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© Frank Rosenbauer 1991-2017

Kontakt: https://www.redegold.de

 

 

 

8.8.97:

Hamm.

(fr) Der traditionsreiche SPD-Ortsverein Hamm, der sich über die gesamte Verbandsgemeinde erstreckt, wählte im Frühling einen neuen Vorstand.

Besonderheit:

Ein Neubeginn stand an - und neue Vorsitzende, Jörg Brück, ist erst 25 Jahre jung, außerdem erst kurze Zeit politisch aktiv.

Kann so was funktionieren? Nach einem halben Jahr Amtszeit fragte die WR jetzt nach.

WR:

Waren Sie nicht zu unerfahren, um dieses Amt anzutreten? Brück:

Wer sich scheut oder daran gehindert wird, Verantwortung zu übernehmen, weil er angeblich zu unerfahren ist - der wird auch Jahre später noch unerfahren sein, weil er keine Chance hatte, Erfahrungen zu sammeln.

WR:

Aber Tatsache ist, daß Sie wenig Erfahrung hatten.

In SPD-Kreisen kannte man Sie eher von Ihren Sangesauftritten mit Gitarre ...

Brück:

Immerhin war ich Geschäftsführer der Juso-AG Hamm sowie Mitglied im Juso-Kreisvorstand und SPD-Kreisparteirat.

WR:

Aber erst ein Jahr politisch aktiv.

Werden Sie akzeptiert? Brück:

Ich denke schon.

Natürlich gibt es manchmal Ablehnung und Vorurteile bei der älteren Generation - aber auch Bequemlichkeit und Furcht vor Verantwortungsübernahme bei den Jüngeren.

Das bringt genau das, was ach so oft beklagt wird:

"Politikmüdigkeit" und "Null-Bock-Mentalität" der jüngeren Generation.

WR:

Immerhin wurden Sie mit großer Mehrheit gewählt:

39 von 42 Stimmen.

Brück:

Ja, aber bei dieser Zahl fällt mir auch ein:

Unser Ortsverein hat 240 Mitglieder ...

WR:

Keines davon wollte Geschäftsführer werden.

Brück:

Dieser Posten ist seit Juni wieder besetzt.

Mit Joachim Kramer haben wir einen kompetenten Mann gefunden.

Er ist seit 40 Jahren im öffentlichen Dienst und studiert in seiner Freizeit Jura.

WR:

Sie sind nicht mal halb so alt wie er und arbeiten als Diplom-Sozialpädagoge in der Psychiatrie.

Wie klappt's eigentlich im Vorstand? Brück:

Er funktioniert gut.

Wir sind aber noch mitten im Neubeginn.

WR:

Was soll als nächstes geschehen? Brück:

Die SPD muß in Hamm präsenter werden.

WR:

Und wie sehen Sie die Zukunft? Brück:

Die Ratsfraktionen in der Verbandsgemeinde arbeiten gut mit uns zusammen.

Wir haben eine Juso-AG, die es zu fördern gilt.

Und wir sind auf Kreisebene vertreten - so ist beispielsweise eines unserer Mitglieder der Kreisvorsitzende der AG 60 plus.

Ich denke, dies ist eine gute Basis, auf der sich einiges aufbauen läßt.

14.8.97:

Wissen.

(fr) Mitten in einem Wissener Wohngebiet praktiziert der Parapsychologe Eric Quibus.

Nebenbei zieht er als "Magic Didi" mit seiner Show umher, und die Nachbarn nennen ihn "unseren Copperfield".

Doch sie haben noch nicht seinen Speicher gesehen.

In seinem Wohnzimmerschrank liegen ein paar Haare.

"Aufträge", sagt er, "die muß ich noch fertigmachen."

Am Käfig von Papagei "Isabo" steht ein kleiner Altar, darauf eine goldglänzende Wachspuppe.

Quibus, 52, dreht sie um, blickt prüfend auf den Rücken und stellt einen feuchten Fleck fest.

"Sie blutet", meint der Mann aus dem Erzgebirge zufrieden - "es geht los."

Ob es losgeht oder nicht:

Was er, aufgewachsen im Sauerland, da macht, ist Voodoo.

Und er ist vieles, aber in solchen Dingen alles andere als ein Anfänger.

Fast 20 Jahre führte er eine parapsychologische Praxis in Berlin, innerhalb der Vereinigung "O.A.S.I.S.", die er mitgründete.

Wie er weiter berichtet, arbeitete er parallel in der Werbung, fotografierte für das ZDF und war, unter dem Pseudonym "Didi", bei der "Bravo".

Mit seiner Magic-Show brachte er es bis ins Vorprogramm von "Truckstop" und trat bei Europas größtem Bikertreffen in Berlin auf.

Obwohl er wie ein Späthippie aussieht, macht Quibus keineswegs einen abgedrehten Eindruck.

Die Großstadtluft wurde ihm vor drei Jahren zu schlecht, erzählt er.

Auch wegen Atemwegsproblemen sei er in den Westerwald gezogen.

Bei einer Nachbarin sorgte der Alleinstehende damit selbst für Atemwegsprobleme:

"Meine Räucherei war ihr zu heftig."

Der magische Rauch zog durchs Gebälk ins Nebenhaus.

So erledigt der Magier nun also Aufträge im heimischen Raum.

Die aktuelle Puppe habe er für eine Wissener Mutter angefertigt, die sich einen bestimmten Mann als Schwiegersohn wünscht.

Auf Geheiß des Hexers besorgte sie, was nötig sei, auf daß der Voodoo wirke:

Haare von ihrer Tochter, Fingernagel-Stücke von dem erhofften Schwiegersohn.

Eric Quibus legt Tarotkarten, deutet Träume und liest aus der Hand, mixt Hexenpulver für den Eigenbedarf, offeriert Tantra als den "Weg zur Ekstase", macht Rückführungen und diverse Horoskope, pendelt, bietet sich als Hellseher, Magier und Medium an.

Zusätzlich zieht er mit seiner guten "Feuer-Fakir-Hypno-Mental"-Show durch die Gegend, wobei er auch als "Weltrekordler im Statue-Stehen" auftritt.

Eine gewagte Mischung aus Illusion und Suggestion, Einfühlungsvermögen und uralten Riten.

"Es ist Magie", faßt er zusammen - gibt aber zu:

"Das hat viel mit Psychologie zu tun."

Und die hat der vielseitige Mann wohl ganz regulär studiert.

Erst auf Diplom an deutschen Unis, dann im englischen Sheffield, wo er auch an der Hochschule viel über PSI erfuhr.

Er besitzt einen akademischen Abschluß (Magister) und einen enormen Bücherschrank mit vielen alten Schriften, zum Beispiel von Aleister Crowley und Abra Melin.

Und eine 118 Jahre alte deutsche Anleitung zum Hellsehen.

Die erklärt, wie man in den Gesichtern der Ratsuchenden lesen kann.

Beim Hellsehen sei Menschenkenntnis gefordert, dazu eine gewisse Atmosphäre und eben die Utensilien, die man erwartet und Quibus teils "Brimborium" nennt.

Auf eine Kristallkugel verzichtet er jedoch:

"Das ist nun wirklich nur eine Konzentrationshilfe.

Da kann ich genauso gut einen Totenkopf nehmen."

Bei der Karnevalsgesellschaft "Junge Eiche" in Hagen kam er erstmals mit Kostümen und Show in Berührung.

Sein Talent fürs Magische "rührt wohl von meiner slawischen Oma.

Mit Kräutern wurde sie 98 Jahre alt."

Kontakt mit Hypnose bekam er durch seinen Vater:

"Der war eine Naturbegabung, wir haben oft Tränen gelacht - er guckte Menschen streng an und die fielen einfach um."

Jeder mache Magie, etwa mit Glücksbringern, betont Quibus, der sich wundert:

"Ich sage, ich bin Magier - und die Leute antworten:

'Zauber mir was!'" Die Menschen, die ihn besuchen, tun das eher selten.

"Bisher bin ich erst zweimal nach Lottozahlen gefragt worden.

Die Leute gehen zum Magier, wenn ihnen andere nicht mehr helfen können."

Das ihn Menschen mit echten Problemen konsultieren, das ihm Lebensberatung abgefordert wird, ist ihm bewußt, das nimmt er ernst.

Aber auch die geheimen magischen Riten alter Kulturen.

Auf dem Speicher hat er neben dem "Tantra-Zimmer" einen waschechten Ritual-Raum eingerichtet:

komplett abgedunkelt, kerzenumstrahltes Heptagramm auf dem Fußboden, rot beleuchteter Altar mit Kelchen, Buddha-Statue, Krishna-Figur.

"Hier können Dinge passieren, die mir manchmal wirklich Respekt einflößen.

Man muß sehr verantwortungsvoll damit umgehen."

Jegliche Art von Satanismus und schwarzen Messen lehne er ohnehin völlig ab - tatsächlich sind nirgendwo entsprechende Gegenstände zu entdecken -, doch nach seinen jahrelangen Erfahrungen warnt er die Jugendlichen auch davor, es einfach zu versuchen.

Bei seinen hiesigen Auftritten als "Magic Didi" komme er oft mit ihnen ins Gespräch.

"Tischerücken ist hier sehr verbreitet.

Besonders für Ungeübte ist das extrem gefährlich!" Er verstand es keineswegs als Spaß, daß ihm in Kirchen zwei Mädchen, 16 und 17, erzählten:

"Wir haben einen Hausgeist, der uns bei den Schulnoten hilft."

Magie sei, Naturgesetze zu beherrschen.

Der erste Schritt:

"Sich selbst erkennen! Das dauert lange.

Magie braucht, was die wenigsten haben:

viel Geduld."

Und "eine klare Birne", ohne Rauschmittel.

Das alles beachte er auch bei der Ausbildung neuer Magier.

Das tut er in Wissen.

Derzeit lernen bei ihm (siehe Kasten) eine 23jährige Krankenschwester und eine 18jährige Schülerin, beide aus Kirchen - als "Hexen-Azubis".

Der 18jährigen Kirchenerin Petra (Name geändert) sieht keiner an, was sie nach der Schule tut.

Wenn sie in den Zug nach Wissen steigt, macht sie sich auf, Hexe zu werden.

"Ich erzähle es fast niemanden", sagt die schöne Schülerin, die völlig normal, nicht einmal wie ein Grufti aussieht.

In ihrem Zimmer habe sie nur einen kleinen Altar stehen, mit Buddha und Kerzen.

Schwarze Sachen und weiße Schminke lege sie nie an.

"Ich bin dagegen", sagt die Nichtraucherin, "auch gegen Drogen, Satanskulte und Tischerücken."

Leider würden die meisten an so etwas denken, wenn sie von ihrer "Ausbildung" erzählt, die jetzt schon ein Jahr dauert.

Seltsam finden es fast alle.

Und die Familie steht Kopf.

"Die Verwandten wollen es nicht - aber das ist auch schon das einzige Negative daran."

Was tut sie denn nun genau? "Nicht viel", wehrt sie ab.

Ihr Lehrmeister, Eric Quibus, sagt:

"Sie ist noch mitten in der Grundausbildung.

Da geht es darum, sich selbst kennenzulernen.

Erst in einem Jahr kommen Tarotkarten dran."

Schon jetzt könne sie sich besser konzentrieren, bringe bessere körperliche Leistungen und sei aufgeschlossener.

Das bestätigt Petra, die hofft, mit sich selbst besser umgehen zu lernen - "und dann andere beeinflussen zu können, positiv."

Besonders gehe es ihr da, gibt sie lächelnd zu, um "männliche Wesen".

(fr) 10.8.97:

Wissen.

(fr) Voll im Zeitplan läuft der Bau des neuen Altenheims "Refugium" in Wissen.

Ende Oktober, Anfang November soll der private "Mehrgenerationen-Wohnpark" mit Pflegeplätzen und Service-Zentrum in Betrieb genommen werden.

Das bringt an die Birkener Straße nicht nur 88 Pflegeplätze und 41 Wohnungen für alte Menschen - auch über hundert neue Arbeitsplätze können im Wisserland entstehen.

"Die Nachfrage ist sehr rege", freute sich jetzt Thomas Schröder, Regionalleiter West des Bauherren, der "Refugium Holding" AG aus Königswinter (107 Millionen Mark Umsatz, 1885 Mitarbeiter), die unter anderem auch die Frauenklinik in Altenkirchen betreibt.

Nach Wissen kamen jetzt trotz großer Hitze etwa hundert Menschen, um sich den Rohbau am Bröhlbach von innen anzusehen.

Teilweise liegen schon Fußböden.

"Der Bau ging reibungslos", berichtet Schröder.

Investiert wurden etwa 25 Millionen Mark - "staatliche Zuschüsse haben wir nicht in Anspruch genommen", sagt der Refugium-Vertriebsleiter Immobilien, Dr. Christian Krumbholz.

Auch steuerliche Vorteile seien inzwischen abgeschafft.

