegenkomme.

Im Gegensatz etwa zum Springreiten.

"Pferde springen normalerweise nicht, sie sind Fluchttiere - das setzt sich im Polospiel um."

Außerdem schildert er eine Beobachtung, die jeden Laien in Erstaunen versetzt:

"Die Pferde laufen dem Ball automatisch nach, wie ein Hund."

Außerdem sei Polo zwar "das schnellste und älteste Ballspiel", aber der einzige Sport, bei dem ein Foul schon vorher, im Entstehen abgepfiffen werde.

Dann, wenn's gefährlich wird.

Darüber wachen nicht weniger als drei Schiedsrichter.

Trotzdem:

Ausgekugelte Schultern und Armbrüche sind normal - und zwar bei den Reitern.

Frank Rosenbauer Fotos:

Árvai Károly Foto mit den drei Personen beim Feiern im Stall:

Mit dabei bei der jüngsten Assado-Party des Poloclubs (im Bild von links nach rechts):

der peruanische Botschafter Max de la Fuente, Kempinski-Generaldirektor Stephan Interthal und der ehemalige Direktor der Nachrichtenagentur Reuters in Budapest, Mitja New.

Nicht ohne Grund sind die Veranstaltungen im Budapester Frühlingsfestival schnell ausverkauft, denn ein besonderes Kulturereignis jagt das nächste - doch was am vergangenen Samstag im Madách-Theater über die Bühne ging, hatte nicht nur eine besondere kulturelle, sondern auch eine politische Bedeutung.

Die Inszenierung war schlicht, das Stück traditionell, aber vor zwei Jahrzehnten wurde es an der selben Stelle aufgeführt und sorgte für Zündstoff:

"Csíksmlyói Passió", das Leiden der Stadt Csíksmlyói, ein Volksstück über ein Volk, das früher regelrecht tabu war.

Heute dürfen die Siebenbürger in aller Ruhe ihre Traditionen pflegen, und auch deshalb war es ein "schöner Abend", wie Theaterdirektor Tomás Szirtes entspannt resümierte.

Er, der heute für Musicals wie Cats und Les Misérables veranwortlich zeichnet, hatte Csíksmlyói Passió damals selbst im Madách-Theater miterlebt, als das politische System noch anders war und die Aufführung ein Eklat:

"Es war ein riesiges Ereignis", erinnert sich Szirtes.

Auch diesmal war es ein Ereignis, natürlich ausverkauft, und erinnerte im Frühlingsfestival daran, dass Freiheit niemals selbstverständlich ist.

Aber so ganz vorbei ist das Leiden der Siebenbürger ja auch noch nicht.

Frank Rosenbauer "Es ist das schwierigste Budget unserer Geschichte", verdeutlichte Budapests Oberbürgermeister Dr. Gábor Demszky die Lage der städtischen Kassen, als er vergangenen Montag vor Vertretern der deutschen Wirtschaft referierte.

Im Prunksaal des Neuen Rathauses sprach er auf Einladung der Deutsch-Ungarischen Handelskammer, der größten Vertretung ausländischer Unternehmen in Ungarn.

Trotz der schwierigen Haushaltslage konnte der Oberbürgermeister auf 90 Milliarden Ft.

verweisen, die die Stadt investieren will.

Mehrmals lud er die Deutschen ein, sich an den Ausschreibungen zu beteiligen.

Schwierig sei die Lage, weil die Stadt viel weniger Geld von zentralen Stellen bekomme als geplant.

Doch Demszky gestand auch Fehler der Stadt ein.

Zum Beispiel die Zahl von 600 Abgeordneten im Stadtrat - das sei zu viel, hier sei Budapest "europaweit führend".

Aber ebenso bei der Dezentralisierung des Verwaltungssystems.

Wien, Paris und Berlin seien viel zentralistischer aufgebaut.

Nur Brüssel und London werden laut Dr. Demszky noch dezentraler regiert als Budapest.

Das bringe für die deutschen Investoren das Problem mit sich, dass man nicht immer wisse, wer zuständig ist:

Stadt oder Bezirk.

Weitere Probleme sind nach Auskunft der Deutsch-Ungarischen Handelskammer, dass das Abgabensystem nicht 100-prozentig durchschaubar ist und man kaum weiß, wie sich die Abschreibungssituation entwickeln wird.

Und dann die 380 Organisationseinheiten von Budapest.

Der Oberbürgermeister, seit 1989 im Amt und damit einer der dienstältesten OBs in Europa, erinnerte in diesem Zusammenhang an eine noch viel schlimmere Haushaltslage, die 1995 zu einer Finanzierungsreform führte.

"Die Pleite war nur noch eine Frage von Tagen, wir lebten von Kontokorrentkrediten.

ich musste täglich neue Milliardenkredite unterschreiben."

Als Konsequenz habe man u. a.beschlossen, die 380 städtischen Organisationen zu rationalisieren.

Dass man damit noch nicht so weit wie gewünscht gekommen sei, liege daran, dass für jede einzelne Rationalisierung erst einmal viel Geld nötig sei, bevor man dann Geld sparen könne.

Der entsprechende Fonds für die Rationalisierung verfüge über 4 Milliarden Ft.

Seit 1995 plane man auch weiter im Voraus, nämlich sieben Jahre.

Außerdem gebe es eine Deckelung der Ausgaben:

Die Ausgaben dürfen die Einnahmen nicht um mehr als 15 Prozent übersteigen.

In diesem Jahr habe man sogar einen Wert von 4 Prozent erreicht.

Jedoch unter Mühen und viel Streit, denn die Deckelung beinhalte, dass die städtischen Politiker für jeden Investitionswunsch gleich einen Einsparvorschlag machen müssen.

"Das ist den Politikern nicht sympathisch", so Demszky.

Er konnte jedoch als Erfolg verkünden, dass die Ausgaben seit Jahren sinken.

Der Oberbürgermeister beschrieb den Deutschen auch kurz die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadtentwicklung.

Eine große Sache war der Bau des Hungaria-Rings, der schon um die Jahrhundertwende geplant gewesen war.

Ein sozialistisches Erbe in Budapest sei z.

B., dass am Stadtkern 30 Jahre nichts gemacht wurde.

Dies unterstütze den langjährigen Trend, dass die Mittelklasse ins Grüne ziehe - wodurch dem Stadtkern Einnahmequellen verloren gehen.

Es gebe zwar allgemein einen gegenteiligen Trend - nämlich, dass es schick ist, in der Innenstadt zu leben und seinen Arbeitsplatz zu Fuß erreichen zu können -, doch in Budapest sei davon leider noch nicht viel zu spüren.

Neben einer Sanierung des Südostens der Stadt (man spreche hier von einer "Schrottzone", sagte Demszky offen) sei es besonders wichtig, Ujpest und Obuda zu verbinden.

Zwei Brücken sind geplant, bei Aquincium und bei Szentendre.

Aus seiner Sicht sei die Brücke bei Aquincium wichtiger.

Doch weil es für die Brücke bei Szentendre eine 100-prozentige staatliche Förderung gebe, wolle man ihrem Bau nicht im Wege stehen.

Wichtig sei außerdem eine Verbreiterung der Donauuferstraße auf zwei mal zwei Spuren.

Das wahrscheinlich größte Budapester Bauprojekt der nächsten Jahrzehnte sei aber die zentrale Kläranlage auf der Csepel-Insel.

Der Bürgermeister listete hier aktuelle Ausschreibungen auf, und die Manager machten sich auch eifrig Notizen.

In der Abfallwirtschaft das größte Projekt:

die 20 Jahre alte Müllverbrennungsanlage sauberer machen.

10 Milliarden sollen für einen Rauchgasfilter ausgegeben werden.

Finanziell weiter problematisch sei die Gasversorgung, die 260.000 Haushalte abdeckt.

EU-weit sei es üblich, für Großabnehmer Rabatte von 40 bis 60 Prozent zu gewähren.

In Budapest nicht - deswegen, konstatierte Demszky, ist die Fernwärme derzeit "nicht privatisierbar".

Frank Rosenbauer Gute Nachrichten aus der Welt der Mode:

Schon diesen Frühling wird die Femininität wiederentdeckt.

Jedenfalls, wenn es nach den Kreationen von Wolford geht.

Das Modeunternehmen aus Österreich servierte seine Frühling- und Sommertrends in Budapest, und der Haupttrend ist die Weiblichkeit, in aufregenden Farben und luftig-leichten Interpretationen.

Auch die Vorführung einiger Max-Mara-Werke machte deutlich:

Auf die warmen Monate 2001 darf man sich ganz besonders freuen.

Professionell präsentiert wurde die aufregende Feminität übrigens in einer ehemaligen Kirche, im Kisceller Museum.

Frank Rosenbauer Der Internet-Zugang bleibt in Ungarn kostenlos:

"Wir planen nicht, damit aufzuhören", bekundete der Aufsichtsratsvorsitzende des Gratis-Providers "kiwwi", Oliver Schmalhaus, am vergangenen Donnerstag im Gespräch mit dem PESTER LLOYD.

In Deutschland beweise sich, etwa mit dem Anbieter "Freesurf", dass ein kostenloser, werbefinanzierter Internetzugang funktionieren könne, erklärte Schmalhaus in Budapest, bei einer Konferenz seiner Firma, an der sogar Minister Dr. Istvân Stumpf teilnahm.

Also ein ungewöhnlich hoher Besuch für ein Start-Up-Unternehmen, das nicht mal ein Jahr alt ist, und gerade ein halbes Jahr auf dem ungarischen Markt.

Aber es wurde auch einiges bewegt:

Am 16.

Oktober 2000 startete Kiwwi mit IP-Dienstleistungen für Firmen, brachte erheblich billigere Ferngespräche durch Internet-Telefonie - und am 1.

Dezember 2000 dann ein weiterer Paukenschlag:

der kostenlose Internetzugang.

Binnen drei Monaten sammelte man 60.000 Nutzer.

Die Netzabdeckung betrage derzeit 83 Prozent, sagte Schmalhaus bei der Konferenz im Hilton-Hotel West End.

Wie das Beispiel Skandinavien zeigt, ist das Internet dort besonders erfolgreich, wo die Wege weit sind.

Kiwwi vollzieht dies nach:

"Wir kümmern uns nicht nur um die Hauptstädte", so Schmalhaus.

Während in Budapest die Zahl der neuen Nutzer pro Tag - bis zu 500 - bereits langsam sinke, steige sie in der Provinz.

Netzknoten wurden auch in Budaörs, Debrecen, Györ, Miskolc, Pécs, Szeged und Székesfehérvár aufgebaut.

Der freie Internetzugang erhöht die Lebensqualität, lobte Minister Dr. Stumpf.

Außerdem sei das Telefonieren in Ungarn noch zu teuer.

Die Aufbauleistung von Kiwwi in diese Richtungen, die Auswirkungen auf die Gesellschaft, das sei wohl ein wichtiger Grund dafür, dass der Minister überhaupt an der Firmenkonferenz des Jungunternehmens teilnahm, erklärte Arnaud C.

Enée, CEO von Kiwwi.

Der Franzose formulierte den Wunsch nach fairen Regeln bei der Privatisierung und spielte auf die Deutsche Telekom AG an:

Aus Deutschland seien "viele Tricks bekannt, um das Leben der alternativen Anbieter so schwierig wie möglich zu machen."

Das dürfe in Ungarn nicht passieren.

Dafür müssten aber alle alternativen Anbieter mit der Mátav zusammenarbeiten, zeigte sich der Kiwwi-Mann kompromissbereit.

