Archiv

 

 

 

Sie finden hier einige meiner früheren journalistischen Veröffentlichungen. Heute schreibe ich Ihre Rede zum Firmenjubiläum, Ihre Geburtstagsrede, Hochzeitsrede als Brautvater, Büttenreden etc.

Zum Suchen hier im Archiv drücken Sie CTRL-F (unter Windows) und geben Sie Ihren Suchbegriff ein.

 

© Frank Rosenbauer 1991-2017

Kontakt: https://www.redegold.de

 

 

 

27.6.94:

Katzwinkel.

Ein Vierteljahr lang probten die Kleinen jede Woche - und dann trauten sie sich erstmals auf die Bühne der Katzwinkler Glück-Auf-Halle, um es den Stars nachzutun:

Von ihren Eltern stolz beobachtet, versuchten sich die Kids als "Mini-Playback-Stars".

Und das mit vollem Einsatz.

Die elfjährige Melanie Bröhl machte den Hit "Mädchen" nach, hüpfte wild und grimassenschneidend umher - und Bastian Schröder (8 Jahre) reckte energisch sein Fäustchen zu "Cats in the cradle".

Der junge Scheuerfelder belegte den dritten Platz, Daniela Blatter aus Katzwinkel kam mit "Without You" von Mariah Carey auf Rang 2.

Imitations-Sieger wurde Matthias Helmecke aus Siegen, der zu "Mach dich mal locker" von Charly Mason überzeugend Lippen und Körper bewegte.

Auf den vierten Platz kamen die anderen mutigen "Mini-Stars", wie Sascha Blecker, Anna Kathrin und Franziska Schäfer, Katrin Walter sowie Sonja Helmecke.

In der Jury saßen u.a. der Landtagsabgeordnete Franz Schwarz (SPD), Katzwinkels Bürgermeister Horst Höhn und Jean-Pierre Valonce, der schon für Wolfgang Petri und Jürgen Drews Schlagertexte verfaßte.

Er schrieb auch Songs für Sue Helm, die Initiatorin und Moderatorin der Playback-Show.

Die Siegener Sängerin, die seit kurzem in Betzdorf wohnt, freute sich besonders, daß ihre Lieder den kleinen Imitatoren gefielen:

Lena Judt machte Sue Helms "Teddybär" nach, Sarah Kristin Skiba das Lied "Traumschiff".

Mit der Playbackshow feierte die Jugendschwimmgruppe des TuS Katzwinkel ihr zehnjähriges Bestehen.

Und deren Trainer Gerhard Judt bekam ein ganz besonderes Geschenk:

Am Ende kamen alle Kinder auf die Bühne, auch die jüngste Teilnehmerin, Lisa Schäfer (4) - und sangen ein Ständchen:

"Danke für die vielen Jahre!" Angesichts dieses Präsents, das sogar auf CD verewigt wurde, rollten dem Jugendleiter einige Tränen der Rührung über die Wangen.

Einziger Wermutstropfen:

Bei der Jubiläumsfeier der Jugendschwimm-Abteilung des TuS war kein offizieller Vertreter des Vereins erschienen.<- Melanie Bröhl (11 Jahre) machte den Hit "Mädchen" nach.

Die Juroren Franz Schwarz, Horst Höhn, Jean-Pierre Valonce und die Moderatorin Sue Helm (v.l.) freuten sich über die Darbietungen der "Mini-Stars".

Brachte sogar Background-Tänzerinnen mit:

Bastian Schröder präsentierte "Cats in the cradle", als Coverversion von "Black Jack".

23.5.94:

Hamm.

(fr) Mit einem Nistkasten aus Hamm beglückt Landesminister Karl Schneider (SPD) nun die Vögel in seinem Privatgarten.

Als Schneider, Minister für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten, - und somit auch für Fische zuständig - den Landesfischereitag in Wissen besuchte, erzählte er am Stand der ANS von seinem defekten Nistkasten.

Erich Betker von der "Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Mittlere Sieg" überreichte dem Staatsminister daraufhin spontan ein brandneues Exemplar - was Schneider dankend annahm.<- 28.5.94:

Betzdorf.

(fr) Jetzt hat auch Betzdorf sein Partnerschaftsschild:

An allen Zufahrten kann der Unkundige nun erkennen, daß Betzdorf mit dem britischen Ross-on-Wye und dem französischen Decize Städtepartnerschaften verbinden.

Graue Schilder mit Europa-Logo stehen an der Steinerother Straße, in der Kolonie ("Kollnie"), am Struthof und bei Alsdorf.

Bürgermeister Michael enthüllte jetzt eines davon:

"Ein Symbol für das Zusammenwachsen in Europa!" Mit dabei sein Kollege David Ravenscrott, neuer Bürgermeister von Ross-on-Wye, der seinen ersten offiziellen Amtsauftritt im Ausland hatte.

Dabei bekam er auch noch eine Betzdorfer Parkbank für sein Städtchen mit auf den Weg.

Erfreut meinte Ravenscrott:

"Ich hoffe, wir können uns revanchieren."

Einen "Betzdorf Walk" gibt es in Ross-on-Wye bereits, die deutsche Partnerstadt hatte im Gegenzug vor zwei Jahren einen Fußweg im Rainchen entsprechend benannt.<- 14.5.94:

Niederschelden/Betzdorf.

(fr) Fest in Betzdorfer Hand war die Aula des Niederscheldener Gymnasiums auf der Morgenröthe:

Zwei neue Bands aus der Sieg-und-Heller-Stadt debütierten vor 150 Zuhörern.

Jenseits der Landesgrenze hatten sie eine Auftrittsmöglichkeit gefunden - für Grunge und, äußerst außergewöhnlich, experimentellen Instrumentalrock.

Zunächst spielten die "Scare Crows" auf - die erste und bisher einzige heimische Band, die sich dem Grunge-Rock verschrieben hat.

Sänger Markus "Mäx" Schmidt, Gitarrist Björn Hintze, Bassist Enrique Alejandre und Drummer Thomas Mohr eiferten erfolgreich "Pearl Jam" nach.

Und als sie deren "Jeremy" anstimmten, kam Bewegung in die Aula.

"Scare Crows" (Vogelscheuchen) haben sie sich genannt, "weil wir so aussehen."

Die Vogelscheuchen, die ständig nach Auftrittschancen suchen (Tel.

02741/6474), hießen in früherer Besetzung "Old Shoes" und bestehen hauptsächlich aus Schülern des Betzdorfer Gymnasiums.

An Schulen wollen sie aber nicht mehr auftreten - nach den Erfahrungen, die sie an der Morgenröthe machten.

Denn ein Hausmeister, der von nichts wußte, wollte sie bei den Proben aus der Aula werfen - und holte die Polizei.

Darunter hatten auch "Pengborn" zu leiden, die zweite Band des Abends.

Sie wagen es, wohl einzigartig in der Region, ohne Sänger anzutreten.

Dennoch kamen sie bei ihrem Debüt hervorragend an.

Schließlich sind es auch drei gute Musiker, die sich da gefunden haben:

Michael Orthen an den Drums, Tim Riecke (Gitarre) und Bassist Frank Birbaum, der zuvor bei der tollen Siegener Band "PrimeCut" zupfte, die sich leider aufgelöst hat.

"Pengborn" - der Name hat keinen tieferen Sinn, eigentlich gar keinen - trauten sich sogar erfolgreich an Stücke von Joe Satriani heran, dem Gitarrenlehrer, der den Besten noch etwas beibringt.

Aber auch eingängige Songs wie "Smoke on the water" haben die Betzdorfer im Repertoire.

Die Zuhörer waren überrascht - und begeistert:

ein gelungenes Debüt.<- Sänger Markus "Mäx" Schmidt:

Die Vogelscheuchen eiferten erfolgreich "Pearl Jam" nach.

6.12.94:

Altenkirchen.

(fr) Der verantwortliche Veranstalter, Felsenkeller-Konzertchef Hellmut Nöllgen, beobachtete permanent und etwas angespannt das Publikum - und als in den letzten Sekunden des Vier-Stunden-Festivals ein Zuschauer rausgetragen wurde, wäre es fast so weit gewesen.

Doch der Abtransportierte war unverletzt, konnte schon wieder lächeln, als Nöllgen zum Ende erleichtert resümierte:

"Es ist nichts passiert."

Das war zwar nicht die Hauptsache, aber auch nicht selbstverständlich - beim härtesten Festival des Jahres im Kreis Altenkirchen, mit 500 Besuchern.

Serviert wurde ihnen Punk und Hardcore.

Die Unterstützung dafür war enorm:

Die Stadt Altenkirchen stellte ein Gebäude bereit; Jugendamt, Banken und Geschäfte sponsorten das Festival, dessen Besucher T-Shirts trugen mit Aufschriften wie "Arbeitslos - und gut drauf" oder "Pöbel und Gesocks unterwegs".

Auch die Polizei trug zum guten Gelingen bei:

Nicht in Uniform erschien sie, was auf den einen oder anderen provokant gewirkt hätte, sondern mischte sich in Zivil unter die Fans.

Damit konnte es also losgehen.

Und das tat es, die Musik war phantastisch - nach dem harten heimischen Opener "Not the same" gab`s mitreißenden Rap-Hiphop aus Düsseldorf ("Markoma Kids") und danach die trashige Formation "No Fall" aus Salzgitter.

Höhepunkt war die Rostocker Band "3.

Wahl", die eine Punk-Hymne nach der anderen intonierte.

Die Fans rasteten völlig aus, brüllten mit, tanzten wild, stießen, stürzten und standen lächelnd wieder auf - der glitschige Fliesenboden im Feuerwehrhaus, wer hätte das gedacht, erwies sich als ideales Pogo-Terrain ...

23.2.94:

Scheuerfeld.

(fr) Oldies-Party und Power-Metal in der Scheuerfelder Gaststätte "Zu den Linden".

Morgen abend spielt hier die Scheuerfeld-Brucher Band "Die Pänz"; einen Abend später treten "Mortal Warth" auf, die derzeit angesagtesten Betzdorfer Metal-Newcomer.

Beginn ist, am Freitag wie am Samstag, um 20 Uhr.<- 22.5.94:

Kirchen.

(fr) Mit 349 Unterschriften, die jetzt dem Bürgermeister übergeben wurden, protestieren Kirchener Bürger gegen eine Bebauung des Freizeitgeländes am Ottoturm.

"Hier soll ein Finanzloch im Haushalt 1994 aufgefüllt werden - auf Kosten unserer wehrlosen Kinder und Jugendlichen."

Durch einen Artikel der WESTFÄLISCHEN RUNDSCHAU war im März öffentlich geworden, daß die Gemeinde darüber nachdenkt, die Wiese unterhalb des Ottoturms zu verkaufen.

Daraufhin taten sich Bürger zusammen, um dies zu verhindern (die WR berichtete).

Denn das Herkersdorfer Gelände wird seit jeher als Freizeit- und Naherholungsgebiet genutzt, insbesondere im Winter als Ski- und Rodelhang.

Mit den betroffenen Bürgern kämpfen um den Erhalt auch Vereine und Gremien:

VfL und FSV Kirchen, TC Druidenstein, VfL und 1.

FC Herkersdorf-Offhausen, TC Druidenstein und der Ortsbeirat von Herkersdorf.

In ihrem Auftrag überreichte Ortsvorsteher Gerhard Jung nun 349 Unterschriften an Ortsbürgermeister Dr. Albert Wittine.

Der muß sich die Frage gefallen lassen:

"Was wollen Sie 1995 verkaufen, um den Gemeindehaushalt zu finanzieren?" Im Begleitschreiben heißt weiter:

"Wenn wir uns ,Kirchen, die Perle an der Sieg` nennen, sollten wir auch Freizeit- und Naherholungsgebiete erhalten."

Nicht nur mit Ski- und Schlittenfahren sei es vorbei, wenn die Ottoturm-Wiese zum Bauplatz werde.

Auch Drachen könnten die Kinder nicht mehr steigen lassen, sei doch die Gefahr durch Hochspannungsleitungen etc.

dann zu groß.

Ein paar Hundert Meter von der Wiese entfernt, auf der "Sohle", sind bereits 108 neue Bauplätze erschlossen.

Nun ein weiteres Baugebiet, ausgerechnet am Freizeithang? Nein, sagen viele Bürger.

Auch deshalb, weil durch den zu erwartenden Herkersdorfer Bevölkerungszuwachs die Ottoturm-Wiese noch wertvoller werde, da mehr Menschen sie nutzen können.

Die Planung der Bebauung stoße auf Unverständnis und gehe ganz deutlich am Bürgerwillen vorbei.

Die Bürger appellieren an ihre Vertreter im Gemeinderat:

"Zeigen Sie Mut, bekennen Sie sich zur familienfreundlichen Politik."

Die Pro-Wiese-Leute haben nun offiziell einen Antrag an den Gemeinderat gestellt, das Freizeitgelände aus der Bauplanung herauszunehmen - und zwar "für alle Zeiten".

Denn schon öfter war das Gebiet im Gespräch, verkauft zu werden.

Doch nun ist die Gefahr besonders groß:

Die Gemeinde schreibt rote Zahlen.

1.5.94:

Kirchen.

(fr) Der Schülerspieler Steffen Rosenthal gewann die Vereinsmeisterschaften der Tischtennis-Abteilung des VfL Kirchen.

Er setzte sich komplett gegen die erwachsene Konkurrenz durch - jedoch begünstigt durch ein Vorgabensystem nach Altersspielklasse und Mannschaftszugehörigkeit.

"Damit wollen wir die Vereinsmeisterschaften für alle interessanter gestalten", so Abteilungsleiter Georg Fischer.

Dazu gehörte auch, daß die Spielpartner beim Doppel-Wettbewerb ausgelost wurden. Zweiter im Einzel wurde Stefan Botzen, Dritter der Schüler-A-Spieler Torsten Scherer.

Im Doppel gewann Jugendleiter Matthias Leukel mit Karl-Otto Lenz.

Die Vizemeisterschaft erspielten sich Sandra Scherer und Johannes Tietz, den dritten Rang erreichten die Altmeister Günter Deusing und Gerhard Mohr.

28 Erwachsene nahmen an der Meisterschaft in der Kirchener Jahnhalle teil.

Auch 16 Schüler und Jugendliche ermittelten ihre Besten.

Gesamtvereinsmeister Steffen Rosenthal konnte hier, jeweils gefolgt von Torsten Scherer, die Klassen Jugend und Schüler A für sich entscheiden.

Bei den Schülern B gewann Stephan Leukel, der auch im Schülerdoppel mit Steffen Rosenthal den ersten Platz belegte.

Sieger in der Bambini-Klasse "Schülernachwuchs" wurde Christian Rose.