"Und wenn Sie ein Solardach bauen, kriegen Sie einen Zuschuß vom Staat - aber nicht, wenn Sie für alte Menschen behindertengerecht bauen ..."

Bodengleiche Duschen, rollstuhlgerechte Bodenbeläge und extraflache Schwellen haben die Wohnungen, die zwischen 32 und 75 Quadratmeter groß sind.

Ausgestattet sind sie unter anderem auch mit einer Videoüberwachung für die Eingangstür, einem Notrufsystem ("Hilfe rund um die Uhr") und Balkon oder Terrasse.

Das Badezimmer ist mit rutschhemmenden Fliesen ausgelegt.

Inklusive Nebenkosten liegen die Monatsmieten zwischen 1200 und 1900 Mark.

Regionalleiter Schröder, der für das Marketing zuständig ist, kündigte an, daß in einem Monat eine erste Musterwohnung fertig ist.

"Dann laden wir die Menschen wieder ein.

Wir freuen uns, daß schon jetzt so viele gekommen sind - die meisten sind hier aus Wissen, was auch gut so ist."

Zur Information gibt es sogar eine gebührenfreie Telefonnummer:

(01 30) 91 42 70.

Die Pflegebetreuung im Wissener Refugium-Bau kann auch von den Wohnungsbewohnern genutzt werden.

Und wer nicht selbst kochen will, kann im Restaurant essen; beispielsweise kostet das Mittagessen im Monatsabo 7,50 Mark (Diätessen 9 Mark).

Reinigungs- und Wäscheservice wird ebenfalls angeboten.

In einer Werbebroschüre faßt der Anbieter zusammen:

"Das Refugium Wissen bietet den Bewohnern die Möglichkeit, ihre eigene Wohnsituation aktiv zu gestalten und den Wohnalltag gemeinsam mit ihrer Nachbarschaft zu organisieren, ohne dabei ihre Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit aufzugeben."

Alle Bewohner können die zusätzlichen Einrichtungen nutzen:

Café, Veranstaltungsraum, Aufenthaltsräume, Beratungsstation, Therapieräume, Friseurstube, Ladengeschäft, Bewegungsbad.

Wie Refugium-Regionalleiter Schröder sagte, will sich eventuell auch ein Masseur ansiedeln, der Bewegungstherapie anbietet.

Nach und nach könnten 60 bis 80 Arbeitsplätze im Pflegebereich entstehen, plus etwa 40 für Haustechnik, Verwaltung und Küche.

ROHBAU (Bildzeile zu REFUGI):

Vor dem Rohbau (im Bild von rechts):

Die Refugium-Mitarbeiter Thomas Schröder, Bianca Welzenbruch (zuständig für Vermietung), Dr. Christian Krumbholz und Hausmeister Jörg Neuburger aus Morsbach.

(WR-Bild:

fr) (auf einigen Fotos sind auch Besucher/Interessenten zu sehen) MODELL (Bildzeile zu REFUGI):

Das Modell des neuen Wissener Seniorenheims in der Birkener Straße.

(WR-Bild/WR-Repro:

fr) (Foto von Modell, alternativ dazu Abbildung auf der Mappe) 3.9.97:

Wissen.

(fr) Inzwischen steht fest, wie viele Stände bei der Wissener Bierbörse ab kommenden Freitag stehen werden:

Laut Organisator offerieren 57 (!) Anbieter ihren Gerstensaft - es sind keine Plätze mehr zu vergeben.

Einiges wird anders als in den Vorjahren.

Denn der Verkehrsverein Wisserland als Initiator hat für die dritte Börse einen anderen Organisator engagiert:

Deutschlands Top-Agentur für solche Veranstaltungen, das Büro Werner Nolden aus Leverkusen (die WR berichtete).

In Opladen veranstaltet er die weltgrößte Bierbörse open air:

400.000 Besucher.

Bis zu 100.000 erwartet er in Wissen; vierhundert Biersorten sollen offeriert werden.

Dafür, daß Wissen am Wochenende zumindest im Westerwald der größte Biergarten wird, "mußten wir Überzeugungsarbeit bei den Anbietern leisten", erfuhr die WR gestern vom Veranstalterbüro.

In den letzten beiden Jahren sei "vieles kaputtgemacht worden", erläutert Mitarbeiterin Kirsten Brühl.

"Die Händler waren mit der Organisation unzufrieden", bestätigt ihr Chef, Werner Nolden.

Der Verkehrsverein Wisserland habe Engpässe in der Organisation noch selbst ausgleichen müssen, obwohl das nicht seine Aufgabe gewesen sei.

Zudem seien im letzten Jahr viele Anbieter im letzten Moment abgesprungen.

Der Organisator habe Bierbörsen an anderen Orten veranstaltet, die mehr oder weniger floppten.

Nolden:

"Wir veranstalten das Ganze auf einem ganz anderen Niveau."

Konkret:

keine Kirmes, kein Trödelmarkt, keine "umgefrickelten Wurstbuden zum Bierverkauf".

Man treffe eine wesentlich schärfere Auswahl.

Alle Anbieter müssen sich beispielsweise verpflichten, in brauereitypischer Kleidung zu arbeiten.

Nolden hat sich die Wortmarke "Bierbörse" vom Patentamt schützen lassen.

Somit hätte die Wissener Bierbörse dieses Jahr umbenannt werden müssen, wenn sie nicht von Nolden veranstaltet worden wäre.

Doch der Verkehrsverein Wisserland trat ohnehin an die Profi-Agentur heran.

"Das ist ein sehr rühriger Verein", lobt Nolden - "wir konnten einfach nicht Nein sagen."

Und das, obwohl er ansonsten nur Bierbörsen in größeren Städten veranstaltet (Bonn, Düsseldorf, Leverkusen, Paderborn, Lüdenscheid).

Der Verkehrsverein Wisserland habe ihn jedoch überzeugt.

Außerdem hat er gute Kontakte zur Gegend:

"Meine Schwiegereltern haben da immer Urlaub gemacht.

Und meine Mitarbeiterin Kirsten Grühl stammt aus dem Wisserland."

Außerdem weiß Nolden:

"Auf dem Land wird toll gefeiert."

Der Charakter der Wissener Bevölkerung sei zudem eindeutig rheinländisch.

"Man geht erst abends raus.

Doch dann wird lang und heftig gefeiert."

Das zeichne die Wissener aus.

Vor einem Monat veranstaltete Werner Nolden auch eine Bierbörse in Lüdenscheid.

Zwar ebenfalls eine eher ländliche Region - "doch da habe ich andere Erfahrungen gemacht."

Den Sauerländer, erläutert der Feten-Fachmann, "müssen sie regelrecht zum Biertisch prügeln ..."

Bildzeile (NA BOERSE):

Belgisches Bier wurde schon bei der ersten Wissener Bierbörse angeboten (im Bild) - am kommenden Wochenende stehen 400 Biersorten zur Auswahl.

(WR-Bild:

fr) 9.9.97:

Herkersdorf.

(fr) Der Basaltkegel Druidenstein ist ein beliebtes Ausflugsziel, eine regionale Touristenattraktion.

Doch schon seit Jahrhunderten verbinden die Menschen mit ihm Dinge, die nicht von dieser Welt sind - und dafür ist der Druidenstein in bestimmten Kreisen sogar weltweit bekannt.

Das erfuhr die WR nun von einem Parapsychologen, der sich seit zwei Jahrzehnten intensiv mit Magie und alten Kulturen beschäftigt.

"Im englischen Sheffield habe ich zum ersten Mal vom Druidenstein gehört", erinnert sich Eric Quibus (Wissen).

Daß er von Berlin ausgerechnet ins Wisserland zog, "liegt auch daran, daß der Druidenstein in der Nähe steht."

Er habe während seines (para)psychologischen Studiums in England vom Druidenstein gehört - und danach auch in Stonehenge.

An der sagenumwobenen Steinstätte sprach er mit anderen Experten der keltischen Kultur.

"Druidenstein" übersetzt das Bertelsmann-Wörterbuch mit "keltischer Opferaltar"; Druiden waren keltische Priester.

Weltweit, so Quibus, gebe es nur 20 bis 25 Objekte, die unter Insidern als wichtige keltische Kultstätten akzeptiert und in der Fachliteratur verzeichnet seien.

In Deutschland gehöre der Blocksberg dazu - und der Druidenstein in Kirchen-Herkersdorf.

Der Parapsychologe erläutert, daß an diesen Stätten in Vollmondnächten keltische Rituale zelebriert werden, in stark abgeschwächter Form.

Darunter sei nicht zu verstehen, daß dunkelgewandete jugendliche "Gruftis" schwarze Messen feiern - "das hat nichts damit zu tun.

Und ich kann die Jugend vor so etwas nur warnen! Die Geister, die ich rief ..."

Der Parapsychologe geht davon aus, daß es eine Art Tourismus zum Druidenstein gibt von Menschen, die sich ernsthaft und intensiv mit der keltischen Kultur auseinandersetzen.

Deren nächtliche Riten würden in weißen Gewändern stattfinden, etwa als Aufnahmezeremonien - "und absolut ohne Drogen!" Der sagenumwobene Druidenstein ist die nördlichste basaltische Erhebung des Westerwalds.

Er existiert seit Millionen Jahren, seit der Jung-Tertiär-Zeit.

Eine Theorie, wie er entstand:

Aus dem Erdinnern emporquellende Basaltlava-Massen dringen nicht bis an die Erdoberfläche, sondern erstarren noch in der Schiefer- und Grauwackendecke - nach Erosion kommt die Basaltkuppe zum Vorschein.

Diese geologische Annahme scheint inzwischen "jedoch widerlegt zu sein", wie Heimatforscher Werner Stinner in seinem detailreichen Werk "Geschichte von Kirchen" anmerkt.

Quibus erklärt, daß der Druidenstein ein Menhir sei.

Also einer jener geheimnisvollen Steine, die besonders in Nordfrankreich vorkommen und dort häufig über fünf Meter hoch sind.

Der Herkersdorfer Basaltkegel kann da locker mithalten - wobei sogar "von der ehemals mächtigen Kuppe nur noch ein Drittel erhalten ist", wie der Westerwaldverein in seinem Buch "Großer Westerwaldführer" feststellt.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Druidenstein kleiner gemacht.

Offenbar, weil sich feindliche Heere an ihm orientieren konnten.

Obwohl er schon 1869 unter Naturschutz gestellt wurde:

Vierzig Jahre später benutzte man seinen Basalt, notiert Heimatkundler Stinner, um die Straßen von Herkersdorf nach Offhausen und Kirchen auszubessern.

Die alte Stätte ureuropäischer Kultur - verstümmelt.

Das Druidentum verschwand, als sich das Christentum ausbreitete.

Für den Druidenstein vollzog sich die religiöse Zeitenwende spätestens am 15.

August 1919.

An diesem Tag wurde ein christliches Kreuz auf seiner Spitze eingesegnet.

Dabei zog eine große Prozession zu dem Steinkegel, was seit 1926 regelmäßig stattfindet; ein Jahr später wurde der Kreuzweg eingeweiht.

In der Nazizeit wurde eine Muttergottesstatue mutwillig zertrümmert.

Zur Einweihung einer neuen Statue, am Himmelfahrtstag 1935, erschienen etwa achttausend Menschen.

Das Kreuz auf dem Druidenstein nannte man wohl nicht zufällig "Missionskreuz".

Bis um 800 soll der Monolith noch eine Stätte gewesen sein, wo sogar Menschenopfer stattfanden.

Die Druiden waren "im ausschließlichen Besitze einer geheimnißvollen Lehre", heißt es in einem Bericht von 1852, den Heimatforscher Stinner zitiert.

Sie "beherrschten die Gemüther des Volkes durch die Schrecken eines finsteren, blutigen Götzendienstes", heißt es weiter.

"Daß es aber an einem gewissen Tage im Jahr heute noch auf ihm spukt und aufgeregte Geister ihn umkreisen ...

ist gewiß.

Wer von letzterem sich überzeugen will, der besuche den Berg am Himmelfahrts-Nachmittage, aber ja nicht ängstlich."

Bildzeile (NA STEIN):

Der sagenumwobene Druidenstein in Herkersdorf, an dem eine Druidin namens Herka gewirkt haben soll, ist seit diesem Jahrhundert von christlichen Symbolen umgeben.

(WR-Bild:

fr) 17.9.97:

Bad Sobernheim/Kreis Altenkirchen.

(fr) Bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften im Duathlon (10.000-Meter-Lauf und 40 Kilometer Radfahren) konnten sich heimische Sportler vorne plazieren.

Rheinland-Pfalz-Meister in der Klasse M50 wurde Gerd Kuptz (SG Westerwald/Gebhardshain).

In der Klasse M55 siegte der Naurother Rudolf Schnell.

Er ging für die DJK Marienstatt an den Start, ebenso wie Rainer Lichtenthäler (Neunkhausen), der Vizemeister in der Klasse M45 wurde.