Während Enée Erfahrungen im Mittel- und Osteuropas Telekom-Welt sammelte, lernte sein deutscher Kollege Schmalhaus, erst 28 Jahre jung und geboren in Kempten (Allgäu), das Metier in USA und Österreich kennen.

Seine erste Firma konnte er gewinnbringend verkaufen, an den spanischen Telefonriesen Telefonica.

Den beiden jungen Männern gelang es dann, in einer harten Zeit für Internet-Start-Ups, trotz fallender Kurse am Neuen Markt, genügend Kapital für einen neuen großen Markteintritt in fünf Länder zu sammeln:

Neben Ungarn auch Tschechien und die Slowakei; Slowenien und Polen sollen noch dieses Jahr folgen.

Internationalität - das steckt auch hinter dem Namen des Unternehmens.

Bei "Kiwwi" denkt man in allen fünf Ländersprachen an die grüne Frucht.

Das funktioniert so grenzübergreifend wie das Internet.

Der Name "Kiwi" ist allerdings schon weithin geschützt, deshalb setzte man das zweite "w" ein, erzählte Schmalhaus dem Pester Lloyd.

Eine drittes "w" hätte zwar sinnfällig für "www - World Wide Web" gestanden - aber nicht so schön ausgesehen, sagte Schmalhaus.

Jedenfalls hat sich das junge Führungsteam den Namen selbst ausgedacht, noch ohne Startkapital und Werbeagentur - also den Namen, der innerhalb weniger Monate die ungarische Telefonwelt wachgerüttelt hat.

Bei einem Thema sieht die Frucht allerdings gar nicht so jung und frisch aus, sondern klingt ein wenig nach früheren Zeiten, nach Schlange-Stehen.

Das Thema schnitt der Pester Lloyd auf der Kiwwi-Pressekonferenz an:

Was nützt ein kostenloser Internetzugang, wenn man ihn nicht benutzen kann - weil die Leitungen besetzt sind? Die Nutzer in der Warteschlange, anstehen und warten ...

Die Antwort dazu, von der ungarischen Kiwwi-Veranwortlichen Orsolya Végvári, klingt wie die Antwort wohl aller Provider dieser Welt - auch hier ist die Internationalität umgesetzt:

"Wir arbeiten an dem Problem, aber es liegt nicht nur an uns - wir hoffen, dass die Fehler bald behoben sind."

Frank Rosenbauer Eszter Csépe Mehr Blumen, mehr Bäume - besseres Leben:

Ungarn soll schmucker, schicker, schöner werden.

Und immer mehr Orte machen mit.

1997 beteiligten sich erst 87 Gemeinden am Wettbewerb "Ungarn in der Blüte" - in diesem Jahr bereits 360.

Diese guten Zahlen konnte der Präsident des Organisationskomitees Tibor Kóvics vergangene Woche verkünden, bei einer Pressekonferenz im Széchenyi-Saal in der Zrinyi utca, zum offiziellen Start eines Programms, das durch eine weitere schöne Zahl besticht:

Allein 4.000 neue Bäume werden im ganzen Land gepflanzt.

Getragen wird das Programm von staatlichen Stellen - allein sechs Ministerien sind dabei -, von Bauernverbänden und Tourismusstellen.

"Ungarn in der Blüte", noch bis 31.

Mai können sich weitere Orte beteiligen und mitblühen.

Nicht nur Neues blüht, sondern es wird auch gepflegt, was schon vorhanden ist:

Parks werden aufgefrischt, Straßen und Plätze auf Vordermann gebracht, Umweltschutz angewandt.

Das kann sich sogar finanziell lohnen, wie das Beispiel Györ zeigt.

Hier locken im Sommer viele Wassersportveranstaltungen die Besucher an, und dass sogar die Volleyball-WM hier stattfinden wird, ist nicht zuletzt Bemühungen zu verdanken, den Ort schöner und das Wasser sauberer zu machen.

Und der Effekt für die Jugend ist auch nicht zu verachten.

Katalin Kunczené Fellegi, Hauptabteilungsleiterin der Stiftung für ungarische Gartenkultur, betonte, bei den Maßnahmen, die auch privates Engagement der Bürger brauchen, sollten unbedingt Kinder eingebunden werden, um den Umweltschutzgedanken schon früh zu vermitteln.

Zudem sorgt der Wettbewerb für eine schöne Umgebung, wenn die Bäume gewachsen und die Kinder erwachsen sind.

Als erstes Land in Mitteleuropa entschied Ungarn 1994, ein solches Programm auszuführen und die besten Ergebnisse zu prämieren.

Weil in Westeuropa schon seit einem Vierteljahrhundert Wettbewerbe dieser Art stattfinden (in Deutschland etwa unter dem Titel "Unser Dorf soll schöner werden"), konnte sich Ungarn mit den Nachbarn im Westen messen.

Die Ergebnisse waren gut, besser als zum Beispiel in Großbritannien.

Die größten Erfolge erzielte man in den Dörfern Noszvaly, Császártöltes, Ozora und Pusztamérges sowie in den Städten Eger, Veszprém und Balatonföldvár.

Außerdem in Siófok, wo allein in diesem Jahr 257 Millionen Ft investiert werden, um den großen Jókai-Park zu verschönern.

Diese Investition kann sich mit höheren Touristenzahlen auszahlen.

Einen Anstieg des Fremdenverkehrs nach dem Wettbewerb vermelden insbesondere die Dörfer Pusztamérges und Csemö - denn sie wurden dank des Wettbewerbs weltweit präsentiert.

Die Ungarn hatten eine Idee, die von westeuropäischen Ländern nachgeahmt wurde:

Sie zeigen die Ergebnisse der Verschönerung im Internet.

Ein Blick auf die Blumen ist unter www.viragos.info.hu möglich, auch wenn die Sonne mal nicht scheint.

Frank Rosenbauer Esther Szépe Katzwinkel.

(fr) Sehr erfolgreich fuhr die JSRG Katzwinkel wieder bei den Gaumeisterschaften des ADAC Mittelrhein in Daun/Eifel.

Von 18 Pokalen gewannen die heimischen Radler 11 Stück.

146 Kinder zwischen acht und fünfzehn Jahren nahmen an dem Fahrrad-Landesturnier teil.

26 aus dem Kreis Altenkirchen hatten sich qualifiziert - eine stolze Quote von 17,3 Prozent, dank der Jugendschwimm-und Radsportgruppe Katzwinkel.

Die gute Vorjahresquote (15 Prozent aus dem "AK-Land") wurde übertroffen.

Und der Erfolg lag noch höher als die Quote:

Von 18 "Treppchenplätzen" konnten die JSRGler 11 erringen.

Vier Landesmeister-Titel, vier Vizemeister und drei Bronzemedaillen brachten die Radler mit nach Hause.

Die vier jungen Landesmeister - Jennifer Hörner sowie Tim und Lisa Kwiatkowski aus Katzwinkel, außerdem Lisa Kessler, Herdorf - fliegen nun auf Kosten des ADAC am 16.

November von Frankfurt aus zur deutschen Meisterschaft für vier Tage nach Berlin.

Ein Bundestagsabgeordneter, der die JSRGler zum Teil persönlich vom Radeln her kennt, will sich ihnen als Reiseführer für eine Reichstags-Besichtigung zur Verfügung stellen.

Diese Einladung gilt für alle Kinder und Eltern der JSRG, die zur DM nach Berlin fahren.

Darunter sicher auch die weiteren erfolgreichen Radler, die Medaillen bei den Landesmeisterschaften holten:

Silber gewannen Caroline Bals, Brachbach, Stefanie Pfeifer (Katzwinkel) und Markus Kneisel aus Herdorf.

Bronze holten Marcel Pfeifer, Katzwinkel, und aus Herdorf Jannik Kessler und Ines Marie Offermann.

Bild:

Alle Landesmeister, die am 16.

November zur Deutschen Meisterschaft nach Berlin fliegen.

(WR-Bild:

fr) (fr) Fünf Mann brauchten acht Stunden, um die Licht- und Sound-Anlage im Hangar aufzubauen - die professionelle Bühne für die jüngste Flugplatzdisco in Katzwinkel.

Über tausend Kids tanzten, und - was fast keiner von ihnen wusste - sie tanzten auch für ein Segelflugzeug:

Der Disco-Erlös wird in eine "ASW-27" gesteckt, das der Segelflugclub nächsten Frühling anschaffen will.

Damit würde der Katzwinkeler Verein "das leistungsstärkste Segelflugzeug der Welt" bekommen; 15 Meter lang, 23 Meter Spannweite - und beschichtet "wie ein Formel-1-Wagen", freute sich Hauptorganisator Fabian Schäfer.

(WR-Bild:

fr) Mudersbach.

(fr) "Willkommen im Mudersbacher Kulturzentrum!" So wurden die Besucher in der Turnhalle der ehemaligen Hauptschule begrüßt - wer kein reguläres Kulturzentrum hat, macht sich eben eins.

Schon zum sechsten Mal hatte die Theatergruppe Mudersbach ein abendfüllendes Stück auf die Beine gestellt, und gerne sah man zu - wieder war die große Turnhalle voll, bei zwei Vorstellungen.

Die gesamte Ausstattung im "Kulturzentrum" hat die Laiengruppe selbst hergestellt, von der Bühne über die Kulisse, die Beschallung und Beleuchtung.

Premiere hatte die neue, drahtlose Mikrofonanlage, die von den Schauspielern angeschafft worden ist.

Trotzdem bleibt noch ein Gewinn übrig, den die Akteure diesmal an Ortsvereine für die Jugendarbeit spenden.

Die Schauspieler spielten ihr Stück "Das Geld ist im Eimer" also aus purer Freude, und das konnte jeder merken.

Schon die unbändige Mimik von Axel Stettner, der den Titelhelden "Alfons" spielte, bewies den Spaß am Schauspiel - und das übertrug sich auf die Zuschauer, die ein Volksstück mit passendem Motiv erlebten:

Alfons und sein Freund Bertram (der heimliche Held des Stücks, wunderbar gespielt von Hans-Jürgen Schlotter) sind beide ein bisschen trottelig - und müssen sich gegen eine wahre Armada von resoluten Frauen durchsetzen, gegeben von Heidi Neuser, Yvonne Schneider, Mechthild Wagener (als schwerhörige Oma) und Gisela Nebeling.

Die Männer wollen geklautes Geld verteidigen - so wird die Lage dann richtig dramatisch, als sich ein Polizist (Manfred Nebeling) in die Familie einheiraten will ...

Die Theatergruppe hatte sich wieder hervorragend vorbereitet, alle gaben ihr Bestes und die dankbaren Zuschauer hatten Spaß - so lautet also die Erfolgsformel, die aus einer Turnhalle ein Kulturzentrum machen kann.

Foto in der Garderobe war leider nicht erlaubt Mainz/Kreis Altenkirchen.

(fr) Der Bund der Steuerzahler (BdSt) Rheinland-Pfalz hat jetzt die Rangliste der Kommunalverschuldung veröffentlicht - der Landkreis Altenkirchen rangiert auf dem vorletzten Platz.

Mit der vorliegenden Schulden-Rangliste bildet der Bund der Steuerzahler erstmals die Verschuldung in den Landkreisen vollständig ab, in dem sowohl Verbands- als auch Ortsgemeinden einbezogen werden.

Darüber hinaus beinhaltet die Statistik auch die Verbindlichkeiten der Eigenbetriebe.