Erfolgreich bei den Tischtennis-Vereinsmeisterschaften des VfL Kirchen (v.l.):

Stefan Botzen, Karl-Otto Lenz (Platz 4), Steffen Rosenthal und Torsten Scherer.

Rechts im Bild Abteilungsleiter Georg Fischer.

8.12.94:

Alsdorf.

Nicht nur einen Nikolaus, sondern sogar eine "himmlische Chorprobe" erlebten die Besucher der Adventsfeier der VSG Alsdorf.

Denn die Kinder der VSGler führten für sie schönes Weihnachtsspiel gleichen Namens auf.

Auf der Bühne des "Haus Hellertal" zeigten Thomas Tietz, Daniela und Steffi Staudt, Carolin Forstreuter, Anja Lampel, Nils und Malte Reinschmidt sowie Tina Rusteberg, was sie (unter der Regie von Gretel Prinz und Katrin Ritter) Schönes einstudiert hatten.

Ihre Probenmühe für die "himmlische Chorprobe" wurde mit viel verdientem Applaus belohnt - und mit lecker gefüllten Tüten, die "Nikolaus" Rainer Ritter verteilte.

Dabei bedachte er übrigens, schöne Geste, auch die Opas und Omas der Kinder.

13.10.94:

Betzdorf.

Die STATT Partei im Kreis Altenkirchen veranstaltet am kommenden Wahlsonntag im Betzdorfer Café Buchenscheidt eine Wahlparty.

Gastgeber Hans Achenbach, selbst für die unabhängige Bürgerpartei aktiv, wird zur Party (Beginn um 18 Uhr) auch den rheinland-pfälzischen Spitzenkandidaten Gebhard Hammer (Kausen) begrüßen können.

18.11.94:

Katzwinkel.

(fr) Vereinssport für Kinder sollte nicht nur bloßes Training sein - sondern mehr.

Das findet der Leiter der Katzwinkler Jugendschwimmgruppe, Gerhard Judt.

In der heutigen Zeit ist es für ihn selbstverständlich, seinen Schützlingen unter anderem auch Umweltbewußtsein nahezubringen.

So geht er mit den jungen Schwimmern regelmäßig zum Müllsammeln in den Wald.

Hier zeigen sie sehr viel Einsatz.

Nun unternahmen alle gemeinsam mit Revierförster Reinhard Zens (Hönningen) einen lehrreichen Waldspaziergang, bei dem ihnen das Problem des Borkenkäfer-Befalls bewußt wurde.

Zens zeigte den Kindern am lebenden Objekt, wie Borkenkäfer aussehen.

Danach wurde ihnen demonstriert, wie befallene Bäume so schonend abtransportiert werden können, daß der gesunde Bestand nicht geschädigt wird.

Die Wehbacher Pferde "Anja" und "Pascha" zogen die Baumstämme zunächst durch ausgewählte Rückegassen auf den Forstweg - und dann trat ein 350.000 Mark teurer Forstschlepper in Aktion.

So erlebten die Kinder eine Menge "action" im Wald.

Übrigens auch beim anschließenden, von einer Katzwinkler Metzgerei gesponsorten Fleischwurst-Essen:

Försterhund "Rollo" zeigte sich recht interessiert an den heißen Würsten ...

Trainer Judt bedankte sich unter anderem bei dem Freusburger Bernd Dietershagen, der eigens für die Kinder seinen Forstschlepper in Betrieb genommen hatte.

Dank galt auch Josef Wagner, der seine beiden Pferde zur Verfügung gestellt hatte.<- 6.4.94:

Kreis Altenkirchen.

(fr) Reisen in die tiefste Vergangenheit des Westerwalds ermöglicht das neue Werk von Hermann Josef Roth.

Der Montabaurer, der bereits rund 30 Bücher veröffentlicht hat, erschließt dem Leser nun die Welt der Geologie, Mineralogie und Paläontologe - in Siegerland, Westerwald, Taunus und an der Lahn.

Zum Schauen und Sammeln will Roth verführen.

Seinen "Wegweiser für den Liebhaber" (Untertitel) brachte der angesehene Kosmos-Verlag heraus.

Inspiriert wurde der Autor durch seinen Großvater Anton Roth, der unter Tage in der Brachbacher Grube Apfelbaumer Zug arbeitete.

"Ich lernte früh", so Hermann Josef Roth, "mich mit der Natur des Westerwaldes und seiner Randgebiete zu beschäftigen." Auf 180 Seiten, durchgehend farbig bebildert, führt der Naturschützer Roth in die Grundlagen ein - und beschreibt elf Exkursionen ins Reich der jahrtausendealten Naturzeugnisse:

Grubenfelder, Aufschlüsse, Felsformationen, Höhlen, Talbildungen, Vulkane und Umlaufberge.

Auch jene Stellen, an denen der Sammler noch interessante Stücke finden kann, zeigt Roth auf.

Bei der Exkursion "Westliches Siegerland" empfiehlt er beispielsweise die Halden der Grube Vereinigung bei Katzwinkel ("Mineraliensammler sollen hier noch immer fündig werden können") - und, für den etwas ausdauernden Sammler, das Gelände der alten Grube Eupel in Niederhövels.

Schöner Brauneisenstein "in Sammlerqualität" finde sich bei der alten Grube Huth in Hamm.

Dabei appelliert Roth jedoch an die Naturfreunde, sich strikt an Naturschutzgesetze und Vorschriften der Bergämter zu halten.

Roth:

"Anschauen immer - zerstören nie!"<- 30.5.94:

Betzdorf.

(fr) Offener Rassismus zum Völkerverständigungs-Happening:

Antijüdische Hetzplakate sorgten beim Betzdorfer Ausländerfest für Mißtöne.

Der "Palästinensische Arbeiterverein Siegen" machte mit Propaganda-Postern gegen Israelis Stimmung ("Israel - furchtbarer Feind").

Der Gipfel der Hetze:

ein militantes Plakat mit der antijüdischen Aufschrift "Tod dem Zionismus".

Ein Festbesucher reagierte:

Bürgermeister Michael Lieber.

Er engagiert sich seit Jahren sehr stark für die deutsch-israelische Freundschaft.

Besonders peinlich:

Als der Bürgermeister das Fest in der Fußgängerzone besuchte, hatte er eine offizielle Delegation aus der Partnerstadt Ross-on-Wye im Schlepptau.

Kurz zuvor hatte Lieber gemeinsam mit seinem englischen Bürgermeister-Kollegen ein Partnerschaftsschild enthüllt - als Symbol des Zusammenwachsens in Europa.

Und nun nationalistische Anti-Juden-Plakate in der deutschen Stadt ...

Lieber schritt jedoch nicht ein - und verhinderte damit einen Eklat bei dem großen Fest der Völkerverständigung.

Als die antisemitischen Plakate entdeckt waren, schritten die Veranstalter sofort diskret ein:

Josef Rosenbauer vom "Arbeitskreis Fremde brauchen Freude" eilte zu dem Palästinenser-Stand am Rampenwendel.

Der Kreischef der Jungen Union forderte, die Propaganda unverzüglich zu unterlassen.

"Das ist ein Fest des Miteinanders", so Rosenbauer zur WR, "wenn untereinander gehetzt wird, schadet das.

Wir wollen das nicht!" Die Palästinenser ließen ihre Plakate zunächst verschwinden - doch als Rosenbauer verschwunden war, hängten sie ihre antijüdischen Hetzposter erneut auf.

Erst nach mehreren Gesprächen gelang es dem Niederfischbacher JU-Mann, den Anti-Rassismus beimAnti-Rassimus-Fest wieder herzustellen.<- Plakat "Tod dem Zionismus" (im Hintergrund):

Erst nach mehreren Diskussionen konnte Josef Rosenbauer (rechts im Bild) die antijüdische Hetze unterbinden.

28.

August 1994:

Daaden.

(fr) "Wir hoffen, daß wir nächstes Jahr den Kunstrasen bekommen", so Manfred Wingenroth, Vorsitzender der Sportfreunde Daaden.

Geplant, genehmigt und beschlossen sei die Verbesserung des landschaftlich schön gelegenen Sportplatzes bereits; auch der schlagloch-übersähte Parkplatz soll saniert werden - doch nun wartet alles darauf, daß die Zuschüsse vom Land tatsächlich fließen.

"Bei einem schöneren Stadion kommen auch die Zuschauer wieder", hofft Wingenroth.

Sein Verein veranstaltete nun schon einmal ein kleines Sportplatzfest.

Das soll im nächsten Jahr größer werden, unter anderem mit einem Festzelt.

Doch schon beim ersten Fest kamen, trotz teilweise schlechten Wetters und gleichzeitig stattfindendem Straßenlauf, über 300 Besucher.

Schließlich absolvierte die zweite Mannschaft der Sportfreunde denn auch ihr erstes Testspiel, das 0:0 gegen Herdorf III ausging.

"Im letzten Jahr hatten wir keine zweite Mannschaft gemeldet", so Wingenroth, "und damit war der Spielbetrieb zum Tode verurteilt.

Denn die Spieler der ersten Mannschaft, die nicht im Elfer-Kader waren, bekamen einfach keine Spielpraxis."

Beim Sportplatzfest absolvierte, vor einem 2:1 der Alten Herren gegen Herdorf, auch die erste Mannschaft ein Testspiel:

200 Zuschauer sahen einen 2:0-Sieg der Daadener gegen die zweite Mannschaft der Eisbachtaler Sportfreunde.

"Wir hoffen, daß wir uns in der Bezirksklasse oben festsetzen können", so Wingenroth, "wenn man oben mitspielt statt unten, wie wir in den letzten Jahren, dann kommen hoffentlich auch die Zuschauer wieder."

Anstoß auf eine erfolgreiche Saison:

Beim ersten Daadener Sportplatzfest feierten auch Vorsitzender Manfred Wingenroth (r.) und Spieler der ersten und zweiten Mannschaft.

9.1.94:

Betzdorf-Bruche.

(fr) 130 kleine Heilige Könige wurden jetzt ausgesandt.

In der Brucher Kirche erhielten sie die Worte mit auf den Weg:

"Ihr bringt den Segen frei Haus."

Die offizielle Eröffnung der Sternsinger-Aktion im Bistum Trier fand nun erstmals im Dekanat Kirchen statt.

130 Kinder, als Kaspar, Melchior oder Balthasar verkleidet - die eigenen Eltern konnten sie kaum wiedererkennen:

Viele mit schwarzem Gesicht, manch ein kleiner König verschwand hinter seinem großen Stern.

Pastor Simon Karlic segnete sie alle mit Weihwasser.

Er, weitere Pfarrer aus dem Dekanat Kirchen und hochrangige Geistliche des Bistums motivierten die jungen Sternsinger.

Der Trierer Diözesan-Jugendpfarrer Martin Lörsch sagte:

"Ihr bringt Segen für die Menschen, die hinter den Türen leben."

Und Ralf Schmitz, Jugend-Pastoralreferent des Bistums, berichtete von schlimmen Zuständen in der Dritten Welt.

Und auch vom Krieg in Vietnam.

In dieses Land fließt teilweise der Erlös der Sternsinger-Aktion.

Mit Weihrauch und Kreide ausgerüstet, werden die Kinder nun aufbrechen.

Von Haus zu Haus ziehen sie, verlangen nach einer Spende - und bekommen auch Süßigkeiten.

Bei kaltem Wetter dennoch kein Zuckerschlecken.

Aber für ein gutes Ziel:

"Ihr sät Hoffnung", so Jugendpfarrer Lörsch.

Er betonte, daß andere, ärmere Kinder durch das Sternsingen die Chance auf eine Schulausbildung erhielten.

Den verkleideten Kindern gab er außerdem mit auf den Weg von Tür zu Tür:

"Ihr sollt nicht meinen, daß ihr den Menschen gleichgültig seid.

Selbst denen nicht, die den Weg in die Kirche nicht mehr finden."

Zur Kommunion intonierte die Brucher Jugendkapelle junge Töne:

"A whiter shade of pale" von Procul Harum.

Die Aussendungs-Messe in der Brucher Pfarrkirche hatte auch ansonsten eine besondere Atmosphäre:

Viele Vietnamesen gestalteten den Gottesdienst mit.

Vietnamesen aus Frankfurt sangen, ließen das Sanktus als "Thanh" in ihrer Landessprache erklingen.

Ihr Landsmann Pfarrer Simon Huyuh Ngoc Quy zelebrierte die Messe mit, und ein kleines Mädchen betete das Vaterunser auf vietnamesisch vor.

In den Bänken saßen ebenfalls viele Vietnamesen, die sich übrigens in Bruche zu einer christlichen Gruppe zusammengeschlossen haben.

Sogar Messen auf vietnamesisch werden regelmäßig in der modernen Brucher Kirche abgehalten.<- Bilder:

Vietnamesen-Chor (davon die hübschesten Frauen) und Sternsinger.

Der mit dem Weihwasser spritzt, ist Pfarrer Simon Karlic.

9.1.94:

Betzdorf.

(fr) Der Staat dachte bei dieser Straßenbaumaßnahme an alles:

nicht nur an Schülersicherheit und Anlieger-Entlastung - sondern auch an gutes Wetter.

Wohl so sind die Basaltblöcke zu interpretieren, die an der B 62 zwischen Betzdorf und Kirchen errichtet wurden.

Das englische "Stonehenge" en miniature.

Betzdorf ist zwar nicht so alt wie Stonehenge, doch erhielt nun, passend zum 40jährigen Stadtjubiläum, ein 4.000 Jahre altes "Göttertelefon" - zwar nur als Nachbildung, aber immerhin.

Warum nun noch nach England reisen? Den heimischen Fremdenverkehr könnte das kräftig ankurbeln.

Die Betzdorfer Ausgabe des keltisch-kultischen Sonnenheiligtums steht zwar in einer Einfahrt für Schulbusse - aber zur Geisterstunde fahren die ja nicht mehr ...

Vielleicht sollte man sich also einmal an den Steinen versammeln.

Das Wetter ist gerade schlecht, möglicherweise kann die Sonne gelockt werden.

Beliebt für allerlei kultige Rituale ist Stonehenge bekanntlich heute noch.

Und die Betzdorfer Stätte hat viel davon.

Nicht nur das Aussehen der Steine, in Menhiren-Art - sondern sogar deren Anordnung:

hufeisenförmig.

Der originale Ringwall wird, modern und funktional, von einem Bordstein nachgeahmt.

Was nur fehlt, ist der Altarstein.

Wir meinen:

Der hätte bei dem Millionenprojekt eigentlich noch drin müssen ...

"Betzdorfer Stonehenge":

Nur der Altarstein fehlt noch 28.

Jun 94 Kirchen.

(fr) Nur ein falscher Schritt beim Basketballturnier - und der Spieler landete im Wasser.