Die Steinebacherin Heidi Weller holte "Bronze" in der Klasse W35.

Sie startete in Bad Sobernheim an der Nahe für "Keep step Tri/SG Sieg" (Wissen).

5.9.97:

Streithausen/Panevezys.

(fr) Der SG-Westerwald-Sportler Gerd Kuptz erreichte bei der Weltmeisterschaft im Zweifach-Ultra-Triathlon den 16.

Platz - und schafft damit unter den deutschen Teilnehmern den drittbesten Rang.

Bei dem Wettbewerb in Panevezys (Litauen) war Kuptz mit 52 Jahren der älteste Teilnehmer.

In exakt 27 Stunden schwamm er 7,6 Kilometer, fuhr 360 Kilometer mit dem Fahrrad und lief abschließend 80 Kilometer.

(Bericht folgt) 13.9.97:

Kirchen.

(fr) Völlig veraltete, teils schon vergessene Dinge locken in Kirchen immer mehr Leute.

Hunderte sind jetzt zu Sachen von gestern gegangen, bei den "Heimattagen" des Kirchener Heimatvereins - und dieses Jahr sind schon 34 Menschen dem Verein beigetreten.

Wie Vorsitzender Werner Panthel weiter mitteilte, hat der Verein nun fast 300 Mitglieder.

Und die helfen kräftig, alte Dinge zumindest fürs Museum zu erhalten:

"Ich brauche die Mitglieder nur einmal anzusprechen - schon ist begeisterte Bereitschaft zu spüren!" berichtete der Vorsitzende den Ehrengästen, als er die Heimattage in der Kirchener Wiesenstraße, im "Inken", eröffnete.

Damit öffnete er das Heimatmuseum dort im alten Feuerwehrhaus ein ganzes Wochenende.

Verbandsbürgermeister Günter Schönhof hat es schon oft besucht:

"Wenn man sieht, wie sich die Leute früher mühen mußten", beschreibt er seine Gedanken, "dann sollte man eigentlich bescheidener werden."

Was einmal nötig war, um an einen Pullover zu kommen, zeigte Luise Schneider, die ein Spinnrad bediente und damit auch Leben ins Museum brachte.

Schneider war eine von neun Künstlern aus Kirchen, die Werke zwischen den Antiquitäten präsentierten.

Unter den alten Fotos, Werkzeugen und Hausgeräten auf etwa vierhundert Quadratmetern Museum entdeckten die Schaulustigen viel neues Altes.

Nach den letzten Heimattagen hat der Verein die oberste Etage hergerichtet; Leute vom Gemeinde-Bauhof haben in Schlechtwetterphasen geholfen.

Oben unter dem Turm stehen jetzt hochbetagte Spielzeuge, Schreibmaschinen und Rundfunkgeräte.

Jeder kann an einem Exemplar des ersten "Volksempfängers" drehen, die altmodischen Knöpfe eines Auto-Röhrenradios drücken oder ebenso vorsichtig die Gabel eines "W 28" abheben, einem Telefon, dessen Baujahr sein Name verrät.

Noch mehr Jahrzehnte erlebt hat eine schwarze Schreibmaschine, ein "Fortuna"-Fabrikat - auf ihr tippte man schon im Ersten Weltkrieg.

Und hinter einem 84 Jahre alten Fahrrad, Marke Opel, steht ein "Episkop".

Dieser Projektor malte bereits in den dreißiger Jahren Bilder an die Wände.

Würden die Kirchener dem Verein nicht helfen, wäre das Museum ziemlich leer.

"Fast alle Ausstellungsstücke bekommen wir geschenkt", freut sich Vorsitzender Panthel, der bei den Heimattagen ein Lederstück aus der Wehbacher Gerberei annehmen durfte.

Besonderheit:

Das Leder ist grün - produziert für Polizeiuniformen.

"Erhalten" sei der wichtigste Zweck des Vereins, der so nach den Worten des stellvertretenden Bürgermeisters Hans Schölzel "Werte von unschätzbarem Wert geschaffen hat, auch für folgende Generationen."

Einen "ganz großen Clou" nannte er die Kirchener Feldbahn-Lokomotive "ZL 105", die der Heimatverein aus Thüringen zurückgeholt hat (die WR berichtete).

Als ihr Motor jetzt bei den Heimattagen dröhnte, lauschte auch der letzte Betriebsleiter der Jung-Werke, der Freusburger Werner Lenz.

Der 80jährige ist ebenso im Heimatverein wie ein Kirchener Bäckermeister, der den Besuchern Holzluckenbrot bot.

Musik machte Alfred Nauroth; für Süßes sorgten die Herkersdorfer Eheleute Mertens, die schon bei den ersten Heimattagen ihre Waffeln offerierten.

Das war 1984, doch in den letzten Jahren werde die Schau immer beliebter, bemerkt Vorsitzender Panthel.

"Als wir letztes Mal mit der Besucherzahl des Vorjahrs kalkulierten, war sonntags nachmittags kein Steak mehr da - und das Bier alle."

Bild:

Vorsitzender Werner Panthel (links) und sein Vorgänger Werner Stinner vor der neuen Ausstellung von Rundfunkgeräten.

21.9.97:

Ergebnisse Klickerturnier 1997 In der Disziplin "Deutsches Lochspiel" wurde die DJK Friesenhagen neuer Deutscher Meister, vor den Stammtischen "Immer im Einsatz" und "Fidele Jongen".

Auf dem vierten Platz landete die 1.

Mannschaft des KKV, dahinter plazierten sich die KKV-Reserve und die Erfurter Teams.

In der englischen Disziplin siegten die "Schwarzmurmler" aus Erfurt vor der DJK Friesenhagen und "Saxonia" Chemnitz.

Keine Medaille gab es für dem KKV (vierter Platz).

Gesamtsieger wurde die DJK Friesenhagen.

Beim Klickerfünfkampf der Kinder gewann Jens Stahlmann vor Carla Hensel und Annika Voß.

1997:

Lesen ist für Studenten oft ein Zeitdieb - darum wollen manche schneller lesen.

Jeder kann sich Strategien antrainieren, mit denen der gewünschte Effekt beim Lesen schneller erreicht wird:

Strategie 1:

Textmassen bewältigen und informiert sein, möglichst ohne überhaupt zu lesen Eine unvermutete Fähigkeit steckt im Zeigefinger:

Sucht man nach einem bestimmten Wort im Text, kann es mit ihm aufgespürt werden.

Dabei muß das Wort durch stilles Vorsagen im Kopf erklingen - und der Zeigefinger über den Text schwingen:

von links nach rechts und zurück in etwa einer halben Sekunde, dabei mindestens drei Zeilen gleichzeitig nehmend.

Bewegt sich was, dann sieht man hin.

Dieser Reflex kann auch beim Überblicken benutzt werden, um die Augen mit System durch den Text zu führen.

Der dafür nötige Bewegungsreiz wird beim Blättern im Sekundentakt erzeugt; dabei schwingt die Hand von unten links zurück nach rechts oben, über den gesamten gerade sichtbaren Text.

So wird einiges systematisch wahrgenommen, der Kopf verarbeitet es und ein Bild vom Inhalt entsteht.

Was erfaßt wurde, kann mit Strategie 3 kontrolliert werden.

Tips für beide Techniken:

rhythmisch, gleichförmig und dicht über den Text schwingen, ohne ihn zu berühren - und nicht versuchen zu lesen! Strategie 2:

Störquellen trockenlegen Beim Lesen stört der für Strategie 1 benutzte Reflex, denn er lenkt die Augen ab.

Deshalb sollte alles aus dem Gesichtsfeld verbannt werden, was sich bewegt.

Doppelt schlimm ist eine flackernde Kerze:

Gute Leseleistungen erreicht man nur bei guter Beleuchtung; etwa 1000 Lux sind optimal.

Doch nicht nur der Leseplatz, sondern der gesamte Raum muß gut ausgeleuchtet sein.

Sonst schauen die Augen - ein zweiter störender Reflex - immer wieder nach, was aus dem Dunkeln kommen könnte.

Starke Farbkontraste ziehen die Augen ebenfalls an und lenken sie damit vom Text ab.

Strategie 3:

Zeit sparen beim gründlichen Lesen Der Impuls, sofort mit dem Lesen zu beginnen, läßt häufig die Zeitfalle zuschnappen.

Und wer das Lesen rasch hinter sich bringen will, blockiert leicht das Verstehen.

Da spart es Zeit und macht den Kopf frei, sich vorher darauf zu besinnen, welches Ergebnis erzielt werden soll.

Das kann zu verschiedenen Arbeitsschritten führen, die im Algorithmus "Lesen mit System" (Abbildung) zusammengefaßt sind.

Grundsätzlich sollte mit jenen Schritten begonnen werden, die wenig Zeit kosten.

Strategie 4:

Eigenständig den Leseeffekt kontrollieren War das Ergebnis des Lesens gut oder schlecht? Das kann nur der Leser selbst beurteilen.

Ein persönliches Kontrollinstrument ist die Methode "Textbild":

Einfälle und Gedanken zum Text werden auf Schlüsselwörter reduziert - und strukturiert sowie ergonomisch richtig ins Bild gesetzt.

Am besten eignet sich ein DIN-A4-Blatt ohne Linien oder Karos, das im Querformat benutzt wird - denn Hochformat verleitet zum Auflisten.

Das Textbild ist eine logische Struktur des Textinhalts:

Die Schlüsselwörter werden mit Strichen, Pfeilen und Symbolen verknüpft.

Damit die übersicht nicht verlorengeht, muß der Abstand zwischen den Wörtern mindestens den Durchmesser eines Leseblicks betragen, der etwa so groß ist wie ein Fünf-Mark-Stück.

Strategie 5:

Das Lesen pflegen Das kaum registrierte stille Mitsprechen beim Lesen ("Subvokalisieren") ist auch das, was jeder als Lesegefühl kennt.

Einfach schneller werden zu wollen, kann es empfindlich stören.

Wenn dann selbst kurze Texte kaum noch gelassen gelesen werden können, braucht die "Lesemechanik" Pflege.

Das Trainingsprogramm:

möglichst täglich, jeweils zehn Minuten, sich oder anderen etwas laut vorlesen - dabei gut artikulieren und versuchen, die richtige Satzmelodie zu treffen.

Strategie 6:

Lesetempo beschleunigen Zudem läßt langsam laut lesen das leise Lesen auch schneller werden! Denn zügig und zuverlässig im Text vorankommen, das vermag nur, wer ein im Klang gesichertes Lesegefühl hat.

Ebenfalls ohne aufwendiges Training läßt sich das natürliche Lese-Tempo (240 Wörter pro Minute) auch bis auf das Vierfache steigern.

Die Methode:

regelmäßig sehr viel lesen, und das ohne Hast und mit Genuß.

Dies bewirkt, daß automatisch Wörter übersprungen werden, die für das Verstehen entbehrlich sind.

Zum Beispiel wird "Ball rund bunt" statt "Der Ball ist rund und bunt" gelesen.

Zudem werden unbemerkt Klangfolgen kombiniert:

"der-Ball", "ist-rund", "und-bunt".

Bis zu vier Wörter können so jeweils kombiniert werden - mehr passen, bei normalem Druckbild, nicht in einen Leseblick.

Diese Mechanismen wirken nur, wenn sie automatisch geschehen.

Wer sein Lesen an Übungstexten trainiert, wird, nach fleißigem Mehrfachlesen, daran schneller sein.

Unwahrscheinlich ist, daß es sich auch auf`s sonstige Lesen auswirkt.

Eine andere, allerdings sehr aufwendige Möglichkeit zur Temposteigerung ist, eine neue Art von Lesen zu lernen.

Schon seit den 60er Jahren werden Trainingskonzepte zum Flächen-Lesen angewandt, die zigfach höhere Lesegeschwindigkeiten versprechen.

Doch die Methoden müssen gründlich geprüft werden, da sie einen Eingriff in den Kopf darstellen.

Durch Selbstversuch oder andere nicht geeignete Verfahren laufen selbst erfahrene Leser Gefahr, Störungen zu erleiden, die dann als Konzentrationsschwäche fehlgedeutet werden - oder sogar die Lesefertigkeit gefährden.

Wenn gewährleistet werden soll, daß das Schnell-Lesen mit zehn- bis vierzigfachem Aufnahmetempo funktioniert und herkömmliches Lesen störungsfrei daneben erhalten bleibt, muß der Lernprozeß intensiv, zumeist über Monate, begleitet werden.

Das rechnet sich für Studenten mit normalem Lesepensum eher selten.

Frank Rosenbauer Literaturtips:

zum effizienten Lesen:

MICHELMANN, Rotraut und Walter Uwe:

"Effizient lesen", Gabler/Wiesbaden 1995 zum Schnell-Lesen:

GRAFE, Eduard:

Erlebnisbericht - Schnell-Lesen als Jurist.