"Damit begegnen wir dem Trend zunehmender Auslagerungen bei wirtschaftlichen Einrichtungen", so der BdSt.

Zum Ende des vergangenen Jahres standen die Kreise samt ihrer Verbands- und Ortsgemeinden nach BdSt-Angaben mit insgesamt über elf Milliarden Mark in der Kreide.

Das entspricht einer durchschnittlichen Verschuldung pro Einwohner von 3921 Mark.

Deutlich unter diesem Durchschnittswert rangieren die Landkreise Germersheim und Ludwigshafen, die mit 1521 beziehungsweise 2071 Mark pro Einwohner die Rangliste des Steuerzahlerbundes anführen.

Am "traurigen Ende" der Skala landen die Kreise Daun (5.446 DM/Kopf) und Altenkirchen (5255).

Die Landkreise, und auch ihre angeschlossenen Kommunen, stecken noch tiefer in den roten Zahlen als die kreisfreien Städte.

Vor dem Hintergrund steigender Zinslasten müssten die Defizite spürbar gesenkt werden, fordert der BdSt.

Betzdorf.

(fr) Beim Regierungsumzug vor gut einem Jahr begrüßte der Berliner Senat die Bonner, hoch offiziell:

3500 Ehrengäste im Rathaus.

Die Hauptstadt wollte sich von ihrer besten Seite zeigen - und präsentierte singende Schauspieler vom Kurfürstendamm.

Genau diese Schauspieler sangen jetzt auch in der Stadthalle Betzdorf.

Sogar das zurückhaltende Betzdorfer Theaterpublikum geriet ins Toben, als die berühmte Boygroup der 30er wiederauferstand.

"Veronika, der Lenz ist da - Die Comedian Harmonists":

So hieß das Stück, das noch lange nachklingt.

Schnörkellose Inszenierung, unprätentiöses Spiel und ein starker Stoff, dazu tolle Kostüme - aber vor allem:

Sechs ausgebildete Sänger, die zweieinhalb Stunden lang das Publikum amüsierten, bewegten und auch mal dahinschmelzen ließen.

Erster Tenor Andreas Barth, der schon mit Opernarien auf Europa-Tournee ging, gab den Ari Leschnikoff hinreißend frisch und hatte mit seinen fünf Kollegen eins gemeinsam:

Ein toller Sangeskünstler, der nebenbei auch hervorragend schauspielern kann.

Am Klavier:

der hochrangige Pianist Jörg Daniel Heinzmann, in Fachkreisen für seine Mozart-Interpretationen gerühmt.

Mit 14 Jahren erlebte er in Köln, wie der letzte noch lebende Comedian Harmonist auf die Bühne ging.

Der Auftritt von Robert Biberti löste tiefe Bewunderung aus - und schrieb das letzte Kapitel in einer Geschichte, die so spektakulär, dramatisch und tragisch ist, dass sie unbedingt auf eine Theaterbühne gehört.

Die so bewegend ist, dass sie selbst in der eingeseiften Softversion von Geschichtsklitterer Vilsmaier zu einem Kinoerlebnis wurde.

Die Version von Gottfried Greiffenhagen, die in Betzdorf über die Bühne ging, traf ins Ziel.

Er zeigte die Harmonists so jüdisch, wie sie waren.

Und immer, wenn das Publikum gerade in Evergreens wie "Mein kleiner grüner Kaktus" selig schwelgte und wegschmelzen wollte, trat Gisbert-Peter Terhorst als eiskalter Nazi dazwischen und bescherte so bewegende Kontraste.

Terhorst war übrigens im gesamten Ensemble die einzige TV-Bekanntheit ("Unser Lehrer Doktor Specht", "Für alle Fälle Stefanie").

Ansonsten hatte das Stück keinen Promi-Bonus.

Umso aussagekräftiger also der riesige Applaus am Ende - ehrliche Begeisterung für eine grandiose Darbietung.

Begeistert zugehört hatte auch der heimische Impressario Hellmuth Geldsetzer - der Musikfachmann war sichtlich angetan:

Vor lauter Begeisterung schummelte er sich die erste Reihe.

Ein untrügliches Zeichen für die Klasse dieses Abends, den die VHS-Theatergemeinde bescherte.

Bilder von El Azhar und Maria Vargas (Letzteres müsste sehr gut kommen..!) (Film ist mit 800 ASA belichtet) Altenkirchen.

(fr) Maria Rivas bewegt sich auf der Bühne umwerfend, singt fantastisch und ist in Venezuela ein Star - kaum zu glauben, dass sie ihren ersten Europa-Auftritt ausgerechnet in Deutschland kleinster Kreisstadt absolviert.

Glücklich sei sie, hier ihre Premiere zu feiern, sagt sie auf Englisch.

Als sie das in Altenkirchen sagt, sieht sie leider nicht allzu viele Zuhörer.

Das diesjährige Felsenkeller-Openair - eine der wenigen heimischen Veranstaltungen mit echter Festival-Atmosphäre - war recht gut besucht, aber die Veranstalter hatten auch außergewöhnliche gute, also teure Künstler engagiert.

Deshalb hätte nur eine ausverkaufte Wiese das Felsenkellerteam rundum glücklich gemacht.

Die Stimmung dort im soziokulturellen Zentrum ist ohnehin nicht gut.

Am Eingang bekamen die Besucher die Lage Schwarz auf Weiß in die Hand gedrückt:

Unter dem Motto "Fällt aus!" hatte der Felsenkeller Flugblätter gedruckt.

Wegen Geldmangel ist das Sommerprogramm kurzfristig reduziert:

das Theaterstück "Morrisson Hotel", die Sängerin Krista Posch, das "Belladonna Duo", das Kölner "3 Gestirn" und das "Antagon"-Theater fallen aus.

Das Openair fand aber plangemäß statt, sehr zur Freude des bunten Publikums, das vier Bands aus vier verschiedenen Kontinenten erleben durfte.

Vor Maria Vargas erschien El Azhar aus Marokko - die beiden Opener hätten locker als Topact durchgehen können.

Danach - in landestypischer Tracht! - Mokhira aus Usbekistan, bevor schließlich dem König des Reggae gehuldigt wurde:

"Bass Culture" auf ihrer "We remember Bob Marley"-Tour beschlossen das Felsenkeller-Openair, das bereits im 14.

Jahr stattfand - und diesmal auch gutes Wetter hatte.

Hallo Hermann, kein Foto vom Pressegespräch - Klaus Kühn wollte sich nicht fotografieren lassen :) Gebhardshain.

(fr) Diese Woche wollen die fusionswilligen Fußballer von Hamm, Fensdorf und Selbach vor das Schiedsgericht ziehen, um den Zusammenschluss doch noch zu erreichen.

Hoffnung machen sie sich nach einem langen Gespräch auf einer Herrentoilette.

Davon berichtete jetzt der Abteilungsleiter Fußball vom VfL Hamm, Peter Wardenbach, bei einem Pressegespräch in Gebhardshain.

Er hatte Mäzen Hans Pauly und Trainer Milan Sasic mitgebracht.

Für die SG Fensdorf-Selbach erschien der kamerascheue Sponsor Klaus Kühn, in dessen Räumen auch das Pressegespräch stattfand - es dauerte länger als ein Fußballspiel.

Das Gespräch auf der Toilette habe zwanzig Minuten gedauert, berichtete Wardenbach.

Es begann in einer Cafeteria, auf dem FVR-Fußballtag (korrekter Name? Geht um eine Veranstaltung, die am Freitag war, ich glaube in Trier).

Hier traf Wardenbach auf Heinz Fink, den Rechtswart des FVR.

Fink habe gesagt:

"Wir müssen noch mal reden."

Schon Wochen vorher, nach einer FVR-Vorstandssitzung am 13.

April, hatte er mit Wardenbach geredet.

Auch Klaus Kühn war in Koblenz dabei.

Beide versichern:

Der Rechtswart habe damals erklärt, dass sein Verband einer Fusion zustimmen würde.

Daraufhin setzte man es in den Vereinen durch.

Doch dann schrieb der FVR, er sei gegen die Fusion.

Der Brief kam vom Geschäftsführer.

Die Fusionswilligen können kein Papier vorlegen, das eine frühere Zustimmung des Rechtswarts beweist.

Selbstkritisch räumt Pauly ein, man hätte seinerzeit die Zusage schriftlich bestätigen lassen sollen.

Die Fusionswilligen fühlen sich jedenfalls getäuscht und unfair behandelt.

Auch habe man Zeit verloren, bald beginnt die neue Saison.

"Wir haben zwei Monate in die falsche Richtung gearbeitet", konstatiert Mäzen Kühn.

Auch Hans Pauly zeigt sich genervt, dass schon wieder ein Fusionsvorhaben zu scheitern droht.

Allein mit Wissen habe man schon dreimal verhandelt.

Jetzt geht es vors Schiedsgericht.

Der Anwalt sei schon gestellt:

Detlef Jähnke aus Bendorf habe den Fall übernommen.

Als VfL-Wardenbach nun den FVR-Rechtswart traf, und der mit ihm reden wollte - "da habe ich gesagt:

Was gibt es denn noch zu reden?" Man redete trotzdem und ging dafür auf die Herrentoilette.

Das Ergebnis sei gewesen:

Der Rechtswart befürworte die Fusion nach wie vor.

Was ist nun der Absage-Brief wert, den der Geschäftsführer schrieb? Die Hoffnung:

Juristisch gesehen sei nicht der Geschäftsführer die entscheidende Person im FVR, sondern der Rechtswart.

Und der sei eben für die Fusion.

Aber die zweite entscheidende Person sei der Vorsitzende.

Den nahm sich Hans Pauly vergangene Woche persönlich vor ("Theo, wir kennen uns nun schon so lange"), am Autotelefon.

Doch Dr. Theo Zwanziger habe abgelehnt.

Keine zweite Chance für die Fusion.

Eine frühere Zusage seines Rechtswarts ..? Da stehe Aussage gegen Aussage, habe Dr. Zwanziger gesagt.

Diesen bemerkenswerten Satz "haben drei Leute mitgehört", so Pauly.

Die Fusionswilligen erinnern nun daran, dass der Vorsitzende offenbar schon früher Vorbehalte gegen die Fusion gehabt habe.

Als sein Rechtswart die Zustimmung brachte, habe er gesagt:

Der Vorsitzende empfehle, dass die Fusion erst mal ausprobiert werden soll.

Nach dem Motto:

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, "wie in einer Ehe."

Denn die Partner würden sich doch noch gar nicht lange kennen.

"Fensdorf und Selbach sind seit 24 Jahren zusammen", habe Klaus Kühn darauf gesagt.

Der Rechtswart habe geantwortet:

"Dann ist das ja etwas anderes ..."

Andere Möglichkeiten als eine Fusion der Fußballabteilungen - etwa eine Fusion der Vereine oder eine Spielgemeinschaft - werden nicht probiert.

Denn warum sollten beispielsweise die Damenturnabteilungen von Hamm und Fensdorf fusionieren, fragt man sich.

Und verglichen mit einer SG sei eine Fusion "die ehrlichere Variante" (Wardenbach).

Aber auch eine spezielle, die als "Andernacher Modell" im Verband als Ausnahme gilt.

Was, wenn die Fusion nun scheitert? Hamm plane weiter für die Regionalliga, "das tun wir immer", so Trainer Sasic.

Und was wird aus der ambitionierten SG Fensdorf-Selbach? Diese Frage, so Sponsor Kühn, "stellen Sie zu früh ..."