Nachdem kürzlich erstmals ein Street-Soccer-Cup in Betzdorf ausgespielt wurde, gab es nun im Betzdorf-Kirchener Freizeitbad auch Basketball in der "Straßenversion".

Clou dabei:

Der Kampf um den Ball fand direkt am Beckenrand statt.

Und da, so ein Spieler, "war es glitschig."

Trotz hochsommerlichen Temperaturen wurde hart gefightet, so war der Sprung ins Wasser gar nicht mal unangenehm.

Das Spielfeld indes war schnell hergestellt - ein mobiler Korb wurde aufgestellt.

Der Modus:

drei oder vier Spieler pro Team, stets ein Punkt pro Treffer, der Sieger war nach zehn Minuten oder zwölf Körben ermittelt.

Die Resonanz auf das Streetbasketball-Turnier war groß:

Die zehn Mannschaften reisten aus einem Umkreis von 150 Kilometern an.

Sogar zwei Damenteams machten mit:

die "Peanuts" aus Düsseldorf und "The Commitments" (Koblenz).

Fast alle spielen ansonsten herkömmliches Basketball - entsprechend konsequent ging`s zur Sache.

Am Ende siegten die "Minx Monsters" aus Vallendar und das Siegener Team "Challengers".

Kein Wunder, meinten die Siegerländer - "schließlich sind wir international besetzt":

Die "Herausforderer" bestanden aus Sven Armbrecht, Oguz Kahjar und Almir Audic.<- 23.2.94:

Betzdorf.

Was wenige Sätze doch bewirken können.

Ein paar Worte können einen ganzen Diskussionsabend, von der Landeszentrale für politische Bildung mit langer Hand vorbereitet, von der städtischen Volkshochschule mit rechtschaffener Absicht veranstaltet, kippen.

So geschehen nun in Betzdorf.

Das Thema des Abends lautete eigentlich "Terror `93 - literarische Essays zu Fremdenhaß, Gewalt und Vertreibung."

Es begann ganz normal:

100 Stühle aufgestellt, 30 besetzt.

Im Barbarasaal der Stadthalle erschienen zwei Autoren, die politisch bilden wollten.

Der erste, Dr. Klaus Wiegerling aus Kaiserslautern, sprach mit durchaus betroffener, aber recht einschläfernder Stimme.

Er sprach hiervon und davon; alles hatte man schon einmal gehört.

Keine neuen Erkenntnisse - und am Ende weder Applaus noch Resonanz.

Doch dann legte der Kölner Dieter M.

Gräf los.

Obwohl er noch monotoner und langsamer redete als Dr. Wiegerling, sorgte der rotbebrillte Mann mit Denkerstirn für Aufsehen.

Denn er wollte die Wurzeln freilegen - und grub danach im Schulsystem.

Seine These:

Die Schule macht die Schüler systematisch zu geistigen Krüppeln, weil Sie nicht den Menschen als Menschen bildet, sondern für das Berufsleben heranzüchtet.

Gräfs Pech:

Das Auditorium bestand fast ausschließlich aus Schülern - und Lehrern ...

Denen gefiel Gräfs Aufsatz (Titel:

"Das Schulsystem ist ein Verbrechen") gar nicht.

Daß der Schüler nicht als Mensch behandelt werde, sondern als potentieller Berufsausüber - dieser Gedanke sorgte für erzürnte Wortbeiträge.

Die Schüler wollten sich nicht als geistige Krüppel sehen, die Lehrer nicht als Krüppel-Macher.

Lehrer Hansgeorg Rack zeigte sich "furchtbar aufgeregt", Kollege Dr. Herrmann bezeichnete die Ideen gar als "negative Ausgeburten".

Auch die Schüler, die mit ihren Lehrern gekommen waren, wandten sich gegen den Autor.

Einer meinte:

"Ich habe so ziemlich alle Schularten kennengelernt, aber mir ist noch nie ein geistiger Krüppel begegnet."

Autor Gräf vermochte der geballten Kritik nicht allzuviel entgegenzusetzen, nur Ausflüchte und Polemik - nach etwa einer Stunde gab er auf:

"Man muß da differenzieren ..."

Daß "Terror 93" nicht vollends zu "Schule `94" wurde, dafür sorgte Moderator Bernd Nies.

Der Lehrer beendete die Diskussion, um Dr. Wiegerling, den zweiten Autor, zur Diskussion zu stellen.

Der wiederum wechselte flugs das Thema:

Die Medien stellte er ins Kreuzfeuer.

Da endlich herrschte Einmütigkeit.

Frank Rosenbauer-> "Terror 93" (v.l.):

Moderator Nies, Autoren Gräf und Dr. Wiegerling 2.2.94:

Herdorf-Sassenroth.

(fr) Die neue Saison des Betzdorfer Kulturvereins "Lokschuppen" begann symptomatisch:

Gute Kultur, wenig Besucher.

"The Thirsty Man", seit zehn Jahren im Geschäft, traten schon mit den Bluesgrößen Rory Gallagher und Johnny Copeland auf - doch in der Sassenrother Musikkneipe "bebop" wollten sie nur wenige hören.

Vielleicht lag es an den Lokalmatadoren "Feedback", die am selben Abend in Scheuerfeld ihren bekannten Hardrock spielten.

Gitarre, Bass und Drums - und schwarze Sonnenbrillen:

Mit nicht mehr, als es für den Blues braucht, erschienen die drei "durstigen Männer" in der Kneipe.

Sie präsentierten die ganze Bandbreite des Blues.

Dabei bewahrte man mit erdig-dreckigen Tönen auch bei funkigen Songs das echte Feeling.

Höhepunkte das traditionelle "I can`t let you go", und am Ende der "Machine Man" von Jimi Hendrix, mit dem Energieproppen Matthias Baumeister auch den letzten von seiner Gitarrenkunst überzeugen konnte.

Lokschuppen-Chef Franz-Josef Jung hatte recht, als er zum Ende sagte:

"Diejenigen, die heute abend lieber Fernsehen geguckt haben, haben etwas verpaßt."<- Talentierter Energieproppen an Gitarre und Mikro:

Matthias Baumeister 15.aug94:

Betzdorf.

(fr) Mit neuer Führung geht der Kreis-Tierschutzverein - "seit drei Jahren von Querelen durchschüttelt"(Ex-Vorsitzender Werner Wenzel) - in die Zukunft.

Bei der Jahreshauptversammlung in Betzdorf (die WR berichtete) wurde Bernd Hölzemann, 46, der in Elkenroth eine Katzenauffangstation betreibt, neuer Erster Vorsitzender.

Sein Stellvertreter wird Rolf Schmidt; der Pensionär setzte sich mit 22:18 Stimmen gegen Mitbewerberin Klaudia Wittine durch.

Die Freusburgerin wird, als neue Schriftführerin, dem Vorstand dennoch angehören.

Einstimmig im Amt bestätigt wurde Rolf-Josef Schmidt, der weiterhin die Kasse - derzeit gefüllt mit rund 130.000 Mark - verwalten darf.

Auch Geschäftsführer Christian Kleinschmidt, der sich ausdrücklich hinter den attackierten Vorsitzenden Wenzel gestellt hatte, erzielte ein gutes Ergebnis:

Nach einem Jahr Tätigkeit wurde Kleinschmidt 33 Ja- und 4 Nein-Stimmen bei 3 Enthaltungen wiedergewählt.

Bleibt abzuwarten, ob mit neuer Führung auch die Querelen in dem Verein abklingen.

Seine Mitgliederentwicklung indes ist - unbeschadet des Ärgers - weiterhin positiv:

Innerhalb eines Jahres kamen 46 neue Mitglieder hinzu, während lediglich zwei austraten - die 900er-Marke ist damit erreicht.

Zu den wichtigsten Aktionen des Vereins gehört es, Tierquälerei nachzugehen und ausgesetzte Tiere zu retten.

Zwischen Juni 1993 und Juli 1994 wurden 269 Kontrollen wegen Tierfehlhaltung durchgeführt und 169 Fundtiere, hauptsächlich Katzen, an die Tierheime übergeben.<- Der neue Vorstand des Kreis-Tierschutzvereins (v.l.):

Geschäftsführer Kleinschmidt, 2.

Vorsitzender Rolf Schmidt, Kassierer Rolf-Josef Schmidt, Schriftführerin Klaudia Wittine und Vorsitzender Bernd Hölzemann.

21.4.94:

Alsdorf.

Am kommenden Wochenende beginnt die neue Trimm-Trab-Saison der VSG Alsdorf.

Das Angebot - unter der Devise "Laufen ohne zu schnaufen" - richtet sich an alle Laufinteressierten, auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen.

Besonders Kinder und Jugendliche sind eingeladen.

Die Termine:

Samstag, 23.

April, 15 Uhr (mit Übungsleiter Rainer Ritter) und Sonntag, 24.

April, 10 Uhr (mit Laufwart Thomas Mayer).

Treffpunkt ist der Friedensplatz im Steinerother Tal.

Jeder Teilnehmer erhält einen AOK-Trimmtaler.<- 5.10.94:

Freusburg.

Um außergewöhnliche Wahlkampf-Auftritte sind die heimischen Sozialdemokraten selten verlegen.

Während der Nachwuchs der SPD rote Kondome in Hundertstückzahlen verteilt, sorgte Bundestags-Spitzenkandidat Ludwig Eich kürzlich für Aufmerksamkeit, als er beim Betzdorfer Wochenmarkt - "für den Kanzlersturz" - plakativ in grüne Birnen biß.

Jetzt stand MdB Eich beim "Rock gegen Rechts"-Festival in Freusburg vor 150 Heavy-Metal-Fans, sprach gegen Ausländerhaß - und agierte dann als Anmoderator der Siegener Hardcore-Band mit dem recht frivolen Namen "Suck my dick".

Nach dem harten Opener kam "Streetlife".

Von Tanzzelt-Flair war bei ihnen nichts zu spüren - die bekannten Cover-Könner aus dem Wisserland paßten ihr Spiel hervorragend dem rockig eingestellten Publikum an, der Schweiß floß in Strömen, "Streetlife" verausgabten sich total.

Danach standen die jungen Besucherinnen in der ersten Reihe.

Die Grunge-Gruppe "Scare Crowes" um den Rastalocken-bewehrten Markus "Mäx" Schmidt zeigte indes, daß sie über den Status "Schulband" mittlerweile hinausgewachsen ist.

Die Betzdorfer Gymnasiasten präsentierten guten Grunge-Rock der ruhigeren Richtung - und konnten u.a. mit einer ganz eigenen Coverversion von Pink Floyds "Another brick in the wall" beweisen, daß sie einen unverwechselbaren Stil gefunden haben.

Am Ende kam es als Zugabe natürlich trotzdem, Pearl Jams "Jeremy" - und danach die Pechvögel des Abends:

die Betzdorfer Thrasher "Disorder".

Ganz kurzfristig mußten sie als Ersatz für die Instrumentalrocker "Pengborn" (Betzdorf) einspringen.

Sänger Deniz Jeni Mazmann hatte sich die Stimme wundgeprobt, übte noch stundenlang vor dem Auftritt im Getränkevorratslager des Bürgerhauses.

Und dann passierte es:

Unmittelbar vor dem ersten Ton rutschte Gitarrist Jan Lindlein aus - und schob sich dabei die Kniescheibe heraus.

Mit dem Rettungswagen mußte er unter starken Schmerzen abtransportiert werden.

Die frischgründete Juso-AG Kirchen um ihren Vorsitzenden Christian Dornhoff hatte das Festival veranstaltet.

Diese Aktion, ihre erste überhaupt, planten sie klug:

Termin am Sonntag vor einem Feiertag, ausschließlich lokale Bands und kein Eintritt (dafür Getränkeverkauf).

Mit 150 Besuchern war das Festival, angesichts der Kirmes im nahen Mudersbach, denn auch ein Erfolg.

Ob der nächste Plan der Kirchener Jusos ähnlich einschlägt, bleibt abzuwarten:

Die Jungsozialisten wollen versuchen, in Kirchen ein alternatives Jugend-Cafe einzurichten.

Ein großes Ziel.

Denn ob beispielsweise die Gemeinde beim Raumproblem mithilft, ist mehr als fraglich - angesichts der Tatsache, daß der zweitgrößte Ort im Kreis immer noch keinen Jugendtreff bereitstellt, obwohl auf Verbandsgemeinde-Ebene längst eine Jugendpflegerin eingestellt ist.<- Markus Schmidt ("Scare Crowes") 6.11.94:

Betzdorf.

RO.

Beim Soundcheck hieß es von der Bühne "Geht doch auf die Bratsche ein bißchen high!" - hernach wurde ein Song von der "New Model Army" gefiedelt.

Und das hartgesottene Publikum bekam glänzende Augen.

Das diesmalige Betzdorfer Rockforum war schon ein ganz besonderes.

Es war das fünfte - also ein kleines Jubiläum.

Aus der gescheiterten Idee, ein Jugendkulturfestival verstreut über ganz Betzdorf durchzuführen, war das Rockforum entstanden.

Die Jugendpflege von Kreis und Verbandsgemeinde bietet damit jungen Bands die Chance, auf der großen Stadthallenbühne und mit großer Anlage zu spielen.

Vor großem Publikum aufzutreten ist indes nicht garantiert - das Rockforum ist auch eine beliebte Fete, die Musiker müssen die Zuhörer jedesmal neu vom Bierstand weg vor die Bühne locken.

Dennoch ist das Rockforum mit markanten Logo (Gitarre schält sich aus Banane) das Höchste für die heimischen Anfänger.

Aus "Qualitätsgründen", so ein Jurymitglied, wurde bei dem Nachwuchsfestival allerdings oft auf "ältere Hasen" zurückgegriffen, bis im letzten Jahr die Chance eines Radioauftritts für den Publikumssieger geboten wurde - es hagelte Bewerbungen der Newcomer.

In diesem Jahr winkte kein solcher Preis.

Stattdessen entschieden die Organisatoren zum Fünfjährigen, neben Nachwuchs auch Bands einzuladen, die beim Rockforum bereits auftraten und besonders gut ankamen.

Andere Künstler fühlten sich ziemlich auf den Schlips getreten, insbesondere die Betzdorfer Metaller "Mortal Wrath", die immerhin bei der bisher einzigen Publikumswahl bei einem Forum zur besten Band des Abends gewählt worden waren.

Gleichwohl standen mit den beiden erwählten Gruppen hervorragende Techniker auf der Bühne:

"Juke & The Blue Joint", beste Bluesband im Westerwald, und die Crossover-Formation "Duplex D."

aus Neuwied, schon seit acht Jahren aktiv.

Während die Blueser weniger Zuhörer zogen als allgemein erwartet, triumphierten "Duplex D."

und lockten die Zuhörer vom geselligen Foyer weg.