In:

Monatsschrift für Deutsches Recht 8/1996, S.

774; HORSTKOTTE, Hermann:

Turbo-Lesen (...) Husch über die Seiten.

In:

Rheinischer Merkur 27/1996, S.

16; TOFERN, Martin:

Achtung, fertig, lies! In:

Managermagazin 2/1991, S.

172 - 175.

4.

Mai 1996:

Windeck.

(fr) Auf dem Wiedenhof, einem kleinen Bauernhaus im Windecker Ländchen, passiert Ungewöhnliches:

Ärzte und Manager, Ingenieure und Juristen lernen lesen - mit dem Zeigefinger.

Jedoch weitaus flinker als in der Grundschule.

Zehn- bis vierzigfach schnelleres Lesen lehren, das ist der ungewöhnliche Beruf von Rotraut und Walter Uwe Michelmann.

Wie geht das? Diese Frage hat die beiden waschechten Nordrhein-Westfalen seit ihrer Studentenzeit angetrieben.

"Schon in den 50er Jahren wurde ein entsprechendes Training in den USA entwickelt, das später auch nach Deutschland kam - doch es war leider nicht ausgereift", berichtet Walter Uwe Michelmann.

Seine Ehefrau Rotraut ergänzt:

"Bei mir bewirkte dieses Training sogar, daß ich vorübergehend überhaupt nicht mehr lesen konnte."

Doch bei manchen, darunter John F.

Kennedy, funktionierte es.

Die Michelmanns waren fasziniert und ließen nicht locker.

Er suchte als Diplompädagoge nach einem Lehrkonzept; sie, als medizinisch vorgebildete Physikerin, nach den wissenschaftlichen Grundlagen.

"Ich verfeinere die pädagogische Seite unseres Trainings noch heute, schließlich sind unsere Schüler allesamt Führungskräfte", so Walter Uwe Michelmann, "aber seit einigen Jahren sind wir in der Lage, das Schnell-Lesen jedem beizubringen, der es braucht."

Das jedoch habe ihnen zunächst kaum jemand geglaubt.

Zwar veröffentlichten die Michelmanns immer wieder in Fachzeitschriften.

Dennoch:

"Wir wurden als Spinner, als Exoten abgetan."

Dies habe sich inzwischen geändert.

Auch nachdem ein Nachrichtenmagazin 1993 berichtete ("400 Seiten in 40 Minuten"), trauen sich immer mehr Schnell-Lesen-Schüler an die Öffentlichkeit.

So bestätigte vor wenigen Wochen ein Medizin-Professor in der wissenschaftlichen Zeitschrift seines Berufsverbands, daß er das Schnell-Lesen gelernt hat.

Und dies mit voller Nennung seines Namens und Wohnort.

Solche Berichte existieren inzwischen auch von einem Diplomingenieur in einer Fachzeitschrift und von einem Bonner Fachanwalt für Steuerrecht, der für das "Anwaltsblatt" schrieb:

"Ich lese mit 56fachem Tempo - zur Entspannung."

Derzeit entsteht gerade ein Aufsatz für das Fachblatt "Monatsschrift für Deutsches Recht".

Erst durch diese Hilfe ihrer ehemaligen Schüler, gestehen die Michelmanns, sei das Schnell-Lesen endgültig aus der Grauzone gelangt.

"Aber das wundert uns nicht.

Denn die Sache klingt ja wirklich unglaublich."

Dabei klingt das Prinzip recht simpel:

Der Schnell-Leser erfaßt nicht mehr nacheinander einzelne Wörter, sondern alle, die in einen Blick passen; das Gehirn verarbeitet sie zu einem sinnvollen Ganzen.

Also eine Art filmisches Lesen - ähnlich dem Blicken auf einen Bildschirm, wenn schnell wechselnde Farbpunkte im Kopf zu immer neuen Bildern zusammengesetzt werden.

Als Wegweiser beim Sprint durch die Bleiwüste fungiert der Zeigefinger, der in einer slalomartigen Schlängel-Bewegung über den Text fliegt.

Diesem Bewegungsreiz folgen die Augen automatisch.

Das Verständnis folgt - wenn entsprechend trainiert wurde.

"Und das innere Mitsprechen muß abgeschaltet sein", erläutert Michelmann.

Man solle aber auf keinen Fall versuchen, sich das alles selbst beizubringen - "sonst macht man sich das Lesen kaputt", warnt der Leselehrer.

Das Schnell-Lesen-Training sei eine Konditionierung, die optimal überwacht werden müsse.

"Dabei tragen wir Sorge, daß das herkömmliche Lesen erhalten bleibt."

So sei Sicherheit im Training oberstes Gebot.

"Um jegliche Gefährdung auszuschließen", betont Ehefrau Rotraut, "lehren wir als Trainerpaar stets in monatelangem, intensivem Einzeltraining."

Das kostet entsprechend - eine fünfstellige Summe.

Günstigere Angebote mache die, eher esoterisch orientierte, Konkurrenz.

"Doch vor deren `alpha-lesen` und `PhotoReading` ist uns nicht bange.

Wir wissen genau, was geht - und was nicht."

Was indes funktioniere, sei die "fernöstliche Methode".

"Dafür ist jedoch ein tranceartiger Zustand nötig.

Für Berufsleser recht unpraktikabel."

Für die Leser, für die sich das aufwendige Training nicht rechnet, haben die Michelmanns einen Ratgeber verfaßt.

In dem 200-Seiten-Werk "Effizient lesen" (Gabler-Fachverlag/1995) verraten die Trainer Tips und Techniken, die das Leseleben im Beruf leichter machen - und mit denen man seine Leseleistung immerhin verdoppeln kann.

1997:

Hamm/Sieg.

(fr) Der deutsche Schlager, lange im Ewigselben erstarrt und fast schon scheintot, ist auferstanden:

Alte Lieder werden Kult - und neue füllen die größten Hallen.

Nach dem Wie und Warum fragte die WR einen Macher des Erfolgs, den Siegerländer Songwriter Jean-Pierre Valance.

Er half Jürgen Drews und Wolfgang Petry zum Comeback.

Seltsame Szenen in einer knallvollen Szenedisco:

"Moskau" ("wirf die Gläser an die Wand ...") erklingt.

Wo sonst harte House-Sounds dröhnen, fließt jetzt alte Schlagersoße in Strömen.

"Du bist so heiß wie ein Vulkan" bringt die Kids nicht mehr zum Lachen, sondern auf die Tanzfläche - seltsam:

"Tanze Samba mit mir" wirkt wieder.

Eine Nacht später, Vereinsfeier in einer Siegerländer Turnhalle:

Gemischtes Publikum tanzt auf Fetenhits, Neue Deutsche Welle und englischer Wave.

Gute Stimmung.

Doch als der junge DJ "Rudi" einen 45 Jahre alten deutschen Schlagersänger auflegt, kann er seinen CD-Wechsler abschalten:

Mit Wolfgang Petry ist der Nerv getroffen - die Tanzpaare okkupieren sogar die Showbühne.

Auch die Essener Grugahalle verwandelte Petry, wie die WR notierte, in einen "Hexenkessel".

Daß er - als Schlagersänger - überhaupt einmal vor 10000 Menschen spielen dürfte ...

Vor wenigen Jahren noch wollte er sogar aufhören, erinnert sich Komponist Jean-Pierre Valance:

"Als ich ihn 1991 kennenlernte, mochte ihn eigentlich niemand mehr hören.

Seine Plattenfirma hatte sich abgewandt."

Doch Valance schrieb ihm "Verlieben, verloren, vergessen verzeih`n", Petry kam zurück.

Und der Siegerländer Songwriter legte nach:

"Du bist ein Wunder", "Bronze, Silber und Gold" - Durchbruch für Petry, Platz 1 plus Platin für sein Album "Alles".

Valance gibt zu:

"Das hätte ich im Traum nicht gedacht."

Allein seine Kompositionen wurden auf zirka zehn Millionen CDs gepreßt.

250000mal etwa binnen 25 Tagen verkaufte sich Petrys Hitmix "Die längste Single der Welt", ein synthetischer Sambazug-Soundtrack.

Der Schlagersound des Siegerländers tönt sogar weltweit:

Valances Kreation "Warum immer ich?", gesungen von Jürgen Drews, nahm eine angesagte amerikanische Jeansmarke als Reklamesong.

Wohl eher ein Gag - doch MTV sendete ihn in 75 Länder.

De facto ging ein alter Hut über den Satellit:

deutscher Schlager.

"Nein, es ist Rockpop", meint Valance, der durch treibende E-Gitarren und belebende Beats das Herkömmliche auffrischt.

Vielleicht ein Grund für den Überraschungserfolg.

Nichts Neues aber sind seine Texte, auf eher niedrigem Niveau - "sie sind halt so", meint Valance, "wie das Leben spielt!" Warum seine Kompositionen nun derart einschlagen, kann er nicht sagen:

"Hits schreiben kann man nicht lernen, das ist wie ein Geschenk", meint der hellblonde Sunnyboy, der mit Spott leben muß - Erfolg hilft ihm darüber hinweg, etwa sein lukrativer Vertrag mit dem Medienmulti Bertelsmann.

So was weiß er zu genießen.

Denn noch vor wenigen Jahren arbeitete Jean-Pierre Valance als Koch für die Bundeswehr und hieß Hans-Jürgen Dönges.

Und mit der Musik klappte es nie so recht.

Klavier, Trompete, Gitarre - Dönges übte, aber nie lange.

Seine erste Band verließ er:

"Man ließ mich nicht komponieren."

Doch Anfang der 70er kommt die Elektronik in die Musik - Dönges ist von den Möglichkeiten des Künstlichen fasziniert:

"Für meinen ersten Synthesizer habe ich alles verkauft, was ich liebte."

Sogar von seiner Schallplattensammlung (400 LPs) trennt er sich.

Seine Moto Guzzi "Le Mans" und den Golf GTI tauscht er gegen einen alten R4 - nach vier Wochen bricht die Hinterachse.

Er lernt sieben Jahre lang, einsam.

"Ich war nie ein Typ, der in Discos ging - aber da habe ich mich total zurückgezogen, war kaum noch unter Menschen."

Irgendwann wagt sich Dönges dann doch in ein großes Studio, mit seinem Song "Deutsches Kindchen".

Das hören zufällig die "Bläck Föös" - und kaufen es.

Hans-Jürgen ist nun zu Jean-Pierre mutiert, darf auch für Wencke Mhyre komponieren.

Später bringt er Jürgen Drews frischen Erfolg, mit "Irgendwann, irgendwo, irgendwie".

Heute hat Valance, im kleinen Hamm an der Sieg, seine eigenes Studio (42 Spuren).

"Hier", freut er sich, "kann ich wirklich jeden Klang, jedes Geräusch herstellen."

Aber:

Handgemachte Musik ist doch mehr wert - kann's mit Computerhilfe nicht jeder? Valance dazu:

"Wer eine Anlage wie Pink Floyd hat, ist noch lange nicht Pink Floyd ..."

Was er mit seinen Kompositionen noch nicht geschafft hat:

einen unbekannten Sänger berühmt machen.

"Vielleicht ist ja ein Talent unter den WR-Lesern!" Gesucht wird "ein deutscher Rocksänger a la Petry", was mit Foto, Demo und kleinem Lebenslauf demonstriert werden sollte.

"Jean-Pierre Valance, 57577 Hamm" - "das", weiß die Berühmtheit im kleinen Örtchen, "kommt an!" Für Newcomer hat er schon genügend unveröffentlichte Songs in seinen Schränken.

Wenn er bis spätnachts an seinen Schlagersounds tüftelt, ist er "stundenlang weg."

Wie sich der 40jährige danach entspannt, überrascht:

"Ich ziehe mir richtig deftigen Hardrock rein."

Der Mann, der "Mama, Mama, weine nicht" für die nächste CD der Wildecker Herzbuben geschrieben hat, sieht sich als "feinfühligen Rocker".

Und so hat er noch ein Ziel, das indes weltenweit weg scheint:

Die "Toten Hosen" sollen mal was von ihm singen - einen Song hat er schon fertig ...

1998:

Kirchen (fr) Walter Kipping (links im Bild) ist jetzt einstimmig zum neuen Ortsvorsteher von Katzenbach gewählt worden.

Als einziger im Ortsbeirat vorgeschlagener Kandidat auf die Nachfolge von Christoph Moschner, der aus dem Amt geschieden ist und bereits offiziell verabschiedet wurde (die WR berichtete), bekam er die Ja-Stimmen aller fünf Beiratsmitglieder.

Bürgermeister Wolfgang Müller (rechts im Bild) vereidigte den neuen Ortsvorsteher, der von der CDU vorgeschlagen wurde und nach eigenen Angaben der erste partei- und fraktionslose Ortsvorsteher in der Gemeinde Kirchen ist.