Eine andere Frage hört Sasic sehr oft.

"Jeden Tag fragen mich meine Kinder:

Papa, wird das was mit der Fusion?" Der Trainer betont, dass eine Fusion mit Fensdorf-Selbach neue Kraft und Begeisterung in die Fußballabteilungen bringen würde.

Auch und gerade im Jugendbereich.

Aber kommt es dazu? Selbst wenn das Schiedsgericht - die Einberufung soll binnen zwei Tagen erfolgen - diese Woche für die Fusion votiert, kann der FVR Widerspruch einlegen.

Mit entsprechenden Fristen.

Nach dem, was bis jetzt passierte, erwartet Hans Pauly eine Verzögerungstaktik vom Verband.

Das Verfahren werde vermutlich in die Länge gezogen, "wahrscheinlich bis in den August hinein".

Warum will der Verband die Fusion eigentlich verhindern? Hans Pauly gab seiner Vermutung Ausdruck, dass im Nachhinein Beschwerden von anderen Vereinen berücksichtigt worden sind.

Und Klaus Kühn wies darauf hin, dass bei einer Fusion der FVR vorerst etwa tausend Mitglieder weniger hätte.

Mainz/Kreis Altenkirchen.

(fr) Der Bund der Steuerzahler Rheinland-Pfalz hat aktuelle Müllentgelte der Städte und Kreise veröffentlicht:

Nach wie vor bestehen extreme Preisunterschiede - Abfallvermeidung kann die Gebühren in vielen Kommunen senken. Knapp 400 Mark pro Jahr muss eine dreiköpfige Familie durchschnittlich für ihren Müll bezahlen.

Damit steigen die Gebühren im Vergleich zum Vorjahr landesweit leicht an.

Wie der Bund der Steuerzahler Rheinland-Pfalz (BdSt) in seiner aktuellen Untersuchung herausgefunden hat, bestehen nach wie vor extreme Preisunterschiede zwischen den Kommunen.

Seit dem ersten BdSt-Vergleich im Jahr 1997 sind die Gebühren in einigen Regionen stark in Bewegung geraten - teilweise zum Nachteil, teilweise zum Vorteil der Bürger.

Die Müllgebühr einer BdSt-Durchschnittsfamilie vervierfacht sich, wenn sie von Kaiserslautern nach Landau umzieht.

Die beiden Städte markieren mit 160 beziehungsweise 630 Mark das untere und obere Ende der aktuellen Gebührenskala.

Bei den Landkreisen reicht die Spanne von 180 Mark in Bitburg-Prüm bis 608 Mark im Kreis Ludwigshafen.

Gegenüber dem Vorjahr hat jede dritte Kommune die Gebühren verändert.

Deutlich teurer wurde es beispielsweise im Landkreis Germersheim.

Hier schlagen die erhöhten Entsorgungskosten der Verbrennungsanlage Pirmasens zu Buche.

Auch die Einwohner von Speyer müssen nach Einführung der Biotonne spürbar mehr bezahlen als 1999.

Günstiger wird es hingegen im Landkreis Bitburg-Prüm, wo nicht mehr benötigte Rückstellungen an die Bürger zurückgegeben werden.

Den Haushalten rät der Steuerzahlerbund die Abfallsatzungen nach Sparmöglichkeiten zu durchforsten.

In den meisten Städten und Kreisen könne beim Umstieg auf eine kleinere Tonne oder eine geringere Leerungshäufigkeit bares Geld gespart werden.

Auch die Eigenkompostierung im Garten schone vielfach den Geldbeutel.

Auf diese Weise ließen sich die jährlichen Gebühren teilweise auf die Hälfte drücken, so der Hinweis des BdSt.

Seit 1997, als der BdSt erstmalig die Gebühren verglichen hatte, seien die Preise stark in Bewegung geraten.

Bis zu fünfzig Prozent betrage der Anstieg in einzelnen Kommunen.

Andernorts habe es Nachlässe um bis zu dreißig Prozent gegeben.

Auch im Kreis Altenkirchen sind die Gebühren gesunken.

In einem Normalhaushalt sank die Gebühr von 455 auf 420 Mark.

Der Kreis liegt damit auf Rang 15 landesweit.

Bestätigt sieht sich der Steuerzahlerbund durch die erhöhten Anreize für abfallbewusstes Verhalten.

Während die durchschnittliche Gebühr für Normalhaushalte zwischen 1997 und 2000 anstieg, seien die Entgelte der Sparhaushalte im gleichen Zeitraum leicht gesunken.

Der BdSt-Gebührenvergleich unterscheidet den Normal- und den Sparhaushalt.

Beide Musterhaushalte bestehen aus 3 Personen, die in einem Einfamilienhaus leben und ihre Abfälle getrennt entsorgen.

Im "Normalhaushalt" fallen pro Person und Woche 15 Liter Restmüll (45 Liter pro Haushalt) und 10 Liter Biomüll (30 Liter pro Haushalt) an, wobei der Bioabfall - soweit es angeboten wird - in einer separaten Tonne entsorgt wird.

Der zweite, als "Sparhaushalt" bezeichnete Musterhaushalt, zeichnet sich durch eine bewusste Abfallvermeidung aus und produziert pro Person und Woche nur 8 Liter Restmüll.

Der Biomüll landet auf dem eigenen Komposthaufen, so dass eine Biotonne nicht in Anspruch genommen wird.

Im Kreis Altenkirchen kann ein solcher Sparhaushalt über 100 Mark pro Jahr sparen - etwa 26 Prozent.

Schöne Grüße! Frank Kreis Altenkirchen/Siegen.

(fr) Am Siegener Tierheim erlebte eine Tierfreundin aus dem Kreis Altenkirchen nach eigener Aussage, was sie dort niemals erwartet hätte:

Tierquälerei.

Ein Welpe sei in die Tür eingeklemmt und gegen die Hauswand geschleudert worden.

Die heimische Tierfreundin hat Strafanzeige erstattet.

"Ich hörte den 15 Wochen alten Hund noch so lange erbärmlich schreien", bis am Tierheim die Rolläden heruntergelassen wurden, berichtet Anette B.

aus Dickendorf.

Gegen einen Mitarbeiter des Siegener Tierheims hat sie Strafanzeige erstattet (liegt der WR in Kopie vor).

Ursprünglich hatte Anette B.

den Mischlings-Welpen vorübergehend bei sich aufgenommen, weil die Besitzer drei kleine Kinder haben und daher mit dem Hund überfordert waren.

B.

musste dann versuchen, für den Hund ein schönes neues Zuhause zu finden.

Durch die Vermittlung einer Tierfreundin aus Katzenbach gelangte der Hund zu einer Hundetrainerin, die sich bereit erklärte, den Welpen zu sich zu holen, ihn zu erziehen und dann zu vermitteln.

Nachdem der kleine Hund aber einige Stunden bei der Trainerin verbracht hatte, rief sie an und verlangte von Anette B., den Hund zurück zu nehmen.

Der Welpe beiße um sich und verrichte überall sein Geschäft.

Nun wusste Anette B., die bereits zwei eigene Hunde hat, keinen anderen Rat mehr, als den Hund in die Obhut des Tierheims zu übergeben.

Sie traf sich sofort mit der Hundetrainerin am Tierheim.

Es war bereits 22.30 Uhr.

Ein Mitarbeiter des Tierheims habe nun gesagt, es wäre schon ziemlich spät, einen Hund im Tierheim abzugeben.

Nach Angabe von Anette B.

habe sie geantwortet:

"Dann bringe ich den Welpen eben wieder in die Familie zurück, doch wundern Sie sich nicht, wenn Sie demnächst in der Zeitung lesen, dass ein Welpe an einem Baum angebunden und seinem Schicksal überlassen wurde!" Der Mitarbeiter des Tierheims sei daraufhin "wie eine Furie" auf sie losgegangen.

"Er packte mich am Arm, schüttelte mich und schrie mich an:

‚Ich würde Ihnen am liebsten eine runterhauen, Sie können doch nicht einfach einen Hund an einem Baum anbinden!'" Anette B.

habe erwidert:

"So habe ich das doch gar nicht gesagt!" Dann kam es zu dem Vorfall, der die heimischen Tierfreunde mit Abscheu erfüllt.

Anette B.

berichtet:

"Er riss den Welpen von mir weg, zog ihn hinter sich her, in Richtung Haustür, wobei der Welpe fürchterlich schrie.

Er hatte die Tür schon fast geschlossen, als er bemerkte, dass der kleine Kerl noch draußen war.

Er öffnete nochmals die Haustür und zerrte dermaßen an dem kleinen, entsetzlich schreienden Hund, dass dieser mit voller Wucht gegen die Hauswand schleuderte."

"Das hilferufende Geschrei dieses Tieres", so die Dickendorferin, "werde ich nie vergessen können."

Sie, die Tiertrainerin sowie drei Passanten seien noch einen Augenblick stehen geblieben.

Der junge Hund habe noch so lange erbärmlich geschrien, bis der Mitarbeiter die Rollläden herunterließ.

Anschließend rief man dann die Siegener Polizei, die Annette B.

darauf hingewiesen habe, dass sie das Verhalten des Mitarbeiters zur Anzeige bringen kann.

Das ist inzwischen bei der Polizeiinspektion Betzdorf erfolgt.

Annette B.

und die Katzenbacher Tierfreundin erklären:

"Wir wollten nur das Beste für diesen Welpen, und wir bezweifeln nicht, dass es dem kleinen Kerl im Tierheim jetzt gut geht.

Denn wir können und werden nicht von einem Mitarbeiter auf alle schließen.

Jedoch finden wir, dass dieser Mitarbeiter dort nichts zu suchen hat."

Wenn man so mit einem Tier umspringe, das gerade mal 15 Wochen alt ist, dann brauche man sich nicht zu wundern - da dies ja gerade die Prägephase eines Welpen ist -, wenn aus diesem Tier ein Problemtier wird.

Was eigentlich für jeden Tierfreund selbstverständlich sei, nämlich einem Haustier Zuneigung, Liebe und Verständnis entgegen zu bringen, scheine diesem Mitarbeiter des Siegener Tierheims völlig unbekannt zu sein.

Die Tierfreundinnen hoffen nun - "und wir werden darauf achten" -, dass dieser Welpe alles ganz schnell vergisst und die nötige Zuwendung, Liebe und Achtung bekommt, die jeder Mensch und jedes Tier, ganz besonders der beste Freund des Menschen, verdient hat.

(fr) Er ist tatsächlich eine lebende Legende, begeistert seit einem halben Jahrhundert das Publikum, in seiner Band spielte James Last seine ersten Töne, kaum eine TV-Show der 70er Jahre lief ohne ihn:

Paul Kuhn ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Musikszene, kam nach Altenkirchen - aber sah nur 120 Zuhörer.

Der 71-jährige Pianist, Sänger, Entertainer und Showstar erwies sich nicht als Zugpferd für das vierte Zeltkulturen-Festival in Altenkirchen, das bereits beim Auftakt mit den "Weather Girls" eine maue Besucherresonanz verbuchte.

Gut gefüllt war das Acht-Master-Zelt auf dem Weyerdamm bis dato lediglich bei Janoschs Familienmusical "Die große kleine Tigerreise", mit anschließender Open-Air-Lasershow.