Sie sind wieder eine Spur härter geworden.

Ihr kraftvoller Metal mit Rap-Gesang und einem Schuß Funk -eine wahrhaft explosive Mixtur, streckenweise mit "Clawfinger" vergleichbar.

Dazu die Supershow von Gitarrist Oliver Vogel, nun im Bühnentanz unterstützt durch Sänger Rene Schulte, der seine Drums verlassen hat.

Derzeit ist die hochklassige Band übrigens endlich dabei, ihre erste CD einzuspielen.

Davon ist die minderjährige Nachwuchsband "Disorder" noch ein gutes Stück entfernt.

Interessiert beobachteten die heimischen Fans, wie die Trash-Metaller den Weggang ihres Sängers Deniz Yeni Mazmann wegsteckten.

Als Ersatz sprang Gitarrist Mario Mernberger ein, für den nun "Mortal Wrath"-Gitarrero Björn Saul aus Aushilfe fungiert.

Der 16jährige Mernberger, noch die Textzettel in der Hand, gab sich redlich Mühe - kam aber wegen der Abmischung akustisch kaum an.

Als sein Vorgänger Mazmann am Ende mit einem Duett bewies, daß er nicht im Streit ging, da wurde im direkten Vergleich deutlich, daß sein Ausscheiden ein herber Verlust für "Disorder" ist.

Dennoch:

Eine insgesamt gute Leistung der Newcomer.

Sie geben auf der Bühne musikalisch wie physisch Vollgas, treffen voll den Nerv des Publikums.

Als zweite Nachwuchsgruppe war "Lily of the valley" aus Altenkirchen geladen (die WR berichtete).

Die sechs bunten Power-Frauen betörten mit harmonischem Chorgesang, engelsgleichem Auftreten (Eva Risch an der Bratsche) und leidenschaftlichem Einsatz (besonders Frontfrau Daniela Kaul).

Als die 16jährige Band-Namensgeberin Lily Kaul zum guten Schluß auch noch Seifenblasen in die Luft hauchte, war das Publikum vollends verzaubert.

Die Männerherzen schmolzen dahin.

Doch immer wieder war zu Recht der Kommentar zu hören:

"Die machen auch gute Musik."

Die interessante Mixtur aus Rock, Pop und Folk - wo märchenhafte Balladen ebenso Platz finden wie ein Coverstück von "New Model Army" - kam gut an.

Die Bilanz:

Thrash-Metal, Modern Blues, harter Crossover und weicher von den schönen "Lilys" - so abwechslungsreich war das Rockforum noch nie.

Und mit der Besucherzahl - weit über 500 - konnten die Veranstalter, auch angesichts des großen Rockangebots derzeit in Betzdorf, zufrieden sein.

Negativ anzumerken:

Die Garderobe war auch diesmal nicht besetzt, wieder wurden Jacken geklaut.

Bild von "Disorder":

Alter und neuer Sänger im direkten Vergleich:

Dennis Yeni Mazmann (links) und Mario Mernberger (rechts) von "Disorder".

Bild von "Duplex D.":

Heißer Crossover von "Duplex D."

(vorne Sänger Schulte, hinten Gitarrist Vogel) 6.4.94:

Wissen.

(fr) Das Alte-Hütten-Gelände und der Sandberg (Kucksberg) in Wissen sollen endlich Naturschutzgebiet werden.

Darum bitten Umweltschützer den Regierungspräsidenten Gerd Danco.

"Es dürfen nicht weiterhin Organismenarten vor unseren Augen aussterben."

Bereits im März 1988 hatte Jürgen Häffner aus Mittelhof einen entsprechenden Antrag bei der Bezirksregierung gestellt.

Der Pilzexperte konnte erreichen, daß die Flächen als "schützenswertes Gebiet" bzw.

als "Schongebiet" in der Biotopkartierung eingestuft wurden.

Aktuelle Versuche, den Naturschutz gänzlich herbeizuführen, scheiterten jedoch an Kompetenzfragen.

Diese Fragen sind nun geklärt:

Nach der Kreisverwaltung ist wieder die Bezirksregierung für Unterschutzstellungen zuständig.

So starten Umweltschützer jetzt einen neuen Versuch.

Gemeinsam agieren die ANS (Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Mittlere Sieg) und der Hauptnaturschutzwart des Westerwaldvereins, Dieter Krämer aus Hamm.

Beide müssen feststellen, daß sechs Jahre nach dem ersten Antrag "das Alte-Hütten-Gelände inzwischen zum größten Teil zerstört ist.

Es wurde ein neues Gewerbegebiet geschaffen."

Nur noch ein winziges Restareal sei übrig, "in dem wahrscheinlich noch zwei stärkstens bedrohte Pilzarten vorkommen."

Eine dritte Pilzart sei mittlerweile ausgestorben.

Es handelt sich dabei um die Braunhütige Zipfelorchel (Helvella albella), die landesweit nur noch auf dem Wissener Terrain existiert habe.

Jürgen Häffner, Antragsteller von 1988, habe mit eigenen Augen beobachten müssen, wie dieser einzige Standort in Rheinland-Pfalz "meterdick mit Bruchschiefer zugedeckt wurde".

Nun wollen die Umweltschützer retten, was zu retten ist:

Die zwei anderen Pilzarten "könnten noch überlebt haben".

Und das Biotop Sandberg sei, im Gegensatz zur Alten Hütte, besser erhalten.

Doch auch hier soll ein Gewerbegebiet entstehen, und so ersuchen die Naturschützer den Regierungspräsidenten Gerd Danco "eindringlich", eine einstweilige Unterschutzstellung der beiden Wissener Gebiete zu verfügen.<- 19.10.94:

Daaden/Katzwinkel.

(ROSE) "Mit außergewöhnlichen Ideen (und wenig Geld) die Kinder von der Straße holen - und ihnen Spaß am Sport machen!" Diesen seinen Leitspruch setzte der Trainer der Katzwinkler Jugendschwimmgruppe, Gerhard Judt, nun erneut in die Tat um.

Dafür, daß seine Schützlinge erfolgreich an den Gaumeisterschaften des ADAC-Wettbewerbs "Sicher auf zwei Rädern" teilnahmen (die WR berichtete), gab es jetzt eine besondere Belohnung unter Wasser:

Die Kleinen durften einmal selbst erleben, wie es ist, mit Sauerstoff zu tauchen.

"Die Kinder waren vorher alle ganz aufgeregt", so Trainer Judt, "tagelang redeten sie von nichts anderem."

Gespannt begaben sie sich nun zum Daadener Hallenbad, wo die entsprechenden Gerätschaften bereits auf sie warteten.

Zunächst wurden Atemübungen im Trockenen durchgeführt, danach ging es ins Nichtschwimmerbecken - und dann der Sprung in das 3,20 Meter tiefe Schwimmerbecken.

Hinterher waren alle begeistert:

Die meisten der Kinder wollen nun richtig tauchen lernen.

Sogar die kleine Lena Judt, erst sieben Jahre jung, wagte erfolgreich das Sauerstoff-Tauchen.

Die etwa 16 Kilogramm schwere Ausrüstung war der Erstkläßlerin zwar zu groß - doch es klappte mit einem Doppelmundstück, das an einen anderen Taucher gekoppelt wurde, der groß genug war, das Equipment benutzen zu können.

15 Kinder waren insgesamt dabei, darunter auch einige aus Mudersbach und Brachbach, die mit den Katzwinkelern zur ADAC-Gaumeisterschaft gefahren waren.

Aus Sicherheitsgründen ließ Trainer Judt jedoch nur Kinder teilnehmen, die bereits ihren Fahrtenschwimmer absolviert hatten.

Möglich gewesen wäre die Aktion nicht ohne Tauchlehrer Bernd Weber aus Friedewald, der kostenlos seine fachkundige Anleitung und die Ausrüstung beisteuerte.

Trainer Judt bedankte sich herzlich bei Weber und dessen Schwester Ute, die ihre Freizeit für die Kinder opferten.

Das tat auch Videoprofi Rolf Klein aus Betzdorf-Bruche, der das Geschehen für die Kinder per Unterwasserkamera dokumentierte.

Oberolm/Kreisgebiet (ROSE).

Einen beachtlichen 4.

Platz erreichte die zehnjährige Betzdorferin Anna Carina Schäfer bei den Gaumeisterschaften des ADAC-Wettbewerbs "Sicher auf zwei Rädern".

Qualifiziert hatte sie sich als Gruppenerste bei einem Turnier in Katzwinkel, das die dortige Jugendschwimmgruppe seit Jahren veranstaltet und fest ins dörfliche Leben integriert hat.

Voller Enthusiasmus waren die Katzwinkler Qualifikanten mit Eltern und Geschwistern nach Oberolm (bei Mainz) zur Rheinland-Gaumeisterschaft gefahren; drei Qualifikanten vom Brachbacher Zweiradturnier schlossen sich an - mit 35 Mann Besatzung startete der eigens gecharterte Reisebus in Richtung Landeshauptstadt.

Insgesamt 329 Kinder hatten sich als lokale Gruppenerste für die Gaumeisterschaft qualifiziert; etwa 250 davon nahmen in Oberolm teil.

Eine Großveranstaltung, bei der so mancher kleine Westerwälder weiche Knie bekam:

"Es gab viele Flüchtigkeitsfehler", resümiert Trainer Gerhard Judt, "die Nervosität hat uns einen Streich gespielt."

Dennoch erreichten die heimischen Teilnehmer in den einzelnen Altersklassen noch weitere gute Plazierungen:

Sascha Blecker (Scheuerfeld) und Tobias Hauptmann aus Mudersbach belegten jeweils einen 12.

Rang.

Noch besser plaziert, dafür ein bißchen enttäuscht war Conny Fritzen aus Katzwinkel.

Sie wollte es ihrer Schwester Constanze nachtun, die 1992 Gau-Vizemeisterin geworden war - erreichte aber aus Nervosität "nur" einen 10.

Platz.

Das nächste Mal soll es insgesamt besser laufen, so Trainer Judt, "da wollen wir abräumen - und damit beweisen, daß auch die Westerwälder gut radfahren können!" Dafür wird nun extra ein Parcours gebaut, auf dem einmal pro Woche trainiert werden soll.

"Das letzte Mal haben wir nur viermal geübt, das war zuwenig."

Um die Nervosität abzubauen, wird außerdem auch vor Publikum trainiert - "wichtige Leute, zum Beispiel Polizisten", so Judt, "werden zuschauen."

Judt dankte der Katzwinkler Barbara-Grundschule, die das Parcoursfeld zur Verfügung stellt.

Ein weiteres Dankeschön geht an den Friedewälder Tauchlehrer Bernd Weber:

Als Belohnung für die Kinder, die sich in Oberolm alle redlich mühten, wird er ihnen kostenlos die Möglichkeit eröffnen, einmal mit Sauerstoff zu tauchen (Bericht folgt).

Von allen Katzwinkler Qualifikanten erreichte Anna Carina Schäfer (vorne rechts) die beste Plazierung bei den Gaumeisterschaften.

28.

August 1994:

Betzdorf.

(fr) "Kommt her - macht mit!" Unter diesem Motto stand das Sommerfest im Betzdorfer Altenzentrum St.

Josef.

Dem Aufruf folgten, bei strahlendem Sommerwetter, Hunderte.

Das Fest begann mit einem Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche, den der Kirchenchor St.

Ignatius und die Barock-Bläsergruppe mißgestalteten.

Danach zog man zum Altenzentrum, wo eine Tombola mit 2.500 Preisen und zahlreiche kulinarische Genüsse warteten.

Aber auch für Auge und Ohr wurde viel geboten.

Die Betzdorfer "Rentnerband"spielte zu Kaffee und Kuchen, draußen auf einer Bühne traten Gruppen auf:

Gitarren-AG der Siegener Glück-Auf-Schule, Ballettkinder von der Tanzschule Tuppeck, spanische Tänzer aus Siegen - und eine Tanzgruppe des Altenschutzbunds Solidar.

"Der Besuch war bestens", freute sich Altenzentrums-Mitarbeiter Dipl.-Soz.Päd.

Frank-Ulrich Kron.

Der Kirchenchor, die kfd und viele weitere ehrenamtliche Helfer sorgten dafür, daß die Besuchermassen versorgt wurden.

Unter der Unterstützern war auch eine Betzdorfer Eisdiele, die Eis gespendet hatte.

Der Erlös des Fests kommt übrigens den 125 Bewohnern zugute:

Er soll dafür verwandt werden, das Altenzentrum ans Kabelfernsehnetz anzuschließen.<- Bilder:

Ballettkinder Tuppeck Tanzgruppe Altenschutzbund 22.

Aug 94:

Alsdorf.

Ihre vielen großen Veranstaltungen könnte die VSG Alsdorf nicht durchführen - hätte sie nicht zahlreiche Menschen in ihren Reihen, die beim Wandertag und den Läufen als freiwillige Helfer fungieren.

Um dieses Engagement zu würdigen, entschloß sich der Verein bereits in seinem Gründungsjahr, als kleines Dankeschön eine Familienfeier mit Tombola und Spielen zu veranstalten.

Am Wochenende war es wieder soweit:

Das 14.

Familienfest fand an der Grillhütte statt.

Die VSG wäre indes nicht die VSG, wäre nicht vorher gewandert worden - sechs Kilometer spazierten die Teilnehmer von der Turnhalle über den Alsberg nach Betzdorf zurück nach Alsdorf.

An der Grillhütte gab`s dann für die Kinder einen großen Spielewettbewerb, organisiert von Gabi Werthenbach, Brigitte Anke und Jürgen "Charly" Neumann.

Die vier Spieldisziplinen - auf Clown- und Affen-Figur werfen, Hulahoop-Reifen-Dauerschwingen, Eimerzielwurf und Verwandte fotografieren - gewann der kleine Christian Forstreuther.

Unter strahlendem Himmel und bei Erbsensuppe sowie Steaks vom Grill feierten dann noch alle tüchtig weiter.

Die Veranstalter waren mit der Teilnehmerzahl von 150 sehr zufrieden.

Als nächste Aktion steht bei der VSG Alsdorf der Herbstwaldlauf auf dem Programm:

Am 17.

September wird ein Halbmarathon von der Lipper Höhe aus gelaufen.<- Verlierer gab`s beim Spielewettbewerb keine:

Jedes Kind bekam einen Preis.

3.

Juli 94:

Betzdorf.

(fr) Betzdorf war im Fernsehen:

Drei Tage lang machte der Südwestfunk "Spaß auf der Gass".

Die "Gass" war der Schützenplatz, kirmesmäßig geschmückt - und der Spaß begann bereits am ersten Abend mit Top-Künstlern:

Die deutschen Beat-Veteranen "The Rattles" um Achim Reichel traten auf, danach spielte - kabarettistisch unterbrochen von dem Türkenepigonen Helmut F.