Als Schwerpunkte seiner künftigen Arbeit nannte Walter Kipping das Plädoyer für weitere Verkehrsberuhigung in Katzenbach, die Sanierung der Straßenmauern im Dorf, den Bürgerhaus-Anbau, Dorferneuerung und die Offenlegung der Kosten beim neuen Katzenbacher Wohngebiet "Dorfwiese".

(WR-Bild:

fr) JUPP von (fr), ca 35 Druckzeilen (Namen und Orte stimmen, es handelt sich aber weder um Tewes noch um Keßler!) Jupps Bekannter, Klaus aus Kirchen, muß beruflich viel in Betzdorf mit dem Auto fahren - entsprechend viele Knöllchen kassiert er.

Natürlich mit der entsprechenden Laune dabei.

So hatte er, er wußte nicht wieso, irgendwie ein schlechtes Gefühl, als er jetzt mit ein paar Leuten in einem Fesselballon über die Heimat schwebte.

Er guckte sich dann um, sah den Mann neben sich - und plötzlich kam es ihm:

"Sind Sie net der Knöllches-Schreiber?!" Der Mann nickte unauffällig.

Aber Klaus hat eine ganz gute Stimme, und auch die anderen sechs Leute hatten ihn gehört.

War da plötzlich eine Stimmung im Ballonkorb! "Wie, wat, dat is der Knöllchesschreiber?", kam es von allen Seiten.

"Mann, wissen Sie eigentlich, wie hoch wir sind?" Der Mann wurde blaß.

"Was meinen Sie, wie oft Sie aufditschen würden?" Der Mann wurde blässer.

Daß der Strafzettelschreiber aber immer noch seinen Dienst für die Rathauskasse tut, was ja das bessere Ende der Geschichte ist, weiß Jupp Katzwinkel.

(fr) An der "Städtenetztour" am kommenden Samstag (die WR berichtete) wollen sich zwischen Siegen und Betzdorf auch die Kinder der Jugendschwimm- und Radsportgruppe (JSRG) Katzwinkel beteiligen.

Die besten zehn jungen Radler machen mit, darunter Landesmeister beim ADAC-Fahrradturnier "Sicher auf zwei Rädern".

Die JSRG folgt damit einem Aufruf von Betzdorfs Bürgermeister Michael Lieber (CDU), den die Kinder dazu animieren wollen, bei ihrem Fahrradturnier am kommenden Sonntag in Scheuerfeld anzutreten gegen den derzeit als Landrat amtierenden Ottmar Haardt.

Schirmherr des Turniers an der Grundschule ist der Bundestagsabgeordnete Ludwig Eich; als Ehrengäste erwartet werden auch das JSRG-Ehrenmitglied Franz Schwarz (MdL) und der für Fahrradsicherheits-Turniere zuständige Sachbearbeiter des ADAC Koblenz sowie ein Promotionteam der Deutschen Post AG samt Maskottchen "Rolf".

Es sollen auch Gespräche geführt werden über das JSRG-Konzept eines Freizeit- und Jugendtreffs in Katzwinkel.

Scheuerfeld.

(fr) Über fünfzig Kinder fuhren jetzt bei einem Fahrradturnier in Scheuerfeld, und die Präsenz vieler Ehrengäste zeigte, wie engagiert die Organisatoren sind und wie wichtig die Funktion des ADAC-Turniers genommen wird:

Kinder sollen als Radfahrer sicherer im Straßenverkehr werden.

Das Geschicklichkeitsturnier hat Aufgaben, die schwierige Situationen im Straßenver-kehr simulieren.

So wird zum Beispiel das Linksabbiegen mit Handzeichen geübt, aber auch zielgenaues Bremsen und die Balance.

Auch die Verkehrssicherheit der Fahrräder selbst wird geprüft.

Ein Polizist nahm jedes Fahrrad genau unter die Lupe:

Manfred Greb von der Jugendver-kehrsschule der Schutzpolizei Betzdorf.

Er konnte indes feststellen, daß die meisten Räder in Ordnung waren.

Das Turnier, organisiert von der Jugendschwimm- und Radsportgruppe (JSRG) Katzwinkel, fand auf einem Parkplatz im Scheuerfelder Gewerbegebiet statt.

"Wir sind nach Scheuerfeld ausgewichen", so JSRG-Vorsitzender Gerhard Judt, "weil wir in Katzwinkel keine Möglichkeit sehen".

Es erschienen der Bundestagsabgeordnete Ludwig Eich (SPD) als Schirmherr, Landtagsabgeordneter Franz Schwarz (SPD) als JSRG-Gründungsmitglied und der am-tierende Chef der Kreisverwaltung, Ottmar Haardt.

Der Landratskandidat Haardt sah sich die Aktivität der JSRG an und sein Sohn Marius, 10 Jahre, fuhr den Parcours mit.

Ottmar Haardt sicherte der Jugendgruppe weitere Unterstützung zu, auch für ihr Großprojekt, in Katzwinkel einen Fahrradübungsplatz als gemeinnützigen Freizeit-, Sport- und Jugendtreff zu errichten.

"So eine feste Einrichtung kann auch die Grundschulen animieren.

Das wäre ein weiterer Schritt für mehr Verkehrssicherheit im Kreis Altenkirchen", sagte Haardt.

Er wolle dafür in Mainz persönlich vorsprechen.

Freilich verfolgt die JSRG ihr Ziel bereits seit fast drei Jahren, viel getan hat sich noch nicht.

Ottmar Haardt machte Mut:

"Das Bewußtsein der Menschen ändert sich.

Immer mehr Eltern fahren gemeinsam mit ihren Kindern Rad."

Bereits in den 70er Jahren hatte der ADAC entschieden, als Automobilclub etwas für Radfahrer zu tun.

"Verkehrserziehung steht als Schwerpunkt in unseren Statuten", erläuterte Herbert Fuss, beim ADAC Mittelrhein verantwortlich für Verkehrserziehung und Aufklärung.

Auch er kam zum Turnier nach Scheuerfeld, denn dank der JSRG um ihren Vorsitzenden Judt sei die Resonanz im Oberkreis Altenkirchen "sehr gut".

Seit fünf Jahren organisiert die JSRG mindestens zwei Turniere pro Jahr, fährt seit drei Jahren Siege auf Mittelrhein-Ebene ein und stellte 1996 fast zehn Prozent aller Qua-lifikanten der Mittelrhein-Meisterschaften.

Im ADAC-Bezirk Mittelrhein (halb Rheinland-Pfalz) finden jährlich etwa 130 Turniere statt.

Für das Turnier in Scheuerfeld hatte Judt kreisweit die Werbetrommel gerührt, und so war er mit der Teilnehmerzahl von 52 nicht ganz zufrieden:

"Das schlechte Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht."

Es siegten in den einzelnen Altersklassen:

Anja Gelbke (Scheuerfeld), Steven Kern (Betzdorf), Simon Brägger (Elkhausen), Andrea Rosenbauer (Katz-winkel), Constance Fritzen (Katzwinkel) und André Eckel (Scheuerfeld).

Alle sind qualifiziert für die Mittelrhein-Meisterschaften.

Judt dankte einer Katzwinkler Spedition, die zur Freude der Kinder mit zwei 500-PS-Trucks erschien und Spazierfahrten anbot.

Das Maskottchen des neuen Sponsors der ADAC-Turniere, "Rolf" von der Deutschen Post AG, erschien leider nicht.

Immerhin gab es für jeden Teilnehmer eine Urkunde und einen Button von der Post.

---------------------------------------------------------- Ca 126 Druckzeilen Bilder:

n Ehrengäste mit Kindern, um Ottmar Haardt (auf dem Fahrrad) n Sieger mit Judt und Herbert Fuss vom ADAC Betzdorf.

(fr) Sängerkreis-Vorsitzender Norbert Eisel dankte seinen Sangeskameraden für Verzicht, stellte Widerstände fest und signalisierte, man werde noch einmal über alles nachdenken:

Die "zentrale Ehrung" war mehr als nur ein Programmpunkt in den Jubiläumsveranstaltungen zum 75.

Geburtstag des Sängerkreises Altenkirchen.

Zum ersten Mal sind die Ehrungen für jahrzehntelange Mitgliedschaft alle gleichzeitig und an einem Ort vorgenommen worden - nicht mehr in den einzelnen Sängerheimen und Vereinslokalen der 135 Chöre im Kreis.

Wenn bisher Ehrenurkunden, Ehrennadeln, Ehrenausweise vergeben wurden, ist ein Vorstandsmitglied des Sängerkreises zu den Chören gefahren.

Was in anderen Sängerkreisen üblich ist, wurde nun auch im größten Sängerkreis von Rheinland-Pfalz probiert:

die "zentrale Ehrung".

Etwa einhundert Sänger mußten für ihre Ehrung nach Betzdorf fahren, teils aus dem tiefsten Unterkreis.

"Ich weiß, es war nicht leicht, diese Veranstaltung zu organisieren", sagte in der stilvoll geschmückten Stadthalle der Schirmherr, Ottmar Haardt, der indes "ehrlichen Applaus" für die Entscheidung konstatierte.

Immerhin blieben nur wenige der Ehrung am Tag der Veranstaltung fern.

Sängerkreis-Vorsitzender Eisel kündigte dennoch an:

"Wir werden jetzt überlegen, wie wir es in Zukunft machen."

Eisel dankte den Sängern für ihren Verzicht auf eigene Ehrungsveranstaltungen.

Und dann eröffnete er die zweistündige Ehrungszeremonie, die aufgelockert und untermalt wurde vom Folk-Music-Ensemble der Kreismusikschule, der Chorgemeinschaft Betzdorf, dem Brucher Frauenchor und dem MGV Liederkranz Kirchen.

Zunächst wurden Vereinsvorstandsmitglieder geehrt, u. a.für 40 Jahre Vereinsvorstandsarbeit Eberhard Müller vom MGV Flügelrad Betzdorf und Paul Schuhen vom Musikverein Harmonie Elkenroth.

38 Sänger wurden für ein Vierteljahrhundert in ihren Chören geehrt.

Für ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft bekamen die Goldene Ehrennadel des Sängerbundes Rheinland-Pfalz:

Vera Bender und Liesel Pfeifer (Gesangverein Liederkranz Offhausen), Rita Schumacher und Kurt Gerhards (Chorgemeinschaft Einigkeit Au), Heinz Schmidt (MGV Cäcilia Betzdorf), Herwig Göbel und Horst Jäger (MGV Germania Betzdorf); vom MGV Liederkranz Birken:

Hermann Feckler, Hubert Girreser, Erwin und Herbert Müller.

Außerdem u. a.Karl-Heinz Hüsch (MV Harmonie Elkenroth), Bernhard Böttner und Erwin Ebert (GV Teutonia Friedewald), Christoph Moschner (MGV Einigkeit Katzenbach), Engelbert Becker (Gem.

Chor Cäcilia Nauroth), Friedrich Schlechtingen (MGV Niederfischbach), Hermann-Josef Kesseler und Heinz Muscheid (MGV Glück Auf Steckenstein) sowie vom Wissener MGV:

Paul Flender, Helmut Schüler und Henni Seis.

Der Präsident des Sängerbundes Rheinland-Pfalz, Klaus Herrmann, ehrte dann viele Sänger für 50 Jahre Mitgliedschaft.

Die DSB-Ehrennadel mit Goldkranz, Urkunde und Ehrenausweis erhielten u.

a.:

Gerhard Giehl, Karl-Heinz Sanner, Paul Schuhen und Horst Weber (MV Harmonie Elkenroth), Günter Maus (MGV Glück Auf Forst), Heinz Büdenbender (MGV Kirchen), Josef Nilius und Alois Weib (MGV Frohsinn Molzhain), Alfred Rasquin (Hobby-Chor Nauroth), Gottfried Hof, Bruno und Rudolf Koch (MGV Niederfischbach), Gerhard Buchner, Erich Held, Siegfried und Werner Keßler, Hermann Schütz und Gerhard Uhr (MGV Nisterberg), Walter Schuhen (GV Offhausen/Flügelrad Betzdorf), Albert Brenner, Fritz Döring, Hermann und Manfred Geimer (MGV Eintracht Steinebach) sowie Helmut Schug (Wissener MGV).

Die Ehrennadel mit Goldkranz und Schleife des Deutschen Sängerbundes erhielten samt Ehrenurkunde - für 60 Jahre Singen im Chor:

u. a.Josef Boller (MGV Cäcilia Betzdorf), Rudolf Klein und Willi Rötzel (MGV Glück Auf Forst), Josef Stinner (MGV Einigkeit Katzenbach), Helmut Geilhausen, Ewald Heuser und Walter Mittler (MGV Deutscher Männerchor Niederhausen) sowie Albert Eutebach vom MGV Einigkeit Steineroth.

Fotos:

(kleinere Gruppe):

Ehrung Vereinsvorstandsmitglieder (Riesengruppe):

Ehrung für 50 und 60 Jahre Singen im Chor Katzenbach.