Die Verantwortlichen des größten Kulturfestivals im Kreis ziehen also keine gute Zwischenbilanz, was die kostenintensiven Auftritte betrifft, und hoffen nun besonders auf Freitag:

Die Hip-Hop-Night, unter anderem mit "Blumentopf" und "Mr.

Gentleman", verspricht Massen anzulocken.

Den Besuchern kann's relativ egal sein:

Sie können hochklassige Kultur in Deutschlands kleinster Kreisstadt erleben, etwa den prominenten Paul "Paulchen" Kuhn, Schöpfer u. a.von "Es gibt kein Bier auf Hawaii" (1963), der in Altenkirchen sympathisch und charmant auftrat und Jazz-Melodien mit leichter Hand fließen ließ.

Kuhn - bereits 1952 von einer Musikzeitschrift zum besten deutschen Jazz-Pianisten gekürt - musste keine Fingerartistik am Piano beweisen, sondern überwältigte die Zuhörer mit seiner Ausstrahlung, ungebrochenem Spaß am Spiel, gefühlvoller Routine - und einem Herz, das immer noch kräftig swingt.

(fr) Geringe Resonanz im Zuschauerraum, aber enorme Klangkörper auf der Bühne:

Das Altenkirchener Zeltkulturen-Festival startete mit einem tollen Konzert der fülligen "Weather Girls" - doch das Kulturzelt war nur mäßig gefüllt.

Vielleicht lag's am schönen Sommerwetter, das viele Alternativen zu einem Zeltbesuch eröffnete.

Da hat man was verpasst:

Die "Wettermädchen" auf der Bühne - die sich ursprünglich "Two tons of fun" nannten - boten hervorragenden Dance, Pop und souligen Rhythm 'n' Blues mit guter Band und Weltklasse-Backgroundsängern.

Die beiden kultigen US-"Gesangstonnen", die seit Jahren in Deutschland produzieren, sind seit Anfang der 80er mit dem Schlager "It's raining Men" berühmt.

In Altenkirchen trat nicht die Originalbesetzung an:

Martha Wash hat sich vor Jahren zurückgezogen; das zweite "Girl" Izora Armsteadt, scherzhaft als das "größte bewegliche musikalische Lebewesen der Welt" betitelt, tourt seitdem mit einem ihrer elf Kinder, ihrer Tochter Dynelle Rhodes.

Im Kulturzelt auf dem Weyerdamm lieferten die beiden - eingesprungen für die erkrankten "Supremes" - eine mitreißende Bühnenshow.

Und eine Nacht zweier großartiger Stimmen (Armstaedt hat sogar Operngesang studiert), die mit einer vokalakrobatischen Version des Knallers "You make me feel" wunderbar endete.

(WR-Bild:

fr) (fr) Bombenerfolg für die erste Ibiza-Party in der Betzdorfer Stadthalle:

Menschenmassen, wie sie die Halle normalerweise nur an Altweiber erlebt, feierten eine tolle Disco-Nacht.

Zwei DJs aus Ibiza und einer von der Love Parade servierten Musik, die den gesamten Innenraum in eine einzige Tanzfläche verwandelte.

Gute Laune in der Halle, Showtänzer auf der Bühne (Bild), doch der Barbarasaal durfte leider nicht geöffnet werden; die Schlange der Wartenden reichte zeitweise bis zur Post.

Aber selbst draußen war die Stimmung heiter und der große Andrang sorgte dafür, dass die Veranstalter auf ihre Unkosten kamen und den Erlös für einen guten Zweck spenden können:

Behinderten Kindern in Wissen kommt der Gewinn zugute.

Hauptveranstalter Andi Schulz aus Betzdorf hat selbst einen Neffen, der die Wissender Sonderschule für Geistigbehinderte besucht und kam so auf die Idee, den Erlös an die Schule zu spenden.

Schulz arbeitet seit knapp zehn Jahren als DJ "Don Andrew" auf der Urlaubsinsel und organisiert seit 1994 Ibiza-Partys im "Haus Hellereal" (Alsdorf).

Diesmal verschickte er mehrere Hundert Einladungen europaweit, was wohl ebenfalls zu dem enormen Erfolg der Stadthallenveranstaltung beitrug.

Die Betzdorfer Party zog weite Kreise und lockte Gäste aus ganz Deutschland, teils aus Belgien, Österreich und Holland.

Zur Pre-Party in der Betzdorfer Musikkneipe "Woody's" reiste sogar Jürgen Drews samt Pudel an, Show-Barkeeper sorgten nicht nur mit Feuerspuck-Einlagen für heiße Stimmung.

Eine Fortsetzung im nächsten Jahr haben die Veranstalter bereits ins Auge gefasst.

(WR-Bild:

fr) Kreis Altenkirchen/Mainz.

(fr) "So viele Steuererhöhungen wie nie zuvor" - das ist das Ergebnis der Kommunalumfrage 2000 des Bundes der Steuerzahler Rheinland-Pfalz.

Besonders Hausbesitzer und Mieter werden in diesem Jahr tiefer in die Tasche greifen müssen, weil die Grundsteuer steigt.

Auch Land- und Forstwirte werden deshalb vielfach mehr bezahlen.

Lichtblick für Unternehmen:

Die Gewerbesteuer bleibt weitgehend stabil.

Trotz guter Steuereinnahmen, so der BdSt Rheinland-Pfalz in seinem jüngsten Bericht, könnten viele Haushalte nicht ausgeglichen werden.

Insgesamt ein Drittel aller befragten Städte und Gemeinden werden in diesem Jahr voraussichtlich an den Steuerschrauben drehen.

Im (Wahl-) Jahr 1999 hatten nur drei Kommunen (6 Prozent) die Belastung erhöht.

Besonders oft, so das Ergebnis der BdSt-Umfrage, wird im Jahr 2000 die für Hausbesitzer und Mieter relevante Grundsteuer B angehoben.

In 13 von 44 befragten Kommunen ha-ben die Parlamente eine Erhöhung der Hebesätze beschlossen oder geplant.

Die durchschnittliche Belastung steigt im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 326 Hebesatz-Punkte.

Land- und Forstwirte, die mit der Grundsteuer A belastet werden, müssen in zwölf Gemeinden mehr bezahlen als 1999.

Unternehmen bleiben von einer Anhebung der Gewerbesteuer weitgehend verschont.

Nur drei Kommunen steigern die Hebesätze.

Nach einem für die Kommunen guten Jahr 1999 werden die Steuereinnahmen nach BdSt-Angaben auch 2000 stabil sein.

Ohne Berücksichtigung eines Sonderfaktors legt die Gewerbesteuer um gut ein Prozent zu.

Trotz dieser positiven Einnahmesituation könnten viele Haushalte nicht ausgeglichen werden.

Knapp die Hälfte aller befragten Städte und Gemeinden, bemängelte die Steuerzahler-Organisation, geben nach wie vor mehr aus als sie einnehmen.

(fr) Gewohnt hochklassig ging das jüngste Hachenburger Schlosskonzert über die Bühne - im Mittelpunkt stand dabei ein heimischer Nachwuchsmusiker.

Als Quartett aus Berlin war das junge Ensemble "Zingarese" angekündigt.

Auf Anhieb hatten die Jugendlichen den Wettbewerb "Jugend musiziert" und den "Sonderpreis Klassik" gewonnen.

Ihr Abend im ausverkauften Vortragssaal der Bundesbank stand zunächst, mit Musik von Mozart und Mahler, ganz im Zeichen Österreichs.

Nach der Pause brachten die jungen Künstler dann Brahms zur Aufführung.

Im Mittelpunkt des Interesses stand dabei der Geiger Raphael Christ - ein Neffe des Veranstalters und Initiators der Hachenburger Schlosskonzerte.

Besonders in der Brahms-Sektion begeisterte Raphael Christ, ein aufs Äußerste konzentrierter und völlig unprätentiöser Musiker.

Ein weiteres Familienmitglied wird den nächsten Höhepunkt bescheren:

Wolfram Christ aus Hachenburg, einer der weltbesten Viola-Spieler, gastiert am 6.

April mit dem berühmten französischen Pianisten Louis Lortie; dann stehen Schubert, Schumann und wieder Brahms auf dem Schlossprogramm.

(WR-Bild:

fr) Hallo Leute, mein Film liegt im Körbchen, hoffentlich aber sind meine Fotos was geworden:

Blitzen war absolut tabu, die Beleuchtung eine Katastrophe.

Am Ende der Aufnahmen ist dieser heimische Raphael Christ mittig zu sehen (Hochformat, mit Geige in der Hand, stehend).

Schöne Grüße! Betzdorf.

(fr) Ausnahmsweise fand das Betzdorfer Stadthallentheater nun an einem Sonntagabend statt - und wurde zu einem großen Erfolg.

Bis auf die beiden letzten Stuhlreihen war der große Saal gefüllt, als der bekannte Akteur Uwe Friedrichsen den "Hexer" von Edgar Wallace gab.

Eine schauspielerische Glanzleistung, die am Ende mit mehrminütigem Beifall belohnt wurde.

Edgar Wallace hat mit unerschöpflicher Fantasie und ungeheurem Arbeitseifer 170 Romane und Theaterstücke geschrieben.

Er gilt neben Agatha Christie als berühmtester und erfolgreichster Klassiker des Kriminalromans.

Allein in Deutschland ist eine Gesamtauflage von über 50 Millionen Bücher zu verzeichnen; viele seiner Krimis wurden verfilmt, "Der Hexer" 1964 mit Joachim Fuchsberger.

Dieser Gassenhauer erzählt aber eine andere Geschichte als der Roman.

Auf die Stadthallenbühne kam die Filmvorlage, die Story aus dem bestverkauften Buch von Edgar Wallace.

So mussten sich Friedrichsen und die anderen Tourneeschauspieler in der Betzdorfer Stadthalle nicht mit den Filmhelden der 60er Jahre messen.

Zumindest der Hauptdarsteller hätte dem Vergleich indes stand gehalten.

Uwe Friedrichsen spielte "William Mertens", eine hoch interessante Figur:

ein ebenso charmanter wie krimineller Anwalt, abhängig von Kokain, Morphium und Champagner (auf der Betzdorfer Bühne Veuve Clicquot).

Er führt eine gut gehende Anwaltskanzlei im Süden Londons.

Kein Dieb, kein Verbrecher, der den smarten Rechtsbeistand nicht als Wohltäter der Unterwelt wähnt.

Denn Mertens leistet großen und kleinen Ganoven nicht nur (vermeintliche) Hilfe vor Gericht:

Nach der Verurteilung der Täter nimmt er für sie gern Diebesgut "in Verwahrung" und kümmert sich rührend um die Angehörigen.

Wenn es sich dann um eine hübsche Schwester, eine reizende Freundin oder eine charmante Ehefrau handelt, hat sie eine Anstellung in seinem Büro so gut wie sicher.

So war das auch im Falle seiner Geliebten Gwenda Milton, die eines Tages tot in der Themse gefunden wird.

Scotland Yard nimmt die Ermittlungen auf - wohl wissend, dass Mertens in tödlicher Gefahr schwebt.

Denn die Tote war die Schwester des meistgesuchten Verbrechers Englands:

Arthur Henry Milton - genannt "Hexer von London".

Ein Meister der Verkleidung und der raffinierten Täuschung ist dieser unheimliche Unbekannte, der mit den fähigsten Kriminalbeamten Englands Katz und Maus spielt, und seine gesamte kriminelle Energie daransetzen wird, seine Schwester zu rächen.

Masken trug der Hexer, im Gegensatz zur Verfilmung, in Betzdorf nicht.