Albrecht ("Allo Chefe!") - die sehr angesagte Beatles Revival Band.

Die Betzdorfer nahmen den Gass-Spaß an:

Der Schützenplatz war, bei freiem Eintritt, knallvoll.

Weniger los war am zweiten Tag, die geplanten "Spiele zum Mitmachen" fielen mangels Besuchern aus.

Doch am Abend war es dann soweit:

Die Verbandsgemeinde Betzdorf wurde im öffentlich-rechtlichen Fernsehen präsentiert, gesponsert von einer nordrhein-westfälischen Brauerei im SWF-"Glaskasten".

Doch ausgerechnet zur Sendezeit spielte die deutsche Mannschaft im Achtelfinale der Fußball-WM - live auf einem anderen Kanal ...

Viele werden verpaßt haben, wie eine sprechende Plüschfigur Betzdorf vorstellte:

"Ohne die Eisenbahn gäbe es Betzdorf gar nicht!" In der dichtbesiedelsten Verbandsgemeinde in Rheinland-Pfalz, hieß es weiter, "fühlt man sich fast wie auf dem Dorf."

Der Wochenmarkt wurde herausgestellt - und immer wieder die Eisenbahn.

Die Bundesbahn als Arbeitgeber habe zwar "ihre Pforten geschlossen", doch die Tradition werde hochgehalten:

Beim Renovieren einer Dampflok wurden die Eisenbahnfreunde gezeigt.

Weiterhin erfuhr der Fernsehzuschauer, daß es in Betzdorf Europas größte "Rasenversuchsanstalt" gebe.

Experimente auf dem 25.000-Quadratmeter-Arreal waren zu sehen:

Auf der Testwiese bewegte sich ein Walzenfahrzeug - mit Fußballstollen ausgestattet.

Der WM-Final-Rasen von 1990 stammt aus Betzdorf.

Danach wurde noch ein Lied vorgetragen, das aus der Feder von Komponist Robert Götz stammt (auf dem Struthof geboren).

Der Höhepunkt schließlich gestern abend:

Ein Städtewettkampf "Heidenheim gegen Betzdorf", das live über den Sender ging (Bericht folgt).<- "Spaß auf der Gass" machte auch ein Clown aus Essen - doch manch kleinem Besucher war der wild geschminkte Clown "Bärchen" nicht ganz geheuer.

11.5.94:

Kirchen.

(fr) Als Kleintierhalter mußten sich die Kirchener Sozialdemokraten tarnen:

Offiziell sprachen sie über Kaninchenzucht - in Wirklichkeit aber diskutierten sie Politisches.

Dies eine Begebenheit aus der dunkelsten Zeit des Kirchener SPD-Ortsverbands, als er nach Hitlers Machtergreifung verboten war.

Gegründet wurde der Verband vor nun genau 75 Jahren.

Es war ein Wahljahr, 1919, und bei diesem Urnengang zur Verfassunggebenden Nationalversammlung erreichten die Kirchener Sozialdemokraten 1.187 von 7.181 Stimmen.

Das entsprach 16,5 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Und dies, obwohl die SPD auf Reichsebene sieben Jahre zuvor zur stärksten Partei geworden war.

Auch in den Nachkriegsjahrzehnten war Kirchen stets von der CDU dominiert:

Bei den Landtagswahlen zum Beispiel konnte die SPD erst 1991 die Christdemokraten knapp überholen.

Auf Gemeindeebene jedoch gelang dies den Kirchener Sozialdemokraten bis heute nicht.

Dennoch errangen sie am 29.

Juni 1992 den größten Triumph in der 75jährigen Geschichte des Ortsverbands:

Mit Günter Schönhof wurde in Kirchen erstmals ein sozialdemokratischer Bürgermeister vereidigt.

Vier Wochen später war auch die Funktion des Ortsbürgermeisters erstmals in SPD-Hand:

Dr. Albert Wittine errang das Amt - allerdings durch Losentscheid.

Daß auf solche Erfolge ein Dreivierteljahrhundert gewartet werden müßte - ob das Karl Söhngen ahnen konnte, als er 1919 den Ortsverband ins Leben rief? Der Schlosser führte die Kirchener Sozialdemokraten in harten Zeiten, als es ihnen beispielsweise verboten war, zu ihren Versammlungen Stöcke oder Schirme mitzubringen.

Bis heute erhalten ist ein Relikt aus jenen Tagen:

die Reichsbannerflagge der Freusburger Genossen.

1926 wurde sie beimRepublikanischen Tag in Altenkirchen geweiht.

Und ihre Farben waren Schwarz-Rot-Gold - ein Symbol des Widerstands gegen undemokratische Kräfte, die bekanntlich Schwarz-Rot-Weiß benutzten.

So mußte die Fahne im Zweiten Weltkrieg von mutigen Sozialdemokraten versteckt werden.

Das übernahm u.a. Paul Koch aus Kirchen:

Er verwahrte das Banner im Bett - unter seiner Matratze.<- Der Gründer und Ehrenvorsitzende des SPD-Ortsverbands Kirchen:

Karl Söhngen (1882 - 1970) 6.12.94:

(ros) BETZDORF.

Das 1.

Betzdorfer "Anti-Festival gegen Gewalt und Fremdenhaß", von jungen Musikern auf die Beine gestellt, war mit 340 Besuchern ein guter Erfolg - und unter dem Strich blieb sogar ein Erlös übrig, der nun aufgerundet gespendet wurde.

Über die 700 Mark kann sich die Organisation "Synanon" freuen, die Drogenabhängigen hilft.

Und zwar Süchtigen aus allen Erdteilen, die gemeinsam von der Droge loskommen.

"Sucht ist länderübergreifend", so Synanon-Mitarbeiter Frank von Kneten bei der Spendenübergabe.

Oftmals könnten Flüchtlinge vor der Abschiebung gerettet werden, weil sie sich bei Synanon einer Therapie unterziehen.

Von Kneten, der aus Betzdorf stammt, kennt selbst eine kroatische Mutter mit Kind, "die ausgewiesen worden wäre, wenn sie nicht bei uns untergekommen wäre."

Synanon-Mitarbeiter Frank von Kneten (rechts) freute sich über die 700-Mark-Spende in bar, die ihm Festival-Hauptorganisator Oliver Gritschke (Mitte) stellvertretend überreichte.

Rechts im Bild der Musiker Carlo Weller, Bassist bei der Betzdorfer Band "Mortal Wrath".

1.1.95:

1.030 Mark spendete jetzt der heimische Kinderchor "Sue & die Ministars" an die Siegener Kinderklinik.

Die 11 Kinder aus Betzdorf, Katzwinkel und Scheuerfeld, zwischen vier und zehn Jahre alt, hatten das Geld durch Benefiz-Konzerte und eine Tombola zustandegebracht.

Ihre Spende wird krebskranken Kindern zugute kommen - "Kinder helfen Kindern", freute sich die Chorleiterin, Sängerin Sue Helm aus Betzdorf.

Sie bedankte sich herzlich bei allen Geschäftsleuten, die Preise für die Tombola zur Verfügung gestellt hatten.

10.1.95:

KREIS ALTENKIRCHEN.

(rose) Sie sind die einzige Frauenband im Kreis Altenkirchen - und auch sonst ganz besonders:

"Lily of the Valley".

Erst vor einem Jahr gegründet, können sie bereits mehrfache Radioeinsätze und einen Videoclip-Auftritt im Fernsehen vorweisen.

Und beim größten Nachwuchsfestival im Kreis, dem Betzdorfer Rockforum, verzauberten die jungen musikalischen Damen das Publikum.

"Lily of the valley", das sind Eva Risch, Franziska Voigtländer sowie die Almersbacher Pfarrerstöchter Daniela, Anke und Carolin Kaul.

Die älteste ist gerade mal 23 Jahre alt - und die jüngste gab der Band ihren Namen:

Schlagzeugerin Carolin "Lily" Kaul war bei Bandgründung 15 Jahre alt, saß vor ihren Drums wie in einem Tal.

Eigentlich bedeutet "Lily of the valley" jedoch nicht "Lily vom Tal", sondern "Maiglöckchen".

Und auch damit können sich die Damen identifizieren:

"Diese kleinen Blumen wachsen im Frühling durch den Schnee.

Klein und zierlich - aber trotzdem stark ..."

Stark wollen sie sein, selbstbewußt ihre Musik machen, die sie als ungewohnte Mixtur aus Klassik, Pop, Folk und Rock entstehen lassen.

Gesungen wird über Frauenthemen wie Abtreibung und die Männerwelt.

"Aber eine Emanzenband", betonen sie, "sind wir nicht!" Warum dann ausschließlich Frauen in der Band? Die Antwort:

Es mache einfach mehr Spaß, als reines Damenteam.

Witze würden "direkt verstanden".

Außerdem könne man unter Frauen Gefühle ehrlicher zeigen.

Und die Gefühle werden zu manchmal aggressiver, manchmal melancholischer Musik - und zu Texten, die nicht nur gegen Krieg und Technikherrschaft sprechen, sondern auch über mystische Themen und indianische Naturphilosophien.

Sogar Märchen singen die fünf jungen Frauen.

In einem Song verwandelt beispielsweise eine Hexe den Prinz in einen Hund.

Mit diesem Lied namens "Babayaga" (polnisch für Hexe) schafften die Westerwälderinnen auch den Sprung in die SWF-Fernsehsendung "Na und?", wo sie ein entsprechendes Video dazu vorstellen durften.

Das war der bisherige und beachtliche Höhepunkt einer erst kürzlich gestarteten Musikkarriere.

Vielbeachtete Auftritte auf Festivals und in Festhallen, mehrmals im Radio - was sind die nächsten Ziele? "Wir lassen alles auf uns zukommen", meinen die Damen bescheiden, "wir machen Musik aus Freude und Leidenschaft.

Wir wollen leben - und alle dazu ermutigen!" Die "Lilys" vor ihrem Auftritt beim Betzdorfer Rockforum.

Im Bild von rechts:

Daniela und Lily Kaul, Eva Risch, Anke Kaul und "Gaststar" Heidchen Mattes.

Vorne im Bild Franziska Voigtländer. 15.1.95:

WISSEN.

RO.

Die Wissener Mädchen können tanzen - und wie:

Bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften im Gardetanz räumten sie drei Meistertitel und vier Vize-Meisterschaften ab.

Vor heimischen Kulissen in der Wissener Hauptschulturnhalle siegte der Tanzsportclub "Weiß-Rot" Wissen im Gardetanz Marsch in der Jugend- und Hauptklasse.

Darüber hinaus wurde Simone Leymann vom TSC neue Rheinland-Pfalz-Meisterin im Solotanz (Hauptklasse).

Sie verwies ihre Vereinskameradin Alexandra Franke auf Platz 2.

Weitere Vizemeisterschaften errangen die TSC-Mini-Garde (Schüler Gardetanz Marsch) und die Jugend der KG 1856 Wissen (Gardetanz/Polka und Schautanz).

Einen dritten Platz konnte sich Jessica Puligheddu (KV Scheuerfeld) im Jugendsolo ertanzen.

Die frischgebackenen Rheinland-Pfalz-Meister vom TSC Wissen.

8.2.95:

(fr) Wahnsinns-Stimmung beim Hallenfußballturnier der Kirchener Ortsteile (die WR berichtete):

Die Kicker vom Kirchener Rißfeld - die "Rißfeld Rangers" - hatten sogar junge Fans dabei, die "Rangers"-Fahnen schwenkten, am Ende die Sekunden zählten und nach dem 3:0-Finalsieg ihres Teams den Platz stürmten.

Zuvor hatten sie die drei Tore gegen Endspielgegner Schwelbel bejubelt:

Gerhard Stahlen traf gleich zweimal, einmal Knut Meinert - übrigens Pressewart des Veranstalters, des Kirchener Freizeitsportvereins (FSV).

Während das Betzdorfer Hobby-Hallenkicker-Turnier (mit "Werksmannschaften") nicht mehr stattfindet, soll das Kirchener Ortsteilturnier in selber Halle, laut Ausrichter FSV, im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederholt werden.

Man darf sich drauf freuen.

9.2.95:

Flammersfeld.

(fr) Pietätlose Peinlichkeit der Altenkirchener Kreisverwaltung:

Mit dreivierteljähriger Verspätung verschickten die Beamten einen Gebührenbescheid - der Empfänger war mittlerweile tot.

Obwohl die Geldforderung - weiterer Patzer - auf "DM 0" lautete:

Für die Frau des Verstorbenen, weiß der Kreistagsabgeordnete Gerd Dittmann, "war das eine ziemliche Aufregung."

Die Witwe, die im Raum Flammersfeld lebt, ist über 70.

Der Bündnisgrüne Dittmann fordert, daß die Verwaltung sensibler vorgeht und beim "Datenabgleich" besser aufpaßt.

Versuchter Griff in die Geldtasche eines Toten - die verantwortlichen Staatsdiener bezeichnen dies als "technisches Versehen, daß mittlerweile abgestellt ist".<- 11.2.95:

(ros) WISSEN.

Ein weithin einmaliges Projekt startete im Kreis Altenkirchen:

der "Kreis-Jugendbeirat" - Schüler beraten den Kreistag.

Die älteste Abgeordnete des jungen Parlaments kommt aus Wissen:

Mandra Schmitt, 21.

Entsandt von der Berufsschule Wissen, wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Und wartet nun gespannt, ob der Jugendbeirat mehr ist als eine Spielwiese.

"Hoffentlich können wir mehr bewegen als der Schülerkreistag", resümiert Schmitt die jüngste Kreistagssitzung - bei der die Vorschläge dieses ähnlich gearteten Gremiums zum größten Teil abgelehnt wurden.

Bereits seit fünf Jahren engagiert sich Mandra Schmitt als Schülervertreterin.

Die verschiedenen Fachbereiche der Wissener Berufsschule wählten sie zu ihrer gemeinsamen Schülersprecherin - und, mit Andreas Bau als Stellvertreter, in den Kreis-Jugendbeirat.

"Ich finde diese Einrichtung total sinnvoll", so Mandra Schmitt, "und die erste Sitzung hat gezeigt, daß wir alle bereit sind zu arbeiten."

Doch Bereitschaft erwartet sie auch von den erwachsenen Landkreisabgeordneten.

"Unser Engagement darf nicht in den Schubladen landen.

Davon sei es abhängig, erklärt die angehende Erzieherin Schmitt, "ob der Jugendbeirat engagiert und effektiv arbeiten kann."

12.2.95:

Lieber Jens! Leider war ich zu spät zu Hause (15.30 h), um Dich noch zu erreichen.

Und jetzt bin ich in der Sauna (Pech!) Ich hoffe, Text und Negative sind ok.