(fr) Etwa einhundert Kinder haben jetzt in Katzenbach gesungen und Musik gemacht - das Bürgerhaus konnte die Zuhörer des schönen Konzerts kaum fassen.

Vor vier Jahren, zum 100.

Geburtstag des Männergesangvereins "Einigkeit" Katzenbach gegründet, organisierte der Kinderchor im MGV Katzenbach nun sein erstes großes Gemeinschaftskonzert.

Der Erlös kam einer Chorfreizeit der Kinder auf der "Concordia" in Dermbach zugute.

Unter dem Motto "Unser Lied geht um die Welt" präsentierte sich der 30köpfige Kinderchor unter Leitung von Berthold Bätzing, mit Liedern wie "Papi, wach auf" von Rolf Zuckowski und dem "Cowboy-Lied" von Rudolf Kühn.

Dazu ließen drei weitere heimische Kindergruppen hören, was sie können.

Die Akkordeongruppe "Vom Weißen Stein" (Leitung:

Berthold Dietz) begrüßte die etwa zweihundert Besucher im randvollen Bürgerhaus, darunter beide Kirchener Bürgermeister, mit "Wiener Grüßen" und ging ebenfalls auf den "Western-Trip".

Dann kamen Kinder auf die Bühne, deren T-Shirts sagten, sie seien "Die lustigen Kirchenmäuse".

Das war der Kinderchor des Kirchenchors "Cäcilia" Brachbach, der ebenfalls vier Jahre jung ist und von Berthold Bätzings Bruder Rudolf geleitet wird.

Wenn die Brachbacher nächstes Jahr das 125jährige Bestehen des Kirchenchors feiern, können die "Cäcilianer" stolz ihren Nachwuchs präsentieren, der sich nun in Katzenbach schon einmal mit Tabaluga-Songs in die Herzen des Publikums sang.

Begleitet wurden die kleinen Sänger von der Jugendkapelle des Musikvereins "Lyra" Brachbach, die zum krönenden Abschluß einige eigene Stücke spielte - darunter sogar eine Adaption von Michael Jacksons "Earth Song".

Bilder:

1 Bild Akkordeongruppe (schlecht) 2 Bilder Kinderchor des Kirchenchors "Cäcilia" Brachbach Mudersbach.

(fr) Die Mudersbacher wollten ihr Altenheim mitten im Ort, sie haben es bekommen - und integrieren es nach wie vor, wie jetzt beim Maifest deutlich wurde.

Lang ist die Liste der heimischen Vereine, die beim Fest mitgeholfen haben:

Männergesangverein "Liedertafel" Mudersbach, "Siegtaler Musikanten", Kirchenchor "Cäcilia" und Musikverein "Lyra" aus Brachbach; der TuS "Germania" zapfte das Bier, die Kfd schenkte Kaffee aus und verteilte den Kuchen, den Bürgerinnen gebacken hatten; das Jugend-DRK und die DJK-Jahnschar kümmerten sich um die Kinder.

Koordiniert hat die Verbundenheit der Freundeskreis des Heims und dessen Leitung.

"Niemand soll sich hier einsam fühlen", betonte der Freundeskreis-Vorsitzende Eberhard Schermouly.

Daß auch jene nicht allein waren, die von ihren Verwandten beim Maifest nicht besucht wurden, darum sorgte sich der ehrenamtliche Besuchsdienst.

Heimleiterin Ines Kotschka freute sich auch über den guten Anklang, den das Maifest - es war erst das zweite - mit insgesamt etwa dreihundert Besuchern fand.

Darunter waren freilich auch die Bürgermeister Hans Kraft und Günter Schönhof sowie einige Politiker, die derzeit im Wahlkampf stecken.

Offiziell eingeladen waren jene nicht, doch MdB Ludwig Eich und Landratskandidat Dr. Alfred Beth kamen trotzdem und erlebten ein Fest, das, wie Heimleiterin Kotscha berichtete, Menschen von 0 bis 102 Jahren unter einem Sonnendach vereinte.

Fotos:

Runde:

Links Schermouly, rechts daneben Heimleiterin Opa mit Bier:

Jung und alt beisammen Daaden.

(fr) Die Bündnisgrünen haben in Daaden einen stattlichen Umweltmarkt quasi aus dem Boden gestampft:

Bei der Premiere auf dem Fontenay-le-Fleury-Platz standen nicht weniger als sechzig Stände, bis aus Alzey und Trier kamen Händler - auf Anhieb der größte Umweltmarkt im Kreis Altenkirchen.

Und ein schöner neuer Markt fürs Daadetal.

Wenngleich erhobene Zeigefinger manchmal durchschimmerten:

Der Daadener Umweltmarkt war eine ramschfreie Zone, mit vielen attraktiven naturnahen Angeboten zum Essen und Trinken, zum Wohnen, Spielen und Dekorieren.

Auch das Pionier-Produkt der ökologischen Bewegung, das Recylingpapier, fehlte natürlich nicht - man konnte es sich sogar selbst herstellen, aus einem wenig verlockenden Bottich mit graubrauner Flüssigkeit war ansehnliches Papier zu schöpfen.

Drumherum gab's eine Kindereisenbahn, Kutschfahrten, eine Modenschau und einen Malwettbewerb, Gesichterschminken und Musik.

Neben der bemerkenswerten Percussionband "Hakuna Matata" spielte auch der CVJM-Posaunenchor, der für die Jazztanzgruppe des Turnvereins Biersdorf eingesprungen war - was zeigte, daß auch Ortsvereine das Projekt der Grünalternativen unterstützten.

Die Idee zu dem Markt, von Bürgermeister Günter Wolfram eröffnet, kam den Grünen, als sie die Verbandsgemeinde gedrängt hatten, dem "Klimabündnis" beizutreten.

"Nun wollten wir den Bürgern mit einer bunten Palette zeigen, was sie selbst machen können", sagte Ortsvorsitzende Jutta Meier.

Das Ziel ist erreicht worden.

Der Marktplatz reichte kaum aus, so daß einiges im Bürgerhaus stattfinden mußte.

Zudem konnten sich die örtlichen Grünen positiv vor hohen Parteifreunden präsentieren.

Bundestagskandidat Ulli Gondorf besuchte den Markt mit der agrarpolitischen Sprecherin der Grünen im Bundestag, Ulrike Höfgen, und dem Vize-Fraktionschef im Landtag, Dietmar Rieth.

Freilich war auch der Grünenkandidat für das Landratsamt dabei:

"Fragen Sie Gerd Dittmann, was Sie schon immer wissen wollten!" lud die Partei ein.

"Fünf Mark pro Liter" sei immer noch ein Thema, sagte Dittmann der WR.

"Mehrere Dutzend" Gespräche habe er wegen dieser, so Dittmann, "Ungeschicklichkeit" führen müssen.

Als Finanzverwalter habe er jedoch viel mit Steuern zu tun und könne den Stufenplan der Ökosteuer überzeugend erklären.

"Und inzwischen greift die Aufklärungsarbeit.

Die Stimmung für die Grünen ist wieder besser."

Bei der Landratswahl wolle er ein "wahrnehmbar gutes Ergebnis" erzielen, was für ihn persönlich bedeute:

"Ich habe das Ziel einer Stichwahl vor Augen."

Das bekräftige er und sage es immer wieder, obwohl es der SPD nicht gefalle.

Aber, erläuterte Dittmann, ohne ein solches Ziel anzutreten halte er für wenig sinnvoll.

Kann er es erreichen? "Der Rückhalt im Kreis Altenkirchen ist manierlich", formuliert Dittmann - "und auch der Umweltmarkt in Daaden zeigt, daß wir die Leute auf die Füße bringen können."

Fotos:

Spielzeugstand Die Band "Hakuna Matata" Wollverkäufer Die Grünen-Prominenz vor einem Gebhardshainer Solarkocher Die Grünen-Prominenz mit Honigprodukten, mit dem Vorsitzenden der Kreisimker, Walter Berndt aus Daaden (rechts) Kreis Altenkirchen.

(fr) 11 Prozent der Einwohner des Kreises gehören einem Gesangverein an, zusätzlich singen noch viele in Kirchenchören - bundesweit sind es nur 3 Prozent.

Darauf hat jetzt der Kreisbeigeordnete Ottmar Haardt hingewiesen, als Schirmherr bei der Feier zum 75.

Geburtstag des Sängerkreises in der Stadthalle Betzdorf.

Haardt sagte weiter, mit ihren Konzerten und Festen, dem Mitwirken bei Gottesdiensten, Feiern und Jubiläen "halten die Chöre, neben den anderen örtlichen Vereinen, das Dorf lebendig."

Daß jedoch die Lebendigkeit der Chöre selbst bedroht ist, daran gemahnte der Präsident des Sängerbundes Rheinland-Pfalz, Klaus Hermann.

"Nur jene Chöre werden überleben, die ihre Organisation und ein teilweise nicht mehr zeitgemäßes Repertoire erneuern."

Hermann dankte dem Sängerkreisvorstand, insbesondere dem Vorsitzenden Norbert Eisel, "dem es zu verdanken ist, daß alte Strukturen aufgebrochen werden und die Jugendarbeit in den Vordergrund gestellt wird."

Unter den 133 Mitgliedschören des Sängerkreises sind allein 13 Kinder- und Jugendchöre.

Neben den 68 Männerchören und einer Instrumentalgruppe gibt es im Sängerkreis Altenkirchen 31 gemischte Chöre und 20 Frauenchöre.

"Die Bilanz kann sich sehen lassen", sagte Ottmar Haardt:

Über 14000 Mitglieder, davon 4117 aktive, hat der Sängerkreis heute.

73 Gesangvereine gab es im Kreis Altenkirchen, als der Sängerkreis gegründet wurde, als "Sängerbund für den Oberkreis Altenkirchen", am 3.

März 1923 auf Initiative der Männergesangvereine Liederkranz Kirchen und Germania Betzdorf.

Unter den Gründervätern waren Germania-Chorleiter Karl Großkurth, Besitzer des legendären Hotels "Deutsches Haus" in Betzdorf, und der Lehrer Karl Krefeld aus Kirchen - erster Vorsitzende des Sängerkreises.

1934 mußte er sein Amt bei den Wahlen zum neuen "Kreissängerführer" abgeben:

Als Mitglied der Zentrumspartei war Krefeld nicht nazi-konform.

Im Zweiten Weltkrieg stellten viele Chöre ihre Proben ein.

An manchen Orten gelang es zumindest zeitweise, die Chorarbeit weiterzuführen, oft dadurch, daß man erstmals Frauen einbezog und sich zu gemischten Chören wandelte.

Nach dem Krieg erfolgte die Neugründung als "Sängerbund für den Kreis Altenkirchen" im Saal Heikaus nahe des Kirchener Bahnhofs.

Weil der Kreisvorsitzende Rudolf Eisel (Wehbach) von den alliierten Militärbehörden nicht akzeptiert wurde und auch sein Stellvertreter Franz Euteneuer aus Birken nicht seines Amtes walten durfte - er mußte stattdessen für eine Woche ins französische Militärgefängnis in Kirchen -, wurde Josef Molzberger zum ersten Sängerkreis-Vorsitzenden nach dem Krieg gewählt.

Der Malermeister aus Offhausen verfaßte den Text zur Hymne des Sängerbundes Rheinland-Pfalz - die Komposition stammte von seinem prominenten Freund Prof.

Rudolf Desch, der drei Jahrzehnte Bundeschormeister war.

Zweitausend Menschen strömten zur Kirchener Sigambria zum ersten Kreisfreundschaftssingen nach dem Krieg.

In den 50er Jahren waren Chöre mit 50 oder 100 Sängern keine Seltenheit.

1952 fand erstmals der rheinland-pfälzische Sängertag in Kirchen statt:

Mehrere Tausend Sänger sangen in fünf Großkonzerten.

Von 1965 bis 1998 stieg die Mitgliederzahl im Kreis noch einmal um 74 Prozent.

Weil im Sängerkreis Altenkirchen stets auf gute Ausbildung geachtet wurde, sammelten die Chöre bis heute 54 Meisterchortitel - kein Sängerkreis in Rheinland-Pfalz schaffte mehr.

Amtierende Meisterchöre sind derzeit im Oberkreis die Männergesangvereine Cäcilia Betzdorf, Frohsinn Bruche, Germania Breitscheidt, Liedertafel Mudersbach und Niederschelderhütte sowie Birken, Liederkranz Kirchen und Wallmenroth, Eintracht Rosenheim, der Gemischte Chor Birnbach, das Vokalensemble Velten und der Singkreis Westerwald-Sieg.

Fotos:

n erster Vorsitzender Karl Krefeld (Repro-fr) n heutiger Vorsitzender Norbert Eisel (fr) Erstmals ohne echten Gaststar, und mit weniger beschaulicher Phantasie, präsentierte sich jetzt die Zelttournee "Palatino" in Hachenburg - trotzdem geriet die internationale Mischung aus irrer Comedy, hochklassiger Musik und besonderem Varieté im Kultursommer Rheinland-Pfalz wieder zu einem Bombenerfolg.