Viel beeindruckender waren ohnehin die Charakter-Masken, die Uwe Friedrichsen in Anwalt Mertens verkörperte.

Mal schreiend, mal winselnd, dann arrogant, charmierend und cholerisch, aufgeblasen nach Kokain-Genuss:

Eine wunderbar weite emotionale Palette ging da in einer Person über die Bühne - was die anderen, handwerklich guten Schauspieler in den Hintergrund drängte.

Friedrichsen war wie selbstverständlich der Star auf der Bühne, ließ sich am Ende ausgiebig feiern und höchstens Angelique Duvier als Frau des Hexers, eine attraktive Blonde mit langen Haaren und rotem Kleid, hatte ihm ein bisschen die Schau stehlen können.

Bekannt wurde sie kürzlich als "Mona" in Dieter Wedels TV-Serie "Der König von St.

Pauli".

Auch die überdurchschnittlich gute Kulisse trug zu dem gelungenen Theaterabend bei.

Die Veranstaltungen generell sonntags, und nicht werktags, laufen zu lassen, wäre sicherlich eine Überlegung wert.

Beim nächsten Mal wird montags gespielt:

"Mutter Courage und ihre Kinder", ein Schauspiel von Berthold Brecht, am 31.

März mit der renommierten Schauspielerin, Regisseurin und Intendantin Ellen Schwiers in der Hauptrolle.

...

auch noch auf dem Film mit den Hexerfotos:

Katzenbach.

(fr) Der kommerzielle Teil des Weihnachtsfests ist vorbei, doch die Krippen stehen nach wie vor in den heimischen katholischen Kirchen.

Gläubige Christen investieren in die Holzbauten einiges an Freizeit.

So hat Karl-Hans Weber in Katzenbach "einige Hundert Stunden" seiner Zeit der neuen Krippe gewidmet und sie komplett renoviert.

"Vier Mann mussten die alte Krippe aus dem Keller hoch schleppen", so Weber - "und wenn sie oben ankam, hatte man Angst, dass sie auseinander brach."

Die neue Krippe wurde auch um zehn Prozent vergrößert.

Der ehrenamtliche Baumeister gab der Katzenbacher Krippe aus den 50er Jahren zudem einen ganz neuen Stil:

orientalisch.

Das Haus, neben dem das Christuskind liegt, ist weiß und viereckig - und trägt ein kleines goldenes Kuppeldach.

"Jesu Geburt soll ja im Orient stattgefunden haben", so Gemeindemitglied Weber; da habe er sich gedacht, das Design könne man anpassen.

Besonders ist auch der Hintergrund gestaltet.

Oben links ist ein Nachthimmel zu sehen, oben rechts ein Sonnenhimmel.

Da ließ sich der Gestalter von dem Kirchenlied mit den Zeilen "mitten zur halben Nacht" inspirieren.

Insgesamt hatte er keine Vorlage, sondern baute die Krippe nach Augenmaß.

Modernes Detail:

eine orange flackernde Kunstkerze.

Traditionell dagegen hat Ehefrau Maria Weber die elf Krippenfiguren komplett neu eingekleidet.

Das Kunstwerk in der Katzenbacher Kirche ist noch zwei Wochen lang zu bewundern.

Kreis Altenkirchen.

(fr) Welche Straßen im Kreis Altenkirchen müssen ausgebaut werden? Wo soll was getan werden? Eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation lieferte jetzt das Betzdorfer Verkehrsforum.

Auslöser dafür war, so Landrat Dr. Alfred Beth, dass die Unternehmen immer wieder die Verkehrsinfrastruktur als "Bremse für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung in unserer Region" ansprechen.

So beschrieb ein Vertreter der IHK, Mitveranstalter des Forums, die Situation eingehend.

Das Mitglied der Koblenzer IHK-Vollversammlung, Dipl.-Ing.

Uwe Reifenhäuser, betonte, die gute Auslastung des Industriegebietes in Horhausen und Krunkel zeige, welche Sogwirkung die Autobahnnähe auf Investoren hat.

Im Oberkreis aber würden viele Unternehmen darunter leiden, dass ihre Logistik und der Versand "mit einer oft standortgefährdenden Verkehrsproblematik konfrontiert werden."

Der Transport über die Schiene sei dabei nahezu bedeutungslos.

Signale aus Berlin, dass im nächsten Bundeshaushalt die Investitionen massiv "von der Straße auf die Schiene" verlagert werden, seien kontraproduktiv.

Eine Verbesserung erwartet der Wirtschaftsvertreter nicht innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre.

Der IHK-Vertreter regte an, gemeinsame zentrale Gewerbegebiete zu schaffen.

Die Kommunen sollten einen Zweckverband gründen.

Möglicher Standort sei Weitefeld, wo das RWE bereits ein Kraftwerk bauen wollte:

keine engen Tallagen, kein B62-Nadelöhr, gute Anbindung zur A 54.

Der Daadener Landesminister Artur Bauckhage - Chef des "Superministeriums" für Verkehr, Wirtschaft, Landwirtschaft und Weinbau - betonte, auch eine Kooperation im ÖPNV sei wichtig.

Vor allem die Mitgliedschaft des Kreises im Verkehrsverbund Rhein-Mosel.

"Ein Fahrschein - ein Tarif - ein Fahrausweis!" Das Land habe 50 Prozent der Kosten in den nächsten Haushalt gestellt.

Außerdem seien 25 Millionen Mark unterwegs für die Sanierung der Bahnhöfe auf der Siegstrecke.

Angesichts der Straßen fühlte sich Bauckhage an "Tantalus" erinnert.

Diese Gestalt aus der griechischen Mythologie steht in der Unterwelt.

Er hat die schönsten Speisen über sich, muss aber hungern und dursten, weil er nicht dran kommt.

Das beschreibe die Anbindung des AK-Lands an die Autobahnen drumherum.

Im Norden hake es mit der "Oberbauqualität" der L 278 zwischen Wissen und NRW.

Etwas weiter im Osten ärgert den Minister die Umgehung Freudenberg - von der NRW-Regierung gestrichen.

"Erreichbarkeitsgewinne" zur A 45 seien hier nicht realisiert.

Dadurch gebe es viel mehr Verkehr auf der B 62.

Deren Ausbau müsse gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen "mit Vorrang" betrieben werden.

Zurzeit werde die Ortsdurchfahrt Mudersbach ausgebaut.

Die Ausschreibung für den zweiten Bauabschnitt sei veröffentlicht.

Auch für die Aufweitung der DB-Überführung Euteneuen sei der Plan rechtskräftig.

Die Bauvorbereitungen "laufen jetzt an", so Bauckhage.

Ziel sei es, mit der Aufweitung dieses letzten Engpasses noch im Jahr 2000 zu beginnen.

In Richtung Süden habe das Land mit dem Bau der Nistertalstraße Vorleistungen in dreistelliger Millionenhöhe erbracht.

Dort gelte es nun, weitere Maßnahmen voranzubringen:

Neben der noch fehlenden Umgehung Steineroth und der Ausschaltung der Gefällestrecke Steinerother Straße werde insbesondere der Siegkreisel Betzdorf eine wesentliche Verbesserung bringen.

Die Bohrarbeiten zur Baugrund-Untersuchung für das 26-Millionen-Projekt seien abgeschlossen.

"Ich gehe davon aus, dass spätestens Anfang 2002 mit dem Bau begonnen wird, sofern die finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden können."

Im Unterkreis sei besonders der dreistreifige Ausbau der B 8 angesagt, zwischen Birnbach und Weyerbusch.

Und was die Umgehung Herdorf betrifft, sei unbedingt eine gemeinsame Planung mit NRW zu verfolgen, wo bisher noch keine Linienführung für die Umgehung Neunkirchen durchgesetzt werden konnte.

"Hier werden wir am Ball bleiben", versprach Bauckhage.

Der Daadener versicherte:

"Als Landesminister werde ich mich nach Kräften für die Belange meines Landkreises einsetzen!" NA Statistik Betzdorf/Kreis Altenkirchen.

(fr) Bei einem großen Verkehrsforum für den Kreis Altenkirchen (ausführliche Berichte folgen) sind jetzt Ergebnisse einer Umfrage unter Unternehmen bekannt geworden.

Demnach sehen sich 40 Prozent der Firmen durch das Verkehrsaufkommen im Kreis "stark beeinträchtigt".

1600 Firmen im Kreis Altenkirchen wurden von der IHK angeschrieben, bisher fast 200 Firmen antworteten.

Die meisten Rückläufe auf den Fragebogen kamen aus dem Raum Betzdorf.

Straßenverkehr ist wichtig:

Zwei von drei Firmen liefern hauptsächlich überregional, das heißt aus dem Landkreis heraus.

97 Prozent der Firmen transportieren dabei ihre Produkte selbst oder per Spedition.

Nur 3 Prozent nutzen die Eisenbahn.

Dass sich der Verkehr auf die Schiene verlagern wird, erwarten nur 3 von 200 befragten Firmen.

Der Verkehr wird dichter - das prognostizieren 75 Prozent der Unternehmen.

Die Firmen nutzen häufiger Bundesstraßen als Landesstraßen.

Spitzenreiter ist die B 62:

Fast jede fünfte Firma fährt auf ihr am häufigsten.

Was die Autobahnen betrifft, so halten zwei Drittel der befragten Unternehmen die Autobahnanbindung für verbesserungswürdig.

Mit dem Straßenzustand der Anbindungen sind ein Drittel unzufrieden, 45 Prozent finden sie lediglich "ausreichend" (Bundes- und Landesstraßen).

Schlechtere Noten bekommen die Kreisstraßen.

Nur 6 Prozent der Unternehmen halten deren Zustand für "gut", 34 Prozent finden ihn ausreichend - und knapp 60 Prozent fordern eine Verbesserung.

Den größten Handlungsbedarf insgesamt sehen zwei von drei Unternehmen im Raum Betzdorf.

Altenkirchen folgt mit 24 Prozent, Wissen mit 12.

Konkret sollten Ortsumgehungen gebaut und die Anbindung an Autobahnen verbessert werden - das sind die beiden größten Wünsche der heimischen Wirtschaft, um die Straßenstruktur im Kreis Altenkirchen zu verbessern.

NA VERKEHR Betzdorf/Kreis Altenkirchen.

(fr) Einer hatte zumindest kein Parkplatzproblem, in der Betzdorfer Innenstadt:

Der Chauffeur von Landesverkehrsminister Artur Bauckhage (FDP).

Der durfte den Dienstmercedes (neue S-Klasse) vor dem Haupteingang der Stadthalle parken.

Im großen Saal der Halle erlebte sein Chef eine einigermaßen aufwändige Veranstaltung, mit Computerbildern auf einer Großleinwand, einer raffinierten (aber durchgängig fehlerhaften) Mikrofon-Anlage - und sehr vielen wichtigen Personen.

So kommt es nicht oft vor, dass der Verwaltungschef der einwohnerstärksten Verbandsgemeinde, Günter Schönhof (Kirchen), bei einer Veranstaltung in der letzten Reihe neben der Tür sitzt.

Aber sie waren nahezu alle Ehrengäste, die etwa zweihundert Gäste beim Verkehrsforum der Kreis-Wirtschaftsförderungsgesellschaft (die WR berichtete im Vorfeld).

"Einfache Bürger" kamen nicht viele, obwohl auch sie eingeladen waren.

Und zwar mit einer prächtigen Einladungsbroschüre, vierfarbig von einer Kirchener Werbeagentur produziert.