Wir müssen unbedingt noch mal rauchen und flippern und labern! Montag 10 h habe ich Termin, versuche dich mittags zu erwischen (hoffentlich klappts!) So, nun bin ich schon wieder 8 Minuten zu spät und muß Betzdorf.

"Die Mauern der Stadt werden erzittern."

Mit diesem Versprechen hatte der Betzdorfer Kulturverein Lokschuppen die Doors-Epigonen "Back Doors Man" präsentiert.

Die Mauern in Betzdorf wackelten jetzt zwar nicht, dafür aber im Kolpinghaus die Wände - und Beine:

Völlig betört tanzten an die 150 Doors-Fans im katholischen Pfarrzentrum.

Die "Back Doors Man" spielten den Sound technisch perfekt nach, der Sänger sang täuschend ähnlich.

Auch nach einem brillanten Nachspiel von "The End" war noch nicht Ende - die Betzdorfer Zuhörer waren bereits abgedreht und wollten immer mehr.

Unter dem Strich:

Die Kopie hatte zwar nicht so viel Charisma wie das Original - doch der einzigartigen Gestalt von Jim Morrison nachzueifern, ist wohl schlicht unmöglich.

Er war halt einzigartig.

6.3.95:

Auch in Hamm formiert sich nun der SPD-Nachwuchs:

In der Gaststätte "Birkenhof" wurde jetzt eine Hammer Juso-AG gegründet.

Bei ihrem ersten Treffen wählten die Jungsozialisten noch keinen Vorstand; stattdessen informierten sie sich bei hochrangigen Jusos aus dem Kreis, die die Gründungsveranstaltung besuchten, über mögliche Aktionen.

Viele Anregungen gab die stellvertretende Kreisvorsitzende Illona Fendrich von der sehr aktiven Juso-AG Betzdorf.

Die Juso-AG trifft sich das nächste Mal am 26.

März im Hammer Birkenhof.

Ab 10.30 Uhr sollen dann ein Vorstand gebildet und erste Aktionen geplant werden.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen; Infos bei Thomas Franke, Telefon 02682/6626, und Larissa Seelbach (Tel.

02682/8218).<- 6.3.95:

Niederfischbach.

RO.

62 der 63 anwesenden Mitglieder schrieben "Josef" auf ihren Wahlzettel - in eindrucksvoller Geschlossenheit bestätigten sie damit den Kreisvorsitzenden der Jungen Union (JU)im Amt.

Die über 500 Mitglieder starke politische Jugendorganisation bleibt unter Führung von Josef Rosenbauer.

Die Wiederwahl fand statt beim JU-Kreistag im Niederfischbacher Hotel Köhler.

Es gab weder einen Gegenkandidaten noch eine Gegenstimme - und die einzige Enthaltung bei der geheimen Wahl kam von ihm selbst:

Rosenbauer kann eine 100prozentige Zustimmung für seine Tätigkeit verbuchen.

Lob gab es zudem von einer Vertreterin des Landesvorstands, die dem JU-Kreisverband eine hohe Aktivität bescheinigte.

Im Landesvorstand sitzt auch, als Beisitzer, der Niederfischbacher Josef Rosenbauer.

Das Kreistagsmitglied aus dem rheinland-pfälzischen Randgebiet sollte nach eigenen Angaben gar Landesvorsitzender der JU werden - doch verzichtete:

Er will in den Landtag.

Der 29jährige wird als einziger Kandidat aus den Reihen der Jungen Union antreten.

Dagegen habe es "in den letzten Wochen Attacken gegeben", so Rosenbauer - "es war heftig."

Die JU-Kollegen stärkten ihm nun den Rücken, nicht nur mit der deutlichen Wiederwahl.

Alle hoben beim JU-Kreistag zudem die Hand zum "Ja", als es um die Frage ging:

"Wollen wir Josef unterstützen?" In den Landtagswahlkampf wird Rosenbauer übrigens aller Voraussicht nach als "Dr. Rosenbauer" einziehen:

der Arzt, momentan als Chirurg in Kredenbach (bei Kreuztal) tätig, bekommt bald seinen Doktortitel.

Beim Junge-Union-Kreistag standen noch weitere Wahlen auf dem Programm.

Als stellvertretende Vorsitzende nominiert wurden Joachim Brenner (61 von 63 Stimmen) und Andreas Schultheiß (41 Stimmen); das neugeschaffene Amt des Geschäftsführers übernimmt der Wissener Einzelhandelskaufmann Dirk Leidig (59 Stimmen).

Neue Schriftführerin ist Rebekka Müller, die Kasse prüfen nun Kerstin Stricker und Frank Schwan.

Als Beisitzer wurden gewählt:

Sandra Baldus, Peter Imhäuser, Markus Rödder, Christian Schwenk, Rainer Weber, Corinne Senner und Markus Schmidt.

Die Wahlurne, ein Eimer mit aufgeklebter Deutschlandfahne, wurde in Eintracht gefüllt - bei den wichtigen Posten gab es keine Kampfabstimmungen.

Auch die Aussprache brachte kaum Kritik an der Führung zutage.

Ehrengast Michael Lieber von der CDU-Kreistagsfraktion lobte:

"Eine solche Geschlossenheit habe ich selten erlebt.

Dieser Kreisverband ist intakt - und da steckt Power drin!"<- 23.3.95:

WESTERBURG/KREISGEBIET.

(rose) Ein ganz besonderes Bildungsangebot wird neuerdings im Kreis Westerwald offeriert:

ein Flirt-Kurs.

Eine - regional einzigartige - "Flirt- und Kontaktschule" öffnet am 1.

April.

"Kein Aprilscherz", sagt "Schuldirektor" Jürgen Umlauf:

"Das Spiel mit dem ,erotischen Touch` will gelernt sein."

Schüchterne können lernen, harte Hemmungen zu überwinden - und für fortgeschrittene Flirter gibt's den Feinschliff vom Fachmann.

Flirt-Trainer Jürgen Umlauf, 26:

ein Aufriß-Experte? "Eigentlich", gesteht er, "bin ich ein eher introvertierter Mensch."

So weiß er, was beim ersten Kontakt Probleme macht - und auch, durch flirttheoretische Kenntnisse aus der Kontaktpsychologie, wie man sie überwindet.

Der langjährige Verkaufstrainer, der sich derzeit zum Psychotherapeuten ausbilden läßt, will sein Wissen jetzt weiträumig weitergeben.

Anfragen gebe es genug.

"Die Volkshochschule Bad Marienberg nimmt den Kurs im zweiten Halbjahr in ihr Programm", so Umlauf, "und die Resonanz ist so gut, daß wir das Training im Westerwald-Kreis am 8.

April beginnen können."

Es findet im Westerburger Hotel "Deynique" statt.

Bis hinauf nach Lüdenscheid hat er Flirtschul-Standorte geschaffen:

In Hotels und an Volkshochschulen wird das zwischenmenschliche Kunsthandwerk gelehrt.

Und das vornehmlich in Ein-Tages-Kursen mit Rollenspielen und Videokontrolle.

Für 230 Mark erfahren die Anwärter aufs "Flirtdiplom" einiges über moderne Umgangsformen, effektive Körpersprache, die "interpersonelle Attraktion - wer mag wen warum?" Und schließlich "Goldene Regeln der (Flirt-) Kommunikation".

Für die Leser der WESTERWÄLDER ZEITUNG verrät der Flirtlehrer einige Tricks.

Einer der wichtigsten Tips:

"Allzeit flirtbereit sein!" Die besten Gelegenheiten, so Umlauf, "ergeben sich nämlich im Alltag, ob in der Bäckerei oder an der Tankstelle."

Viele Menschen würden sich diese Chancen entgehen lassen, weil sie ihr Flirten auf gewisse Situationen beschränken und schematisieren:

"Duschen - und ab in die Disco."

Flirt ist immer möglich.

Und am besten, wenn die Einstellung auf "positiv" justiert ist.

Flirttrainer Umlauf, der vor fünf Jahren die "j.u.

akademie - institut für positive lebensgestaltung" in Mudersbach (Kreis Altenkirchen) gründete:

"Man ist das, was man denkt.

Und wer über das Elend in der Welt grübelnd dasitzt, wirkt kaum anziehend."

Standardsprüche auch nicht, eher so etwas wie "Hast du eine Waschmaschine?" Der Spaß kommt in der Flirtschule nicht zu kurz - und kann noch weitergehen:

Die diplomierten Flirter werden zu lockeren Treffen eingeladen, die alle zwei Wochen stattfinden.

Dann können die hoffentlich eintretenden Erfolgserlebnisse ausgetauscht werden.

Damit es dazu kommt, sollte man sich beim Flirten bewußt sein:

"Nicht jeder mag jeden."

Es gehört einfach dazu, daß das Gegenüber mal den berühmten "Korb" flechtet.

Angst vor dem Abblitzen hemmt jedoch viele, zu wenig Selbstvertrauen kommt hinzu.

Das kann hart sein - darum "nehme ich die Schüler und ihre Probleme sehr ernst", betont Trainer Umlauf.

In ganz schwierigen Fällen offeriert er darum auch ein dreitägiges Einzeltraining.

Das kostet dann 510 Mark - und dafür begleitet der "Meister" den Flirtschüler sogar in die "freie Wildbahn".

Unter Umlaufs persönlicher Aufsicht und Anleitung wird dann im echten Leben erprobt, wie man auf der "Piste" am besten fährt.

Flirtlehrer Umlauf (mit Co-Trainerin Groß aus Freudenberg):

"Eigentlich bin ich introvertiert."

Eigentlich - doch wenn es ans Flirten geht ... 27.3.95:

Daaden/Hamburg.

(fr) Den hauptamtlichen Jugendpfleger der Verbandsgemeinde Daaden, Thilo Heß, gibt's jetzt bundesweit auf CD:

Die Heavy-Metal-Band "Favourite Son" ("LieblingsSohn") hat nun ihr Debutalbum veröffentlicht - mit Jugendpfleger Heß an der E-Gitarre.

Aufgenommen wurde er im Hamburger Delta-Studio, wo schon Accept, Alan Parson`s Project, Lou Reed und Pink Floyds Nick Mason gastierten.

Eine renommierte und große Firma - Warner/Chappel - bringt die CD auf den Markt.

Die Band besteht schon seit zwölf Jahren, war früher bekannt unter dem Namen "Exec Justice" - auch zwischen Sieg und Westerwald, wo sie unter anderem beim Betzdorfer Rockforum 1992 aufspielte.

Eine Demo-Aufnahme erntete bereits vor sechs Jahren "viel positive Kritik bei der nationalen und internationalen Presse", erinnert sich Heß.

Und nun die CD, namens "Beating the bell" ("die Glocke schlagen").

Die Band bezeichnet ihre Musik als Erweiterung des progressiven Metal "um eine ungewöhnlich eigene Richtung:

Songs voll fesselnder Spannungsbögen mit geheimnisvoll packender Atmosphäre, unkonventionelle Melodien und ein auffallend hohes künstlerisches Niveau."<- "Favourite Son" mit dem Daadener Jugendpfleger Thilo Heß (rechts) 1.4.95:

Betzdorf.

(fr) "Wer", fragte Jürgen Drews in Betzdorf, "will mir das Hemd aufknöpfen?" Ruckzuck stand eine Zuhörerin auf der Stadthallenbühne - und kaum hatte sie dem Mann das Oberteil geöffnet, bekam sie auch schon ihre Belohnung:

ein echtes Bussi vom Schlagerstar.

An die 300 Damen, überwiegend im mittleren Alter, hatte es zum Schlagerabend gezogen.

Star, neben Sänger "Ibo", war Jürgen Drews ("Ein Bett im Kornfeld").

Und der - obwohl mittlerweile nicht mehr der jüngste - brachte den Saal zum Toben.

Die Lightshow war bescheiden, die Band fiel nicht auf.

Doch Drews genügte.

Das Kreischen drang wirklich bis auf die Straße, als der Profi seine Show hinlegte:

Hit auf Hit, garniert mit einem sympathischen Lächeln und mannesstolzen Posen.

Das wirkte.

Als Drews dann sagte, der nächste Song habe seinerzeit die Geburtenrate in die Höhe getrieben - da gab`s endlich den Kornfeld-Hit und kein Halten mehr ...

Im Vorfeld hätte man den Schlagerabend, der sich in die Nacht zum 1.

April hinzog, fast für einen Aprilscherz halten können.

Denn Plakate klebten kaum in Betzdorf, die Presse war nur spärlich informiert - und als Veranstalter wurde ein "Chaos e.V."

genannt.

Eine Ente? Des Rätsels Lösung:

Kein professioneller Kommerz-Veranstalter war dafür verantwortlich - sondern ein kleiner, frisch gegründeter Kulturverein ("für den Erhalt des deutschen Schlagertums") aus dem hohen Westerwald.

"Chaos e.V."

nennt sich der Verein aus Norken, da seine erste Veranstaltung, in einer Westerwälder Disco, total chaotisch ablief.

"Vom Licht über den Sound bis zu den Künstlern - es ging einfach alles daneben", erinnert sich der Vereinsvorsitzende.

Er will, wie die anderen sechs Mitglieder (sieben Mitglieder sind für eine Vereinsgründung mindestens nötig), nicht mit Namen in der Presse stehen.

Weil - soviel darf verraten werden - der Verein aus einer einzigen Norkener Familie besteht, nennt sich der Vorsitzende schmunzelnd "Chaos Senior".

Die Veranstaltung in Betzdorf, die zweite des Vereins, lief glücklicherweise nicht chaotisch, sondern reibungslos.

Mit der Besucherinnen-Zahl war Chaos Senior jedoch nicht so ganz zufrieden:

"Es könnte voller sein."

Mit mehr Werbung wäre es das sicher gewesen - man darf auf die nächste Veranstaltung gespannt sein.

Die, verriet "Chaos Junior", ist schon in Planung.<- Coup des Chaos e.V.

- die Norkener präsentierten Stars in Betzdorf.

Im Bild Ibo an der Foyer-Theke der Stadthalle, stolz umringt von "Chaos Junior" (links) und "Chaos Senior" (rechts).

5.4.95:

(ros) WISSEN/KREISGEBIET.

"Was nutzt der Klima-Gipfel, wenn der engagierte Bürger vor Ort nicht weiß, wie er es machen soll?" Beratungsangebote und Fachliteratur gebe es zwar, so die Wissener Umweltberaterin Waltraud Oertel, "doch bis der Einzelne endlich die nötigen Informationen zusammen hat, wird oft viel Zeit und Geld verschwendet."

Das soll sich im Kreis Altenkirchen ändern - durch die neue Initiative "Pro Energie und Umweltschutz".