Das dreistündige Programm an drei Abenden lockte die Zuschauer in Strömen.

Das Publikum weiß inzwischen:

"Palatino" bedeutet "Hingehen und gucken!" - aber besser nicht in der ersten Reihe ...

Das "Chaostheater Oropax", das beim letzten Mal Besuchern Socken auszog oder Handtaschen abnahm und auf der Bühne ausleerte, hatte diesmal gleich die Moderation und damit die Regie übernommen.

Leider war der Palatino-Publikumsrenner "Electric Man" nicht mehr dabei, doch überraschenderweise gelang es ausgerechnet einem Comedian aus Australien, Rob Spence, den Verlust mehr als wettzumachen.

Dafür sorgte auch eine belgischer Grimassenschneider namens Elliot, der sein Gesicht derart verformen konnte, daß es ihm bereits den Gewinn des Festivals in Montreux einbrachte.

So viel verrückte Comedy wie nie spielte sich auf der Bühne ab im schönen, sternmotivgeschmückten Kulturzelt.

Musikalisches Highlight war ein hochkarätiges Klavier-Gesang-Bluesharp-Trio, allerdings ohne echten Star (in den Vorjahren u. a.Jule Neigel, Pe Werner, Joy Fleming).

Auch die verträumt-spielerischen Momente waren diesmal Mangelware.

Das fünfte "Palatino"-Programm war das bisher schnellste - von der ursprünglichen "Nacht der 1000 Sterne" hat sich die Kaiserslauterner Produktion inzwischen entfernt.

Ein künstlerisches Feuerwerk des neuen Varieté ist sie aber nach wie vor, und für die Region ein Gewinn, daß sich die Stadt Hachenburg diese Kultur wieder an Land ziehen konnte - als kleinste der sieben Tourneestädte.

Daaden.

(fr) Unter dem Motto "Abenteuer zu Land, zu Wasser und in der Luft!" steht der Ferienspaß der Verbandsgemeinde Daaden:

"Coole Dates für heiße Tage!" Am Samstag, 27.

Juni, startet der Ferienspaß mit einer Fahrt zum "größten Open-Air-Konzert Europas", dem Bonner Rheinkultur-Festival, bei dem diesmal u. a.Extrabreit, Brings und Bürger Lars Dietrich auftreten.

Teilnehmen dürfen Jugendliche ab 14 Jahren, für fünf Mark Gebühr.

Die Abfahrt ist um 15.30 Uhr, Rückfahrt gegen 2 Uhr.

Anmeldung bei der Jugendpflege Daaden, Telefon 02743/4465 (montags bis donnerstags, 14 bis 20 Uhr).

Dribbeln, werfen und rebounden:

Ein Streetballturnier für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren wird am Montag, 20.

Juli in Kirchen veranstaltet.

Daadener Kids können sich bei der Jugendpflege Daaden anmelden; die Teilnahme ist kostenlos.

Ins Phantasialand führt eine Fahrt am Dienstag, 21.

Juli.

Anmeldung bei der Jugendpflege.

"Europa in Niederdreisbach" lautet das Motto für einen Mannschaftsspieletag für Kinder und Jugendliche im Niederdreisbacher Freibad.

Wer Teams aufstellen kann, in denen Teilnehmer verschiedener Nationalitäten stehen, gehört vielleicht schon zu den Gewinnern.

"Action im Freibad Niederdreisbach" geht am 26.

Juli weiter, mit einem Konzert der Rockband "The Trigger" und einem Flohmarkt für Kinder.

Zudem bietet die DLRG Betzdorf-Kirchen dort eine Schwimmabzeichenaktion an (Teilnahmegebühr fünf Mark) und der Tauchclub Daadetal einen Schnuppertauchkurs.

Außerdem gibt es im Freibad Niederdreisbach Erste-Hilfe-Übungen für Schwimmunfälle, mit "Rescue Anna", der Übungspuppe zum Beatmen und Wiederleben.

Sie soll mithelfen, die Angst vor dem Helfen zu überwinden.

Wer an der Freibad-Action teilnehmen möchte, meldet sich im Schwimmbad bei Bademeister Wolfgang von der Heiden.

Die genauen Termine werden durch Aushang bekanntgegeben.

Wenn das Wetter mitspielt, gibt es zum Saisonabschluß wieder ein Grillfest.

Die TSG Biersdorf wird einen Sportabzeichenaktion für Kinder ab acht Jahren anbieten.

Am 2.

August gibt es dann einen Flugerlebnistag auf dem Flughafen Katzwinkel - Höhepunkt ist der Flug in einem Segelflugzeug.

Die Teilnahmegebühr für diese Veranstaltung unter dem Motto "Wie werde ich ein Fliegerass?" beträgt 10 Mark; Anmeldung bei der Jugendpflege Daaden.

Abschluß der coolen Dates für heiße Tage in Daaden ist eine Fahrt in den Eifelpark, wo neue Attraktionen auf die Besucher warten.

Anmeldung bei der AWO, Brigitte Trippler, Telefon 02743/6459.

Herdorf/Katzwinkel.

(fr) Vom Sportbund Rheinland ist die Jugendschwimm- und Radsportgruppe (JSRG) Katzwinkel jetzt nach Koblenz zum kalten Buffet eingeladen worden - und zum Abholen eines Geldpreises.

Damit lobte der Sportbund die hohe Absolventenquote innerhalb der JSRG, was das Sportabzeichen betrifft.

In dieser Hinsicht wurde der Katzwinkeler Verein als zweitbester in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet:

"Alle Kinder in unserer Gruppe, die altersmäßig dazu in der Lage waren, haben das Sportabzeichen absolviert", teilte Vorsitzender Gerhard Judt mit.

Die JSRG hat schon wieder die nächste Aktion geplant.

Am 12.

Juli veranstaltet sie ein Kinderfest mit Fahrradturnier in Herdorf (die WR berichtete), wobei, betont JSRG-Chef Judt, alle Jugendgruppen die Chance erhalten, sich mit einem Infostand oder einer Vorführung zu präsentieren und vorzustellen.

Info unter Tel.

02741/8108.

Streithausen.

(fr) Der beste Extrem-Triathlet zwischen Sieg und Westerwald, Gerd Kuptz aus Streithausen, hat den größten Erfolg seiner Karriere geschafft - bei der erstmals veranstalteten Weltmeisterschaft im Dreifach-Ultra-Triathlon.

Sponsoren indes hat er keine, sogar seine Schuhe muß er selbst zahlen.

Und auch die Schuhe gingen wieder in einen Härtetest:

126,6 Kilometer waren zu bezwingen, bei der ersten offiziellen WM im Dreifach-Ultra-Triathlon, in Lensahn bei Fehmarn.

Gerd Kuptz (SG Westerwald) war von freitagmorgens bis sonntagabends unterwegs.

Der 53jährige belegte Platz 7 und schaffte die zweitbeste Zeit seiner Karriere.

"Das ist der größte Erfolg meiner sportlichen Laufbahn", resümiert Kuptz, der schon seit Jahren in der Weltspitze des jungen Sports Ultra-Triathlon mitmischt. 25 Extremsportler aus zehn Nationen starteten bei der WM.

Beim Schwimmen zum Auftakt - 11,4 Kilometer in einem 50-Meter-Becken - kam der Postbeamte im Ruhestand wie gewohnt schlecht weg, als Drittletzter.

Dann aber, beim Radeln und Laufen, rackerte sich der Westerwälder 16 Plätze nach oben! Die Radstrecke war flach.

Wettkampfnachteil für einen Westerwälder? "Nein, daß ich in einer bergigen Gegend trainiere, kommt mir eher zugute", erläutert Kuptz:

"Wenn man 540 Kilometer bewältigen muß, verwandeln sich kleine Steigungen in Berge."

Als zum erstenmal die Dämmerung hereinbrach, hatte er mit der Müdigkeit zu kämpfen.

"Ich fuhr Schlangenlinien und sah Dinge auf der Straße, die gar nicht da waren ...", erinnert sich Kuptz, den die Grenzerlebnisse auch Zeit kosteten:

"Ich bremste, obwohl tatsächlich kein Hindernis auf der Straße war."

Die "tiefsten Tiefs" erlebte er jedoch beim Laufen.

Nach dem ersten Marathon kam die Hitze.

"Ich war fast ohne Stop durchgelaufen, doch dann entschied ich mich für eine Pause, um die Abend- und Nachtkühle ausnützen zu können."

Erfolgreich:

Der dritte Marathon, sagt Kuptz, "gelang sehr zügig."

Auch hatte er diesmal "nur zwei" Blasen an den Füßen.

5 der 26 Sportler gaben vor dem Ziel auf.

Pensionär Gerd Kuptz hielt durch, kam nach 45,5 Stunden ins Ziel.

Diesmal war er übrigens nicht der Älteste; ein 55jähriger Lokalmatador wagte sich ebenfalls auf die 678 Kilometer lange Strecke, wurde Letzter.

Kuptz jedoch erreichte das viertbeste Ergebnis aller deutschen Teilnehmer.

Und die waren enorm erfolgreich:

Der Hamburger Antonio Fusaro, ein Fahrradkurier, wurde Weltmeister; Astrid Benöhr aus Bergisch Gladbach gewann den Titel bei den Frauen.

Daß zum erstenmal eine offizielle WM im Dreifach-Ultra veranstaltet ist, zeigt den Aufwärtstrend des Sports.

Anwesend war auch der Präsident des Weltverbands, der aus Mexiko kommt, wo sogar ein 15fach-Ultra-Triathlon stattfindet.

Die offiziellen Weltmeisterschaften im Doppel-Ultra (in Litauen) hat Kuptz alle absolviert, rangierte zeitweise sogar auf Platz 4 der Weltrangliste, in der alle Athleten verzeichnet sind, die mehr als einen Ultra pro Jahr schaffen.

Weltweit sind das etwa einhundert Menschen.

Trotz seiner medienwirksamen Erfolge hat Gerd Kuptz, ein freundlicher zurückhaltender Mensch, noch keinen Sponsor gefunden.

"Ich hab wohl nicht die richtigen Drähte", vermutet er, freut sich aber darüber, daß ihm sein Verein SG Westerwald letztes Jahr erstmals einen Zuschuß zu den Startgebühren zahlte.

Für einen sportlichen Gewaltakt wie einen Mehrfach-Ultra-Triathlon, den wohl nur wenige wenigstens intellektuell nachvollziehen können, sind nämlich noch erhebliche Startgebühren zu berappen.

Den meisten Menschen müßte man viel Geld zahlen, damit sie sich einer solchen Tortur unterziehen - die Ultra-Triathleten zahlen dafür, daß sie mitmachen dürfen.

Wie schwer die Ultras sind, erlebte Kuptz vor wenigen Wochen in Österreich, wo er schon das Ende seiner Karriere sah.

Beim harten Dreifach-Ultra in Neulengbach nahe Wien gaben 8 von 18 Startern auf.

Kuptz erreichte sogar dort das Ziel - aufgegeben hat er einen Triathlon noch nie -, doch brauchte 55 Stunden und hatte seine schlechtesten Zeiten.

"Das gab mir einen großen Knacks, ich wollte mich schon für die WM abmelden - in meinem relativ hohen Alter bekommt man doch Befürchtungen, ob man es noch schaffen kann."

Unter der Weltelite in Lensahn bewies der Westerwälder, daß er kann.

Friedewald.

(fr) Ein mittelalterliches Spektakel zum Mitmachen, allerdings nicht für alle, passierte jetzt auf Schloß Friedewald:

die "Fürstliche Hochzeit".

Schauspieler und Theaterpädagogen aus Köln, die das Theater "ImPuls" bilden, reisten an:

Silke Dietrich, 34, Lotar Kienzler, 40 und Uwe Fischer, 37.

Die Erwachsenen brachten genug Phantasie mit, ein märchenhaftes Projekt der Evangelischen Sozialakademie Schloß Friedewald und der Kreisverwaltung (Abteilung Außerschulische Jugendbildung) zu verwirklichen.

Welcher Ort bietet sich für ein mittelalterliches Theaterspektakel mehr an als der Burghof eines alten Schlosses - in Marktplatz, Bauernstube und Tanzplatz umfunktioniert -, ein mit alten Schwertern, Degen und Kronleuchtern ausgestatteter Rittersaal als Treffpunkt für die Hofgesellschaft, die alte Bibliothek als Refugium für die Mönche? 60 Teilnehmer, davon etwa 25 Kinder, nutzten die Chance, sich in uriger Kulisse in das mittelalterliche Leben in und um das Schloß führen zu lassen.

Binnen eines Tages schlüpften sie in die Rollen der Bauern, Handwerker und Händler, Priester, Nonnen und Mönche, des fahrenden Volkes von Gauklern und Musikanten und der mittelalterlichen Adelsleute, die sich am Nachmittag alle zur "Fürstlichen Hochzeit" im Rittersaal einfanden.