Darauf prangte ein Bild, dass an der Situation im Landkreis vorbei gestaltet war:

leere Eisenbahnschienen und eine leere Autobahn im Grünen.

Genau darum ging es nicht - die Redner bei der dreistündigen Diskussion waren sich einig, dass die Verkehrswege im Kreis Altenkirchen nicht leer, sondern voll sind.

Und sie forderten weder leere Schienen noch eine Autobahn durch den Kreis.

Das AK-Land ist bereits von "einem Ring von Autobahnen" umgeben, wie ein IHK-Mitarbeiter treffend formulierte.

Man war sich ebenfalls weitgehend einig, dass aber die Anbindung daran das Problem ist.

Man ging von einer Steigerung um 20 Prozent in den nächsten Jahren aus.

Dann drohe der "totale Kollaps" - zumindest in Betzdorf, sagte sogar der Grüne Wolfram Westphal.

Betzdorf, Veranstaltungsort des Forums, ist bekanntlich nicht der zentralste Ort im Kreis, aber hier sind die Verkehrsprobleme offenbar am größten (siehe Kasten).

Obwohl es ausschließlich um Straßen gehen sollte, kam die Rede immer wieder auf die Schiene.

Nach drei langen Reden begann die Diskussion, von Prof.

Dipl.-Ing.

Edmund Steinebach (Fachhochschule Koblenz) mehr recht als schlecht geleitet.

Die Argumente prasselten nur so hernieder, zu viele Gäste ließ er in Folge sprechen, und dann war die Diskussion wegen mangelhafter Zeitplanung auch schon nach einer knappen Stunde vorbei.

Ein Gast stellte gar, unwidersprochen, die ganze Veranstaltung in Frage:

Franz Schwarz, der sich nicht als Gewerkschafter, sondern als Landtagsabgeordneter vorstellte und damit den Streit vom Vorfeld begrub (Arbeitnehmervertreter waren nicht eingeladen worden, die WR berichtete) - er betonte:

"Wenn man über den Verkehr spricht, darf man nicht bei der Straße anfangen."

Auf der Autobahn beginne oft der Stau, nicht vorher.

Das betonte auch Wolfgang Stock (ebenfalls aus Niederfischbach), der namens der heimischen Umweltverbände differenzierte Dialogbereitschaft zusicherte.

Der ICE-Neubau Köln-Frankfurt, für 9 Milliarden Mark, nannten die meisten Experten beim (Straßen-)Verkehrsforum als wichtigste aktuelle Chance.

Der Landkreis bekomme "Tuchfühlung mit der wohl bedeutendsten europäischen Schnellbahnmagistrale", so Minister Bauckhage.

Mehrmals wurde dabei betont, dass nicht der Bahnhof Montabaur, sondern Siegburg der wichtigste ICE-Halt für den Kreis Altenkirchen sein wird.

Also doch die Schiene? Wolfgang Stock sagte zur Verkehrsproblematik, er habe zwei Kinder, und das nehme er ernst.

Für ihn heißt das, auf den Weiterbau der Autobahn durchs Rothaargebirge zu verzichten.

Diesen Verzicht bezeichnete wiederum Minister Bauckhage als "Versündigung gegenüber den nachfolgenden Generationen":

die größte Kontroverse des Forums, das Dutzende von Verkehrsthemen unsortiert abhandelte und zu kurz für eine grundsätzliche Analyse war.

Globale Themen hatten erst recht keinen Platz.

Wolfram Westphal jedenfalls ging mit seinen "Klimaschutz!"-Zwischenrufen völlig unter.

Vielleicht braucht es tatsächlich ein Forum von "morgens 8 bis abends 10" (Wolfgang Stock).

Und ganz neue Lösungen.

Ein Unternehmer machte deutlich, dass im Westerwald bereits Hubschrauber zum Transport eingesetzt werden.

Das sei gar nicht so teuer (er sprach von 60 Mark für einen Flug) und werde noch zunehmen.

Landeplätze seien aber leider meist für Rettungshubschrauber reserviert.

Sind Zwangsmaßnahmen nötig? Ein Bürgermeister aus dem Unterkreis berichtete, in seiner kleinen Gemeinde sei ein Nachtfahrverbot ausgesprochen worden.

Und dies wegen einem Palettenfabrikanten, der nachts Lkws aus der Ukraine empfangen musste.

Nun muss er sein Holz zum Altenkirchener Bahnhof fahren lassen.

Es geht also, meinte der Bürgermeister:

"Da fehlt manchmal einfach der gute Wille."

Üblichere Lösungen sind bereits vorhanden, werden im heimischen Raum aber kaum genutzt.

Das sagte ein Mudersbacher, der viel beruflich fahren muss.

Er forderte mehr Kreisel (wie in Norddeutschland) und grüne Pfeile, wie in Ostdeutschland.

Nach Ostdeutschland fließen 60 Prozent des Steuergeldes für den Straßenbau.

Das betonte Ministerialdirigent Dr. Karl-Geerd Kuchenbecker - und:

"Das muss und wird sich ändern", so der Abteilungsleiter Verkehr im Landesministerium.

Um den kleiner gewordenen Rest vom Kuchen konkurrieren auch die heimischen Städte und Gemeinden, und auch untereinander.

MdL Schwarz schlug vor, dass man sich gemeinsam auf Prioritäten einigen solle, zum Beispiel auf die Verbesserung der Betzdorfer Situation - dafür müssten sich jedoch andere Kommunen unterordnen.

"Wenn aber weiter jeder seine eigenen Forderungen stellt", so Schwarz, "sind wir da, wo wir 1980 mit der Diskussion angefangen haben."

NA BETZDORF Betzdorf.

Vor zwanzig Jahren siedelte sich das Großunternehmen Schäfer-Shop-International in Betzdorf an.

"Heute", sagt der SSI-Geschäftsführer, "wären wir nicht mehr nach Betzdorf gegangen."

Geschäftsführer Wolfgang Reitz brachte das Verkehrsproblem auf den Punkt.

In seinem Versandgeschäft gehe es um Minuten - "doch auf den Straßen zwischen Betzdorf und Freudenberg verlieren wir Stunden."

Angesichts heimischer Verkehrspolitik nannte Reitz "das imaginäre Tier, was wir noch nie gesehen haben, aber eine ungeheuer wichtige Bedeutung in unserer Region hat."

Er sei ein Naturfreund, sagte Reitz, aber man müsse sich fragen, was wichtiger sei:

Vier-, fünfhundert Arbeitsplätze - oder das Tier.

Die Situation werde - und das klang drohend - "in zunehmendem Maße untragbar."

Die Eisenbahn sei keine Alternative.

"Im Stückguttransport hat sie verloren", so Reitz:

"Unsere Kunden erwarten einen Vier-Stunden-Service" - und die Bahn AG brauche von Betzdorf bis München zwei Tage.

Andere Möglichkeiten nannte der Grüne Westphal.

Mit seinen Vorschlägen für die Steinerother Straße - Huckepack-Verkehr und Schnellbusse - erntete er Heiterkeit im Expertenforum.

Umweltschützer Wolfgang Stock schob nach, es gehe nicht um das Haselhuhn, sondern um den Schutz von Landschaften.

Über Verbesserungen in Betzdorf müsse man sprechen.

Unruhe im Auditorium erzeugten Vorschläge von Dipl.-Ing.

Uwe Reifenhäuser (IHK).

Er schlug neue Beschilderungen vor.

So sollten Autofahrer auf der B 62, aus Wissen kommend, in Niedergüdeln darauf hingewiesen werden, dass sie zu bestimmten Tageszeitungen besser nicht durch Betzdorf, sondern über Katzwinkel nach Siegen fahren.

Und der Verkehr hinter Wallmenroth auf der Betzdorfer B 62 könne über Bruche nach Richtung Hachenburg geleitet werden.

Ausweichwege in Richtung Kirchen hat die Struthofspange verschlossen.

MdL Dr. Josef Rosenbauer beschrieb den Alltag:

"Wenn man nachmittags um halb vier nach Betzdorf will, steht man in Kirchen."

Betzdorfs Bürgermeister Michael Lieber zitierte lächelnd den PR-Spruch der Stadt:

"An Betzdorf geht kein Weg vorbei."

Er teilte mit, dass derzeit endlich die Ampeln geprüft werden.

Eventuell würden sie dann in Stoßzeiten anders geschaltet als zu ruhigen Verkehrszeiten.

Der Bürgermeister sagte:

"Manchmal geht's besser, wenn die Ampeln ganz aus sind.

Vielleicht sollten mir mal darüber nachdenken."

Lieber wirkte angenehm überrascht, dass nahezu alle Experten beim Verkehrsforum, aus allen Teilen des Kreises angereist, im Raum Betzdorf-Kirchen den größten Handlungsbedarf im Straßenbau konstatieren.

Die Betzdorfer Probleme schaden der ganzen Region, betonte MdL Dr. Rosenbauer.

Der CDU-Mann unterstützte den Vorschlag seines SPD-Kollegen Franz Schwarz, eine gemeinsame Prioritätenliste aufzustellen.

kann gerne länger werden, ich hab noch Material.

Datei heißt "GOETHE.DOC".

Bild ist als "GOETHE" im System.

Das Goethe-Institut Budapest bekommt eine hoch qualifizierte neue Leiterin:

Dr. Brigitte Kaiser-Derenthal.

Am Freitag dieser Woche wird Institutsleiter Wolfgang Meissner seine Nachfolgerin der Öffentlichkeit präsentieren und sie ins Amt geleiten.

DER NEUE PESTER LLYOD stellt die neue Chefin in der Andrássy út bereits jetzt vor.

Sie hat nicht nur einen beeindruckenden Lebenslauf vorzuweisen, sondern besondere Erfolge gefeiert - und hegt hat ganz offensichtlich eine ungewöhnlich tiefe Sympathie für Ungarn.

Dr. Brigitte Kaiser-Derenthal ist eine Westfälin, wurde 1941 im tausend Jahre alten und schönen Städtchen Warburg, nahe Paderborn geboren.

Ihr Vater war Bauer, in der fruchtbaren Warburger Boerde.

Die Tochter aber studierte Anglistik, Romanistik und Philosophie in Göttingen - und kam bereits vor knapp drei Jahrzehnten zum Goethe-Institut.

1972 ließ sie sich in München zur Dozentin ausbilden.

Zwei Jahre später promovierte sie in Vergleichender Literaturwissenschaft, in Frankreich, in Aix-en-Provence.

Danach arbeitete die frischgebackene Doktorin im Goethe-Institut Boppard am Rhein.

Nun begann ihre besondere Karriere.

Zunächst u. a.mit einem Sonderprojekt in der Dependance in Peking:

sie unterrichtete chinesische Universitätslehrer.

Danach ergriff sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Dr. Regina Brand eine außergewöhnliche Initiative.

Die beiden Damen kämpften dafür, dass auch in der damaligen Hauptstadt Bonn ein Goethe-Institut errichtet wird.

Das Institut vertritt bekanntlich die deutsche Kultur im Ausland, aber auch aufgrund der vielen Diplomaten in der Rheinstadt fruchtete ihr Argument, dass Bedarf für ein Hauptstadt-Institut besteht.

1985 kam es zur Gründung - und Dr. Kaiser-Derenthal wurde befördert, auf einen sehr bedeutenden Posten:

Sie durfte das Kulturprogramm des wichtigen Goethe-Instituts Paris leiten, in dem sie zuvor ein Praktikum absolviert hatte.