Die private Initiative wurde in Wissen gegründet, um dem Bürger einen Überblick zu geben, wo er sich über welche Dinge wie informieren kann.

Pro Energie und Umweltschutz will vorhandene Informationen bündeln und praxisnahen Erfahrungsaustausch pflegen.

"Ob Sonnenkollektoren, Windkraftanlagen oder das Nutzen der Wasserkraft - der Einzelne ist engagiert", so Initiatorin Oertel, "doch schon bis er seinen Energiebedarf und Einsparpotentiale kennt, muß er viel Zeit investieren.

Wird dann mit dem Bau begonnen, sind regionale und überregionale Fördermittelwege oft schon verschlossen.

Hier fehlt der Überblick über die Angebote, Auflagen und Zuschüsse."

Um diese Lücke zwischen Sieg und Westerwald zu schließen, hat Oertel, als Umweltberaterin unter anderem schon für den Hauptverband des Deutschen Einzelhandels tätig, die Initiative ergriffen.

"Pro Energie und Umweltschutz wird umso effektiver", betont sie, "je mehr Fachleute und interessierte Bürger sich anschließen."

Info:

Waltraud Oertel, Marktstraße 13, 57537 Wissen, Telefon und Fax (0 27 42) 51 62.<- 12.4.95:

FREUSBURG.

RO.

Viele außergewöhnliche Künstler aus aller Welt sind schon in der Musikkneipe unter der Freusburg aufgetreten.

Doch was Kulturschaffende aus Brachbach, Herdorf und Kirchen hier jetzt zeigten, war wahrlich einmalig:

"Zieh hdgius nbndu jkhjl kja g( hschtr bdag dag - la la la ..."

Dies ist die zweite Strophe des Songs "Damenwal" der Gruppe "Coca Brikett".

Jutta "Kuckuck" Hommringhausen, ihre bezopfte und bebrillte Sängerin verteilte den Text - zum Mitsingen ...

"Coca Brikett" schrammeln schräg auf Instrumenten aus Abfall - Flamenco, Hardrock und Lieder aus der Sesamstraße.

Dazu bringen sie abgedrehte Comedy, nutzen jede Chance zum verbalen Blödeln.

Und das symphatisch-dilettantisch - wenngleich sie Erstaunliches aus unmöglichem Musikgerät zaubern und der Drummer, Jürgen "Heavy Simpson" Simon aus Kirchen, kein schlechter ist.

Improvisieren können sie auch.

Als sich der Herdorfer "Madman Gießkanne" (Matthias Moll) die Lippe blutig stürzte, wollte sein Kirchener Kollege Ketchup "auch mal beißen!" Bei einem Kleinkunstfestival in Montabaur hatte Moll das Programm sogar noch souverän durchgezogen, nachdem er auf der Bühne in einen Reißbrettstift getreten war.

Einer der Highlights im neuen Programm:

Die "Ritter der Tafelschokolade", wo "Ritter Sport" mit "Lord Extra" kämpfte - gegen "Lady Shave" ...

*** Riesenstimmung im vollem Haus, Gag folgte auf Gag.

Als die Zuschauer jedoch nach zwei Stunden und zwei Zugaben mehr wollten, erteilte die Brachbacher Sängerin dem eine deutliche Abfuhr:

Sie streckte ihren Hintern ins Publikum - und sang "Geht, da ist die Tür!" Typisch Coca Brikett.

"Ketchup" aus Kirchen:

Markus Grigat, der Bassist der Briketts, zaubert auf einem zweiseitigen Besen-Bass.

24.4.95:

Wallmenroth.

RO.

Der Sportverein Wallmenroth als Rockkonzert-Veranstalter - dieses Experiment scheint nun beendet.

Das erste Heavy-Metal-Festival des SV hatte Verlust eingefahren, und auch jetzt, beim zweiten Versuch, verzeichnete man nur wenig mehr als 100 zahlende Zuhörer.

Und dies bei einer teuren Licht- und Musik-Anlage.

"Ein Plus werden wir wohl nicht gemacht haben", so Organisator Horst Weber vom Sportverein, "ob wir noch einmal ein Festival veranstalten, müssen wir nach der Schlußabrechnung entscheiden ..."

Woran es lag, weiß Weber nicht.

"Wir haben mehr Werbung gemacht als beim ersten Mal, klebten relativ früh 800 Plakate."

Vielleicht lag`s an der Auswahl der Bands.

"Mortal Wrath", die das Festival eröffneten, verfügen zwar über große lokale Zugkraft, doch für die jungen Fans der Betzdorfer Power-Metal-Band war der Eintrittspreis von 15 Mark sicher keine Kleinigkeit.

Die westfälischen "Soul Cages", die anspruchsvollen, vertrackten Metal präsentierten, konnten im Vorfeld zwar positive Pressestimmen sogar aus Japan vorweisen - doch sind im heimischen Raum total unbekannt.

Kein Unbekannter in der hiesigen Szene ist der überragender Sänger Jojo Weber, mit seiner Sleaze-Metal-Band "Mr.

Scary" in Wallmenroth.

Als Headliner und damit als letzter trat er an - vor kaum 50 Zuhörern in der großen Halle.

Fast schon eine gespenstische Szenerie.

Doch Sänger Weber gab alles, schaffte es sogar, daß ein wenig Stimmung aufkam.

Unter dem Strich:

Der Sportverein Wallmenroth veranstaltete erneut ein Festival mit vielen musikalischen Highlights - doch wieder ohne große Resonanz.

Was nun? "Wenn wir hier eine volkstümliche Hitparade durchziehen würden", scherzte Organisator Weber, "wäre die Halle sicher voll ..."<- Jojo Weber 2.5.95:

FREUSBURG.

(RO) Das letzte Konzert in der Freusburger Musikkneipe "Zur Burg" war so wie das erste, vor sechs Jahren - und ähnlich den meisten dazwischen:

speziell.

Funkigen Jazz, mit sonnigen Ausflügen ins südliche Amerika und Afrika, servierte die englische Bläser-Band "Zubop".

Die Briten beschreiben ihre Musik als "Worldbeat" - und den blies ein Daadener mit.

Als "special guest" wurde Jörg Schulte (Daaden) vom Zuschauerraum auf die Bühne befördert.

Als Schulte ("Ich war zufällig da") einige Takte mitspielte, war die Stimmung bereits im Stadium des Mittanzens angelangt:

Trotz ihres vertrackten, anspruchsvollen Sounds gelang es der britischen Band per Bläser-Power, unter der Freusburg für Wallung zu sorgen.

"Zubop"-Zuhörer waren indes recht wenige da.

Überraschend besonders angesichts der Tatsache, daß es wohl das letzte Konzert in der "Burg" war (die RZberichtete).

Bis zur Schließung, voraussichtlich im Herbst, kommt Musik in der Musikkneipe nur noch vom Band.

Das letzte Konzert, mit "Zubop" - die seinerzeit auch als erste Band unter der Burg aufspielten:

ein, nicht im akustischen Sinne, leiser Abschluß.

Doch ein dickes Ende ist bereits in Planung:

Als großes Finale soll ein Open-Air-Abschlußfestival veranstaltet werden.

2.5.95:

Kirchen.

Neuer Tischtennis-Vereinsmeister des VfL Kirchen ist Bodo Stockschläder.

Im Finale setzte er sich in der Jahnhalle gegen Stefan Botzen durch - der dagegen in der Doppel-Konkurrenz, mit Nachwuchstalent Christoph Leukel, gegen Stockschläder siegte.

Die Ergebnisse:

Einzel 1.

Stockschläder, 2.

Botzen, 3.

Christian Wagner; Doppel 1.

Botzen/Leukel, 2.

Stockschläder/Michael Kreuzer, 3.

Rüdiger Treude/Wagner und Stephan Leukel/Tobias Jähne.

Vereinsmeister der A-Schüler wurde Michael Weber, bei den Schülern B siegte Stephan Leukel, den Wettbewerb des Schüler-Nachwuchses gewann Steffen Feige.

VfL-Vorsitzender Gerhard Mohr, selbst in der Tischtennis-Abteilung aktiv, freute sich, daß die Abteilung bei dem Vorgabe-Turnier fast vollständig angetreten war.

"Und das Schöne bei diesen Vereinsmeisterschaften war", so Mohr, "daß die Jüngeren ernsthaft mit den Älteren kämpfen konnten."

Christian Wagner, Michael Kreuzer, Stephan Leukel, Bodo Stockschläder, Stefan Botzen und Christoph Leukel.

2.5.95:

Kirchen.

Ein recht ungewohntes Bild bot jetzt der Kirchplatz der evangelischen Kirche in Kirchen:

Lebhaft bevölkert war er von zahlreichen Jugendlichen, die sich dort eine abendliche Atempause an frischer Luft gönnten.

Was eine Etage tiefer, im Keller des Gemeindehauses, vor sich ging, brachte sie mächtig ins Schwitzen:

das kirchliche Gebäude wurde zur "Dance Hall".

Und das war ein Riesenerfolg:

Weit über 400 Teenies ließen sich ins Gemeindehaus locken.

Die Veranstaltung, die mit strikt kontrolliertem Alkoholverbot und ohne Probleme ablief, war schließlich auch hervorragend konzipiert und vorbereitet:

taschengeldgerechter Eintrittspreis, Plakate an allen Schulen - und musikalisch von allem etwas.

Die Jugendgruppe der evangelischen Kirchengemeinde stellte die "Dance Hall" auf die Beine.

Nach einem positiven Testlauf im letzten Jahr und dem großen Erfolg jetzt ist geplant, so Diakon Horst Weber, noch in diesem Jahr drei weitere "Dance Halls" anzubieten.<- Evangelisches Gemeindehaus als "Dance Hall" - ein Riesenspaß auch für (v.l.) die Kirchenerinnen Jessica (12), Anna (14) und Ebru (13).

Evangelisches Gemeindehaus als "Dance Hall" - ein Riesenspaß auch für die dreizehnjährige Ebru aus Kirchen.

8.5.95:

Bei schönem Wetter, an frischer Luft, stöbern und staunen - und dann auch noch ein Schnäppchen machen:

Flohmärkte sind in.

Das zeigte sich jetzt auch in Kirchen, wo erstmals seit langem wieder ein großer Trödelmarkt stattfand.

Das Angebot, auf einem Parkplatz an der Sigambria, war mit 80 Ständen schon beachtlich - und der Zulauf enorm.

Der Veranstalter, eine Promotionagentur aus Hilchenbach, will weitere Flohmärkte in Kirchen stattfinden lassen.

Den Flohmarkt-Fans ist zu wünschen, daß das Wetter dann wieder so gut mitspielt.

Manchen Nachwuchshändlern indes wurde es, nicht nur vom Feilschen, doch etwas zu heiß (Bild) ...

15.5.95:

Wissen.

(fr) Basketball ist in, zwischen Sieg und Westerwald - Liga-Teams haben sich in Gebhardshain, Altenkirchen und Marienstatt formiert (die WR berichtete).

Auch eine "abgespeckte" Basketball-Basisversion nach US-Vorbild, das "Streetball", wird immer beliebter.

Als das wohl erste echte Streetball-Turnier im heimischen Raum stattfand, vor einigen Monaten im Betzdorf-Kirchener Freizeitbad, waren kaum hiesige Spieler dabei.

Nun in Wissen, wo eine Bank zu ihrem Jubiläumsfest ein Streetball-Turnier ausschrieb, meldeten sich allein aus dem Oberkreis Altenkirchen 15 Mannschaften an.

Von den "Magic Loosers" aus Katzwinkel über die "Young Stars" aus Gebhardshain bis zu den "Goodfellaz" (Kirchen) - und natürlich die Wissener "Basket Maniacs" ("Korb-Verrückte") -:

Sie alle begeistern sich die junge, schnelle Sportart.

Drei Spieler pro Team spielen 2 mal 10 Minuten in einem kleinen Spielfeld - auf einen Korb.

"Korbraumszenen" gibt es darum en masse, Spielunterbrechungen kaum.

Und Schiedsrichter überhaupt nicht.

"Streetball" ist eine Art "Straßenversion" des Basketball - und da auf den amerikanischen Nebenstraßen und Hinterhöfen nur selten Schiris vorhanden sind, schiedsen die Spieler selbst.

Und dies, nach US-Vorbild, auch zwischen Sieg und Westerwald:

Sportliche Fairneß ist ein unabdingbarer Teil des Streetball-Systems.

Gespielt werden kann überall, wo sich auf ebenem Platz ein Korb aufstellen läßt:

Das Spielfeld wird einfach mit Kreide umrissen.

Beim dreistündigen Wettbewerb in Wissen, auf rund 1.000 Mark dotiert, gab es "Straßenball" im wahrsten Sinne:

Die zwei Spielfelder wurden mitten auf der abgesperrten - und ansonsten recht verkehrsreichen - Rathausstraße markiert.

Erfolgreichstes der 26 teilnehmenden Teams auf der Straße waren die "Challengers" aus Siegen.

Straßensport (in Wissen):

Die Basketballversion "Streetball" wird immer beliebter.

15.5.95:

(ros) Wehbach.

Der junge Kirchener Teckelklub kommt auf Touren.

Bei ihrer zweiten Teckelschau konnten die Tierfreunde, die sich im August 1993 organisierten, ein Drittel mehr Meldungen verzeichnen wie bei der ersten.

Mit 41 Teckeln im Wettbewerb, die bis aus Hagen herbeigefahren wurden, stehe man - auch im Vergleich zu älteren Ortsgruppen im Deutschen Teckelklub - schon gut da, freute sich Vorsitzender Heinz Jürgen Naunheim.

Vom Erfolg ermutigt, will der Kirchener Klub versuchen, im nächsten Jahr eine Schau mit allen rheinland-pfälzischen Teckel-Deckrüden auf die Beine zu stellen.

Die Bewertungsschau in diesem Jahr gewann "Flocki vom Stromberger Berg" aus Bendorf.

Doch, so Vorsitzender Naunheim, im Vordergrund stehe sie nicht, die Bewertung von Gebiß, Haar, "Gebäude", Rute und Wesen.

"Das ist mal ganz interessant für den Hundebesitzer", so Naunheim, "doch den Schwerpunkt legen wir, auch bei unseren Tierschauen auf andere Dinge."

Die Kirchener Ortsgruppe hat sich zur Aufgabe gemacht, alle Besitzer von Teckeln (nur landläufig "Dackel" genannt) über tiergerechte Haltung und Erziehung zu informieren.

So werden unter anderem Teckel-Hundeführerlehrgänge erfolgreich angeboten.

Auch bei der Teckelschau in und am Wehbacher Bürgerhaus, die nicht nur zur Freude des Vorsitzenden von der hervorragenden Bläsergruppe Alsdorf eröffnet wurde, informierten die 37 Mitglieder.

"Teckel sollten Sie nicht im Kaufhaus oder im Hundehandel kaufen", rieten sie - und gaben Adressen seriöser Züchter bekannt.

Außerdem sollte man sich vor der Anschaffung überlegen, so Vorsitzender Naunheim, "ob man einen, entsprechend gezüchteten, Teckel für die Jagd haben will - oder einen zum Liebhaben."

Denn Teckel ist nicht gleich Teckel.

Es gibt die Sorten Dachshund, sowie Kurz-, Lang- und Rauhhaar; ganz kleine Arten heißen Zwerg oder Kaninchen.

Die allgemein als Dackel bekannte Sorte firmiert unter den Experten als "Standard-Normalteckel".

Doch Klassifizierungen sind für die junge Kirchener Gruppe nicht das Wichtigste - sondern der Spaß mit dem Hund.

Bei der Schau gab es einen zweiten, lustigen Wettbewerb:

Kinder beschrieben ihren Familien-Teckel ...

"Der Teckel ist als Familienhund absolut spitze!", schwärmen seine Fans.

Dauerhaft beliebt sei er, wenn auch derzeit kein "Modehund".

Von Modezüchtungen halten die Kirchener überhaupt nichts:

"Wir züchten nur reinrassig."

Und falls spöttisch gegrinst werden sollte, wenn sie mit ihren doch recht kleinen Hunden ankommen - dann haben sie die richtige Antwort parat:

"Der ist nicht klein.

Er hat nur kurze Beine."<- Bei der Teckelschau beschrieben Kinder ihren Familienteckel.

Die Ortsgruppe um Heinz Jürgen Naunheim (rechts) legte das Gewicht bei der Tierschau bewußt auf den Spaß mit dem Hund sowie auf tiergerechte Haltung und Erziehung.

22.5.95:

Wissen.

(Ro) Entsprechende Gerüchte kursierten schon länger in Wissen - doch jetzt ist es definitiv und öffentlich:

Mit Kleinkunst in der Gaststätte "Old Bakery", besser bekannt als "Beim Steilen", ist es vorbei.

Kleine feine Konzerte - ingesamt 20 - verschiedenster Art hatten im Laufe eines Jahres stattgefunden.

Dortmunder Folkrocker waren hier aufgetreten, aber auch heimische Künstler wie der Liedermacher Sascha Palazzo erhielten hier eine Plattform.

Als jetzt dessen "Kollege" Udo Prinz sein letztes Lied von sich gegeben hatte, waren damit auch die letzten Live-Töne in der Einrichtung verklungen.

Denn Wirt Dieter Klawunder hört nun zum 30.

Mai auf, "aus familiären Gründen".

Wie es weitergehe, sei noch unklar.

"Es ist noch nicht heraus", so Klawunder, "was hier hinkommt."<- Das letzte Konzert im "Steilen":

Liedermacher Udo Prinz.

22.5.95:

Betzdorf.

Bereits seit zwölf Jahren lockt die Daadener Kabarettgruppe "Stocheisen" wider den Stachel - doch so noch nie:

"Wäller Bärenspeise" und "Betzdorfer Verwicklungen" unterbrachen jetzt ihr Programm.

Denn erstmals fand nun ein "Dinner und Kabarett" im Betzdorfer Cafe Buchenscheidt statt.

Man habe Bedenken gehabt, gestand Kabarettist Walter Ecker, ob das denn zusammen passe.

Doch am Ende proklamierte er:

"Kunst zu Kunst!" Denn auch die wohlfeile Zubereitung von Speisen sei schließlich eine.

Zum Schlußapplaus baten die "Stocheisen" den Chef der "Küchen-Künstler", Hans Achenbach, denn auch mit auf die Bühne.

Er hatte für den Abend eigens ein eigenes Gericht kreiert, die "Betzdorfer Verwicklungen":

Gesenftes Rindfleisch, mit Krautblättern gewickelt und mit Korn geflämmt.

Kunst zu Kunst? Daß es für die Zuschauer ebenfalls zusammenpaßte, zeigten sie mit Begeisterung und Applaus.

Gutes Essen, gutes Kabarett traditioneller Art - und wieder, der nächste Gang, gutes Essen und gutes Kabarett.

Und durch die Pausen schlug beides nicht allzusehr auf den Magen.

Gar nicht auf den Magen schlug es "Betzdorfer Politikergrößen" - denn die vermochte man nicht zu entdecken.

"Aber das ist ja auch verständlich", meinten die Satiriker, "so einen Abend müßten die Politiker ja auch aus eigener Tasche bezahlen ..."

Daß es den "Stocheisen" bei ihrem Auftritt nicht ums Geld, sondern um die reizvolle Verquickung ging, bewiesen sie mit ihrem Entschluß, ihre Gage für die Kinderkrebsstation Siegen zu spenden.<- 22.5.95:

Gebhardshain.

Ein Küßchen für die Bürgermeisterin - und dann ging die Post ab, über sechs Stunden lang:

500 Menschen erlebten das Juso-Benefizfestival für Bosnien, in einer Gebhardshainer Getränkemarkt-Lagerhalle.

Unter anderem unter den Besuchern:

SPD-Kreisvorsitzender Nikolaus Roth und die einzige Bürgermeisterin im Kreis Altenkirchen, Edeltrud Ottersbach aus Hövels.

Im feuerroten Kleid bekam sie Blumen und ein Küßchen vom Juso-Kreisvorsitzenden Walter Stinner (Birken-Honigsessen).

Die Besucherzahl von 500 war recht beachtlich, angesichts vieler anderer Veranstaltungen - doch die Jusos hatten auch wie wild plakatiert und die richtigen Bands eingeladen.

Die spielten alle gratis, die Anlage stellte die mobile Betzdorfer Disco "Brüllwürfel" zur Verfügung.

Und den Anfang machte der Liedermacher Sascha Palazzo (Wissen).

Sein treues Stammpublikum erfreute er mit vier neuen Songs, darunter "Der Rächer von Wissen".

Viel Applaus erntete er auch für "Legalisiert Marihuana!",einem Lied von Peter Tosh, das Palazzo ins Deutsche übersetzt hatte.

Nachdem er die Bühne verließ, verließen auch seine Fans die Halle.

Es war noch früh am Abend, die Betzdorfer Metal-Jungs "Disorder" mußten (wieder einmal) vor kleiner Kulisse antreten.

Und das taten sie mit komplett neuen Songs - und einem neuen Sänger:

Jochen S. aus Langenbach.

Bei seinem ersten Auftritt überhaupt überraschte er mit beeindruckendem Ausdruck.

Wie ein neurotischer "Maniac" agierte er zu dem mitreißenden Power-Metal, verdrehte die Augen und stand bei den Intros starr - mit gesenktem Kopf und verschränkten Armen.

"Ich denke", meinte der Ex-Shouter von Disorder, Denniz Yeni Mazmann, im Gespräch mit der SZ, "es ist ein würdiger Ersatz gefunden worden."

Eine Super-Metalparty ist sicherlich garantiert, wenn Disorder am 16. Juni gemeinsam mit "Mortal Wrath" im Betzdorfer Jugendtreff aufspielen wird! Dritte Band in Gebhardshain:

die Morsbacher "Ewings".

Ihr Auftritt floppte, als einzige Band des Abends wurden sie nicht zur Zugabe gebeten.

Das war bei dem folgenden Act anders:

Begeistert feierte eine volle Halle die Grungerocker "Scare Crowes" aus Betzdorf und Kirchen.

Die Ausstrahlung von Sänger "Mäx" Schmidt - ganz und gar keine "Vogelscheuche" - ließ die Damenherzen höher schlagen, Gitarrero Björn Hintze erschien erstmals mit einer "Zweihälsigen" und der exzellente Betzdorfer Bassist Frank Birbaum (ehemals "Limited Edition" und "Prime Cut") feierte sein Debut in der Band - und als, eine große Überraschung, Gitarrist!

Nach Mitternacht wurde die Getränkelagerhalle leerer.

Doch dem Topact gelang es, noch einmal die Stimmung anzuheizen:

Die letzten Gäste tanzten ausgelassen zu den Folkrock-Klängen von "Thanksgiving Daze" aus Dortmund.

Ihre früheren Auftritte in Sassenroth und Wissen haben ihnen zwischen Sieg und Westerwald eine echte Fangemeinde eingebracht.

Die forderte frenetisch "See the light".

Als die Dortmunder diesen ihren Spitzen-Song als letzte Zugabe zelebrierten, konnte man das Licht (fast) schon wieder sehen:

Beinahe graute der Morgen - ein tolles Festival für einen guten Zweck war zu Ende.<- Ließ die Mädchenherzen höher schlagen:

Sänger "Mäx" Schmidt von den "Scare Crowes".

Neue Songs, neuer Sänger:

"Disorder" auf Betzdorf sind auf dem besten Weg.

22.5.95:

WISSEN.

RO.

Beliebtes Basketball:

Als sich die Schülervertreter der heimischen Gymnasien kürzlich in ihrem Regionalen Arbeitskreis ("RAK") zusammensetzten, um wieder ein gemeinsames Sportturnier zu planen, entschieden sie sich für Basketball.

"Da war einfach mehr Resonanz da", so Oliver Moog vom RAK, "als auf Fußball."

So fand nun in Wissen das erste Basketball-Turnier der hiesigen Gymnasien statt.

In der Hauptschul-Turnhalle gewann das Wissener Team, mit Leistungsträger Carsten Müller, im Finale gegen Marienstatt; Platz 3 belegte Betzdorf.

Das Turnier, an dem 70 Jugendliche teilnahmen, leiteten Oliver Moog und Daniel Waschow aus Hövels.

Im Bild die siegreiche Wissener Mannschaft (v.l.) mit dem "RAK-Wanderpokal":

Frank Pracht, Bianca Röttgen, Carsten Müller, "Käpt`n" Elke Ersfeld und Daniel Schlich.

26.5.95:

An der Kirchener Gastfreundlichkeit mußte Jupp jetzt zweifeln.

Eine neue Pizzeria mit "Ambiente" wollte er testen - und nach zehn Minuten erschien denn auch die Kellnerin, die nur widerwillig eine Speisekarte herausrückte:

"Dann muß ich die jetzt", meinte sie vorwurfsvoll, "drinnen holen."

Gesalzene Preise! Doch Jupp hatte Hunger und orderte notgedrungen für 27,50 Mark.

Was dann kam, konnte ihn nicht satt machen.

Er flehte um Pizzabrot - doch die Kellnerin höhnte nur:

"Dat wär jetzt wat, wa?!" Als ein treuer WR-Leser auf der Szene erschien, wollte Jupp ihn warnen.

Doch der, obwohl meist in Köln wohnend, hatte schon von dem Etablissement gehört:

Er hatte darum, ganz clever, bereits in der Pizzeria nebenan gegessen.

"Der Glückliche!", dachte Jupp mit immer noch knurrendem Magen.

Ab in die Eisdiele gegenüber.

Der Becher war nett, doch bald entschloß sich Jupp, die neue Kirchener Gastronomie nicht länger zu belästigen.

Denn der Chef machte unsanft klar, daß die Gäste nun gehen sollen:

Er baute den Sonnenschirm ab - obwohl es regnete, berichtet mit nassem Kopf Jupp 26.5.95:

HÖVELS.

RO.

Sie pflanzten 1.300 wilde Rosen - und nicht nur das:

Die Höveler haben ihre Gemeinde an vielen Stellen enorm verschönert.

Den Steuerzahler hat es fast nichts gekostet.

Beim Frühlingsfest der Gemeinde entschloß man sich, den Gewinn ausschließlich für einen schöneren Ort auszugeben.

Kinder bemalten das Bushäuschen, die Wandertafel bekam einen neuen Rahmen und eine Blumenhecke drumherum, unterstützt vom Straßenbauamt pflanzten die Höveler 1.300 Wildrosen an den Ortsrand und, dank der Unterstützung der Straßenmeisterei, 80 Bäume am Straßenrand.

33 neue Obstbäume erhielt, unterstützt von der Kreisverwaltung, der Ortsteil Oberhövels.

Dort errichten die Bürger außerdem einen Wanderrastplatz mit Tischgruppe, hübsch unter vierhundert Jahre alten Eichen.

Eine Tischgruppe bekam auch die Bergmannssiedlung, wo zusätzlich noch eine Mauer mit Efeu bepflanzt wurde.

In der Mittelstraße und auf dem Friedhof stellten die Höveler dazu eine Bank mit Blumen auf.

Als Bürgermeisterin Edelgard Ottersbach nun eine Linde auf dem Spielplatz pflanzte, war dies i-Tüpfelchen und Abschluß zugleich.

Ratsmitglied und Gemeindearbeiter Axel Hüsch buddelte mit, und auch - stellvertretend für die Ortsvereine, die alle mitgeholfen hatten - der Vorsitzende des Gemischten Chores "Frohsinn", Reiner Zeiler.

Mit dabei ebenfalls die Nachwuchs-SPDler Thomas Emmerich, Ina Pfeifer und Alexandra Solbach von der Juso-AG Wissen.

Die hatte den Jungbaum gestiftet und goutierte damit ein "gutes Beispiel für ökologische Dorfverschönerung", so Juso Walter Stinner (Birken-Honigsessen).

Innerhalb von nur vier Wochen verwirklichten die Höveler ihre Verschönerung.

In Richtung auf die Ortsbürgermeisterin sagte Stinner, der Vorsitzende des Juso-Kreisverbands:

"Man sieht, mehr Frauen-Power in den Kommunen ist dringend notwendig!" Die Angesprochene wehrte bescheiden ab und betonte, dies alles sei nur möglich gewesen, weil die Bevölkerung so engagiert und kostenlos mitgearbeitet habe.<- Abschluß der Dorfverschönerung:

eine Linde auf dem Kinderspielplatz.

Ihr Redenschreiber

 

 

 

 

:

Ihre Rede rückt näher?


Sparen Sie Zeit, sichern Sie Ihren Redeerfolg - und lehnen Sie sich entspannt zurück:

Die RedeGold-Redenschreiber schreiben Ihre persönliche Rede.

Diskret,
mit Zufriedenheitsgarantie - und der Erfahrung aus über 3500 individuellen erfolgreichen Reden (s. Referenzen) für Privat- und Geschäftskunden.

Applaus bei allen Reden - dank Redenschreiber!

RedeGold schreibt Ihre Rede, Sie genießen den Applaus. Probieren Sie es kostenlos aus.

Auswahl Referenzen:

 

 

 

Beliebteste Reden im Angebot:
 

 

Seite 1 - Seite 2 - Seite 3 - Seite 4 - Seite 5 - Seite 6 - Seite 7 - Seite 8 - Seite 9 - Seite 10 - Seite 11

© Frank Rosenbauer, http://www.rosenbauer.de