1992 kehrte sie in die deutsche Hauptstadt zurück, bekam die Leitung des Bonner Goethe-Instituts, die sie bis heute inne hat.

In Bonn feierte sie weitere Erfolge.

Obwohl die relativ kleine Stadt nicht mehr Hauptstadt ist, ist das Bonner Institut heute mit annähernd 3000 Kursteilnehmern pro Jahr eines der größten in Deutschland.

Das liegt wohl auch daran, dass Dr. Brigitte Kaiser-Derenthal hier ein neues Kurskonzept einführte, das aufgrund seines Erfolgs im nächsten Jahr von acht Goethe-Instituten nachgeahmt wird.

Hierbei wird die übliche 8-Wochen-Einheit halbiert, aber dennoch mit einer Zertifikatsmöglichkeit versehen.

Das erlaubt viel mehr Menschen, an den Kursen teilzunehmen.

Warum hat sie sich nun für Budapest beworben? "Ich wollte gerne in einer wichtigen Kulturmetropole sein", sagt Dr. Kaiser-Derenthal im Gespräch mit dem PESTER LLYOD.

Sie war erst einmal in der Stadt, aber das Erlebnis war stark.

Als sie schon lange in der französischen Hauptstadt lebte, musste sie für ein Seminar nach Budapest reisen - "und hier hatte ich den Eindruck, dass wir mit unserer Arbeit willkommen waren, dass unsere Arbeit hier wirklich nachgefragt wird! Ich habe mich hier sehr, sehr wohl gefühlt."

Außerdem habe die ungarische Botschaft ihr das Fenster zur ungarischen Kultur geöffnet.

Besonders Botschafter Erdödi habe hervorragende Arbeit geleistet - "das war einer der ganz großen Botschafter in Deutschland."

Dieses Lob kommt aus berufenem Munde, denn in der Diplomatenszene kennt sich Dr. Kaiser-Derenthal bestens aus.

Sie besuchte zahlreiche Empfänge an der Seite ihres Mannes, der im Auswärtigen Amt arbeitet - heute übrigens als Leiter der EU-Koordinierungsstelle.

Frank Rosenbauer "Es ist das schwierigste Budget unserer Geschichte", verdeutlichte Budapests Oberbürgermeister Dr. Gábor Demszky die Lage der städtischen Kassen, als er dieser Tage vor Vertretern der deutschen Wirtschaft referierte.

Er sprach auf Einladung der Deutsch-Ungarischen Handelskammer, der größten Vertretung ausländischer Unternehmen in Ungarn.

Trotz der schwierigen Haushaltslage konnte der Oberbürgermeister auf 90 Milliarden Ft.

verweisen, die die Stadt investieren will.

Mehrmals lud er die Deutschen ein, sich an den Ausschreibungen zu beteiligen.

Schwierig sei die Lage, weil die Stadt viel weniger Geld von zentralen Stellen bekomme als geplant.

Doch Demszky gestand auch Fehler der Stadt ein, wie etwa bei der Dezentralisierung des Verwaltungssystems.

Das bringe für die deutschen Investoren das Problem mit sich, dass man nicht immer wisse, wer zuständig ist:

Stadt oder Bezirk.

Weitere Probleme sind nach Auskunft der Deutsch-Ungarischen Handelskammer, dass das Abgabensystem nicht 100-prozentig durchschaubar ist und man kaum weiß, wie sich die Abschreibungssituation entwickeln wird.

Und dann die 380 Organisationseinheiten von Budapest.

Demszky, seit 1989 im Amt und damit einer der dienstältesten OBs in Europa, erinnerte in diesem Zusammenhang an eine noch viel schlimmere Haushaltslage, die 1995 zu einer Finanzierungsreform führte.

"Die Pleite war nur noch eine Frage von Tagen, wir lebten von Kontokorrentkrediten.

Ich musste täglich neue Milliardenkredite unterschreiben."

Als Konsequenz habe man u.a. beschlossen, die 380 städtischen Organisationen zu rationalisieren.

Dass man damit noch nicht so weit wie gewünscht gekommen sei, liege daran, dass für jede einzelne Rationalisierung zuerst viel Geld nötig sei, bevor man Geld sparen könne.

Der entsprechende Fonds für die Rationalisierung verfüge über 4 Milliarden Ft.

Seit 1995 plane man auch weiter im Voraus, nämlich sieben Jahre.

Außerdem gibt es eine Bindung der Ausgaben an die Einnahmen, wonach das Defizit nicht mehr als 15 Prozent übersteigen darf.

In diesem Jahr habe man sogar einen Wert von 4 Prozent erreicht.

Jedoch nur mit Mühen und viel Streit, denn das Prinzip beinhalte gleichzeitig, dass die städtischen Politiker für jeden Investitionswunsch einen Einsparvorschlag machen müssen.

Der Oberbürgermeister beschrieb den Deutschen auch kurz die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadtentwicklung.

Ein sozialistisches Erbe in Budapest sei zum Beispiel, dass am Stadtkern 30 Jahre nichts gemacht wurde.

Auch dies unterstütze den langjährigen Trend, dass die Mittelklasse ins Grüne ziehe, wodurch dem Stadtkern Einnahmequellen verloren gingen.

Es gebe zwar allgemein einen gegenteiligen Trend - nämlich, dass es chick ist, in der Innenstadt zu leben und seinen Arbeitsplatz zu Fuß zu erreichen -, doch sei davon leider noch nicht viel zu spüren.

Neben einer Sanierung des Südostens der Stadt (man spreche hier von einer "Schrottzone", sagte Demszky offen) sei es besonders wichtig, Újpest und Óbuda zu verbinden.

Zwei Brücken sind im Norden geplant, bei Aquincum und bei Szentendre.

Aus seiner Sicht sei die Brücke bei Aquincium wichtiger.

Das wahrscheinlich größte Budapester Bauprojekt der nächsten Jahrzehnte sei aber die zentrale Kläranlage auf der Industrieinsel Csepel.

Frank Rosenbauer Europa - großes Projekt des Friedens Vom Besuch der deutschen SPD-Politiker Gloser und Roth in Budapest Die eitlen Schlammschlachten einzelner Spitzenpolitiker können tatsächlich den EU-Beitritt des gesamten Landes verzögern - ebenso die irrige Idee, öffentlich-rechtlicher Rundfunk bedeute Regierungs-Rundfunk.

Streitkultur und Pressefreiheit, "das sind keine Peanuts!" betonte Ende vergangene Woche der europapolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, MdB Günter Gloser, gegenüber dem Pester Llyod.

In der deutschen Botschaft in der Stefánia út drückte sich MdB Gloser, der zum ersten Mal offiziell in Ungarn weilte, zwar mit der gebotenen diplomatischen Zurückhaltung aus, kritisierte aber scharf und eindeutig insbesondere das u. a. vom Internationalen Journalistenverband bemängelte Manko, dass in Aufsichtsgremien des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks Ungarns keine Vertreter der Oppositionsparteien sitzen.

MdB Gloser mahnte nachdrücklich eine "leistungsfähige Presse" an.

Sein Fraktionskollege und Stellvertreter, MdB Michael Roth - in der Regierungsfraktion zuständig für Beziehungen zu Ungarn - pflichtete ihm bei:

"Die Vielfalt und Freiheit der Presse ist ein hohes Gut."

Was in Ungarn passiere, gebe "Anlass zur Sorge".

Ebenso die Streitkultur, das "politische Klima", wie Roth sagte.

"Ich habe bisher noch nie erlebt, dass sich Politiker so oft vorwerfen, dass sie Lügner wären."

Klar sei, dass es in einer Demokratie Wettbewerb gibt, Feindschaft aber dürfe es nicht geben.

Beide SPD-Politiker kritisierten besonders scharf die "Schwarzen Listen" von Ministerpräsident Orban, der Regierungskritiker im Ausland registrierte.

Das sei "ein unübliches, unsouveränes Verhalten und kein gutes Signal".

Solche Listen stoßen Sozialdemokraten sehr übel auf - "wir als deutsche Sozialdemokraten sind da besonders sensibel", so MdB Roth, der damit auf unselige Vorwürfe aus früheren Zeiten anspielte, als man seiner Partei vorwarf, sie beherberge "vaterlandslose Gesellen".

Auch den Leuten auf den "Schwarzen Listen" werfe man ja vor, dass sie gegen ihr Land arbeiten - in Wahrheit aber würden sie lediglich Kritik üben, was in einer Demokratie völlig in Ordnung sei.

"Das gehört einfach zu einer demokratischen Gesellschaft", so der europapolitische Sprecher Gloser.

Die beiden Deutschen wiederum, auf zweitägigem Arbeitsbesuch in Budapest nach Szentendre, wurden ebenfalls kritisiert.

Und zwar für eine Aussage ihres Genossen Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Thema "Freie Arbeitsplatzwahl nach dem EU-Beitritt".

Jüngst sprach der von einer siebenjährigen Übergangsfrist für Menschen aus den Beitrittsländern, die in anderen EU-Ländern arbeiten wollen.

"Wir danken für die kritischen Hinweise dazu", sagte MdB Roth, der sich anschickte, die Aussage Schröders wie folgt abzuschwächen:

"Nicht jedes Land muss sieben Jahre warten, das wäre meines Erachtens indiskutabel."

Eine solche Übergangsregelung müsste nicht starr, sondern flexibel gehandhabt werden, abhängig vom jeweiligen Land.

Somit sei das "nicht unbedingt" ein Problem für Ungarn.

MdB Roth warb um Verständnis dafür, dass "aber in Deutschland Ängste existieren".

Vor allem in Ostdeutschland, bei mancherorts 30 Prozent Arbeitslosigkeit.

Schließlich konterte MdB Roth noch, Gespräche mit Außenminister Martonyi hätten gezeigt, "dass es in Ungarn ebenfalls Vorschläge für Übergangsfristen gibt", etwa beim Umweltschutz.

Insgesamt habe man in Ungarn eine "offene und ehrliche Arbeitsatmosphäre" vorgefunden und mit allen Parteien gesprochen, das sei selbstverständlich.

Auf Nachfragen stellte Roth richtig, dass man "viel über Landwirtschaft, aber nicht mit der Landwirtschaftspartei gesprochen" habe.

Auch mit der rechtsextremen Partei MIÉP wechselten die Deutschen kein Wort.

Europa sei ohnehin keine Sache der Politiker, "keine Sache der Eliten", so der europapolitische Sprecher Gloser - man müsse sich leiten lassen von dem Hintergrund, dass der Prozess auch von der Bevölkerung getragen wird.

Der ungarischen Bevölkerung möchte Gloser vermitteln, dass manche der schwierigen Reformen auch ohne den Blick auf den EU-Beitritt hätten erfolgen müssen - damit das Land fit wird für den Weltmarkt.

Außerdem konnte Gloser dem ungarischen Volk eine angenehme Perspektive nennen:

Teilnahme an den Europawahlen, schon in drei Jahren.

"Wir hoffen darauf."

Ist Ungarn der Lieblings-Beitrittskandidat der Deutschen? Auf diese Frage des Pester Llyod antwortete der europapolitische Sprecher der SPD, für seine Partei gebe es, im Gegensatz zu einer Partei im Süden Deutschlands, keine Lieblingskandidaten.

Das Projekt Europa sei ein großes Projekt des Friedens.

Ihr Redenschreiber

 

 

 

 

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© Frank Rosenbauer, http://www.rosenbauer.de