Gezeigt wurden nicht reale geschichtliche Begebenheiten - "um so etwas zu erarbeiten, brauchte es mehr Zeit und vor allem die Zusammenarbeit mit einem Historiker, der sich speziell in der Geschichte des Friedewälder Schlosses exakt auskennt", erläutert Uwe Fischer, "das ist jedoch nicht unser Anliegen".

Sondern:

"Wir möchten interessierten Leuten ermöglichen, Theater zu spielen, eine Rolle auszugestalten und das in einem Rahmen, der inspirierend wirkt und es erleichtert, Phantasie und Spielfreude freizusetzen", erklärt Lotar Kienzler.

Allerdings ist es mit der Kulisse allein nicht getan, um einen spannenden Mittelaltertag zu inszenieren.

Vormittags begann für die Teilnehmer das Vorbereiten auf ihre Lieblingsrollen, in Kleingruppen wurden mittels theaterpädagogischer Übungen und dem Engagement der "Hobbyschauspieler" kleine Spielszenen erarbeitet, die am Nachmittag den anderen Gruppen vorgespielt wurden.

Das verbindende Thema war die Fürstliche Hochzeit, zu der alle Bevölkerungsgruppen eingeladen wurden.

Nach altem Brauch durften von den Bauern bis zu den Mönchen und Nonnen alle jeweils einen Herzenswunsch an das junge Fürstenpaar stellen, nachdem sie durch ein Geschenk ihre Hochachtung und Glückwünsche darboten.

"Das Thema Mittelalter zu bespielen macht deshalb so viel Spaß, weil man sich aufgrund der Vorstellung, alles sei damals viel extremer und kurioser gewesen, zu so schönen deutlichen Charakteren hinreißen läßt, seien es derbe und laute, lustige, ausgelassene und zynische oder pikierte und verknöcherte, wie sie bei den Hofleuten zu finden waren", sagte Silke Dietrich.

"Jedenfalls kann man all das mal sein, was man vielleicht sonst nicht ist, und das macht einfach Spaß.

Schade ist allerdings, daß sich die Teilnahme von Leuten aus der unmittelbaren Umgebung sehr in Grenzen hielt.

Vielleicht braucht es noch einige Zeit, bis sich herumgesprochen hat, daß die Akademie mit ihren sehr ansprechenden Angeboten ja auch die Bevölkerung aus dem direkten Umfeld des Schlosses anspricht."

Die Zusammenarbeit des Theaters "ImPuls" mit der Sozialakademie hat bereits Tradition.

Nachdem der Auftritt mit ihrem Kindertheaterstück "Die Zirkuserlaubnis" auf sehr positive Resonanz gestoßen ist, wird das Stück nun noch einmal am kommenden Sonntag um 15 Uhr im alten Rittersaal gespielt.

Ein Vergnügen für Kinder ab 4, welches auch Erwachsenen viel Spaß bereiten soll.

Nachtrag/Ergebnisse Streetsoccer-Turnier Gebhardshain D-Jugend (9 Teilnehmerteams):

1.

Lion's (überwiegend Malberg/SG Rosenheim) 2.

Bolz-Club Marienstatt (freies Team, Gymnasium) 3.

Bühl-Soccer Betzdorf (SG Betzdorf) C-Jugend (6 Teilnehmerteams):

1.

No Name Scheuerfeld (JSG Scheuerfeld) 2.

Buchners Querschläger (JSG Niederdreisbach/Daaden) 3.

Wäller Wälz (freies Team, Rennerod) Absagen noch am Nachmittag à 80 Kinder gesamt am Start Wissen.

(fr) Der kreisweit aktive Hilfsdienst für Behinderte und ihre Angehörigen (HIBA) in Wissen hat jetzt selbst um Hilfe gebeten - und die Menschen im Kreis Altenkirchen haben geholfen.

Das HIBA-Haus in der Holschbacher Straße ist vor dem Verfall gerettet.

Mit einer großen "Spenderparty" dankte der HIBA für 15000 Mark Geldspenden und mehr als doppelt so viele Sachspenden.

"Hilfe für den Hilfsdienst" hieß die Aktion.

Noch während der Party gab es weitere Spenden, u. a.von Landrat Dr. Alfred Beth und Grünen-Kandidat Uli Gondorf.

Alle, die geholfen haben, haben ein tolles Partyprogramm bekommen:

Einen Bauchtanz vollführte Dorothee Schammelt aus Kirchen, Heimatgedichte las Erwin Sohnius (Neitersen), Thomas Kurz aus Bitzen sang solo einige Songs der "Comedian Harmonists", Boris Buchener (Kirchen) zauberte und die Altenkirchener Band "Kissing Apokalips" um Sänger Michael Hoppe aus Berlin servierte selbst gemachten Hip-Hop.

Alle 120 Spender nahmen automatisch an einer Verlosung teil.

Hauptgewinn, gewonnen von Therese Pfau (Mittelhof) und gezogen von RTL-Schauspieler Bernd B.

Jäger van Boxen ("Die Wache"):

Ein Tag bei den Dreharbeiten zu einem RTL-Actionfilm, Arbeitstitel:

"Cops 2000".

An diesem Tag werde ein Stunt gedreht, der durchaus US-Kino-Niveau habe, verriet der heimische Autor Klaus-Peter Wolf, der das Drehbuch geschrieben hat.

Wolf hatte die Spendenaktion für den HIBA organisiert und engagiert sich seit einem halben Jahr ehrenamtlich im Vorstand des Hilfsvereins - "ein full-time-job!" Schon die Hilfsaktion machte er nicht mit links.

"Ich habe 600 Menschen persönlich angeschrieben", erzählte Wolf, "Geschäftsleute aus dem Landkreis, Filmleute, Verleger.

Wen man halt so kennt."

Den ersten 100 Spendern schenkte Wolf einen signierten Roman.

Warum engagiert er sich ausgerechnet für den HIBA? Wolf:

"Dieser Hilfsdienst ist von betroffenen Eltern gegründet worden.

Das gibt ihm eine besondere Qualität."

Sich für Behinderte und ihre Angehörigen einzusetzen "müsste im Grunde eine sehr ehrenvolle gesellschaftliche Aufgabe sein" - doch der Staat komme ihr nicht genügend nach, sagte Wolf.

Deshalb arbeite er für den Hilfsdienst.

"Die Starken sollen den Schwachen helfen."

Wolf hofft "zutiefst", dass die Unterstützung für den HIBA auch zukünftig besser wird.

Das nächste Ziel steht schon vor Augen:

Die Außenfassade des HIBA-Hauses braucht einen neuen Anstrich.

Das Zwischenziel bei der Renovierung ist aber erreicht:

"Es zieht nicht mehr", erläuterte Wolf - "und es regnet nicht mehr rein."

Fotos:

Band:

"Kissing Apokalips" um Sänger Michael Hoppe (einige Fotos mit Rollstuhlfahrer im Hintergrund) Dreiergruppe:

Den Hauptgewinn bei der von Klaus-Peter Wolf initiierten Spenderparty gewann Therese Pfau aus Mittelhof (Mitte).

Glücksfee war RTL-Schauspieler Bernd B.

Jäger van Boxen.

Betzdorf.

(fr) Welche gesundheitlichen Risiken haben Frauen nach den Wechseljahren? Zum Thema Osteoperose, die Zersetzung der Knochen im Alter, referiert am Mittwoch, 10.

März, ab 19 Uhr in der Stadthalle Betzdorf der Internist Dr. Günther Hornung aus Essen.

Osteoperose ist eine Erkrankung des Skelettsystems, die zu Verminderung und Verlust von Knochensubstanz führen kann, es kommt zu einer geringen Belastbarkeit und Neigung zu Knochenbrüchen.

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko der Osteoperose beeinflussen und auch Möglichkeiten der Vorbeugung.

Mit Hilfe einer Knochenverdichtung können Ärzte eine Einschätzung des Knochenstatus' vornehmen.

Es gibt übrigens Hinweise darauf, daß sich bei immer mehr Frauen der Beginn der Wechseljahre vom sechsten oder fünften Lebensjahrzehnt ins vierte verschiebt.

Vor allem bei berufstätigen Frauen beginnt die Hormonumstellung oft schon mit Mitte 30.

Kreis Altenkirchen/Mainz.

(fr) Den Gemeinden geht es besser, und bald sind Wahlen:

Die Gewerbesteuer steigt in diesem Jahr nicht weiter.

Nach der jüngsten Umfrage des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Rheinland-Pfalz bleiben die Unternehmen in den grösseren Städten und Gemeinden von einem weiteren Dreh an der Steuerschraube verschont - im Gegensatz zum Vorjahr.

Dies führt der BdSt auf die stabile Einnahmesituation und die bevorstehenden Kommunalwahlen im Juni zurück.

Neben der Gewerbesteuer, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage, bleibt auch die Grundsteuer weitgehend stabil.

Nur in drei der befragten 44 Kommunen (Bingen, Schifferstadt und Mutterstadt) werden Grundstücksbesitzer tiefer in die Tasche greifen müssen.

Der Steuerzahlerbund weist darauf hin, dass vor einem Jahr noch jede vierte Kommune mit mehr als 10.000 Einwohnern die Gewerbe- bzw.

Grundsteuer erhöht hatte.

Nach Angaben der Organisation werden Firmen in Mainz mit einem Gewerbesteuerhebesatz von 440 Punkten am höchsten und Betriebe in Bitburg mit 305 Punkten am geringsten belastet.

Der Landesdurchschnitt liegt bei 363 Punkten.

Die für Hausbesitzer und Mieter relevante Grundsteuer B schwankt zwischen 400 Punkten in der Landeshauptstadt und 220 Punkten in Mülheim-Kärlich.

Wie aus der Umfrage des Steuerzahlerbundes weiter hervorgeht, rechnen die Städte und Gemeinden für dieses Jahr mit stabilen Steuereinnahmen.

Einschließlich des kommunalen Anteils an der Umsatz- und Einkommensteuer steigen die Einnahmen um rund zwei Prozent.

Während die Gewerbesteuer geringfügig um ein Prozent sinkt, wird die Grundsteuer voraussichtlich um zwei Prozent zulegen.

Pro Einwohner erzielt der Chemiestandort Ludwigshafen mit 2.215 Mark die höchsten Gewerbesteuereinnahmen vor der Bierstadt Bitburg (1.905) und Mainz mit 1.245 Mark.

Aus der Grundsteuer fließen zwischen 296 Mark (Bitburg) und 145 Mark pro Einwohner (Morbach).

Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler hat sich die Finanzsituation der Städte und Gemeinden leicht gebessert.

21 der befragten 44 Kommunen werden in diesem Jahr voraussichtlich ihren Haushalt ausgleichen - darunter mit Neustadt an der Weinstrasse und Trier allerdings nur zwei kreisfreie Städte.

Vor einem Jahr planten 18 Städte, ohne Defizit abzuschliessen.

Betzdorf.

(fr) In einer von ungemütlichem Dauerregen umspülten Betzdorfer Stadthalle hat jetzt ein Mann allein, barfuß auf der Bühne versucht, die Zuschauer in eine warme, entlegene und längst vergangene Welt zu führen.

Das Bühnenbild beim Saisonauftakt des Betzdorfer Theaters war leer.

Alleiniges Requisit:

das bunte, indianisch anmutende Stirnband des einzigen Darstellers in "Johan vom Po entdeckt Amerika", Franz A.

Huber.

In schauspielerischer Schwerstarbeit suchte er die Zuschauer zwei Stunden lang zu fesseln, mit Akteurskunst und Worten - die indes hatte immerhin ein Literaturnobelpreisträger formuliert, der Italiener Dario Fo.

Als Dario Fo, kirchenkritische Ikone der 68er, den Preis vor zwei Jahren bekam, hatte die Literaturwelt dies als politisches Signal verstanden.

Politische Signale setzte es nun auch in Betzdorf ausreichend, in der Geschichte von Johan, der 1492 vor der Inquisition nach Amerika flüchtet und dort den Völkermord an den Einwohnern erlebt und mit ihnen - mehr aus zufälligen denn aus moralischen Gründen - gegen die barbarische Gewaltherrschaft der christlichen Invasoren kämpft.

Dass sogar mal ein Papst höchstpersönlich (Paul VI.) gegen den Theatermann Fo gewettert hat, konnten die Besucher in Betzdorf bald nachvollziehen.

Die ersten Lacher - das Stück war nicht nur kritisch, sondern auch witzig angelegt - kamen nach einer Pointe, die mit der Ähnlichkeit von Hausschweinen und Christen zu tun hatte.

Der mit dem Nobelpreis hoffähig gewordene Rebell Dario Fo packte seine Botschaften in eine pointierte und packende Story.

Und der renommierte, aber auch TV-Serien-bekannte Akteur Huber (u. a.Lindenstraße, Forsthaus Falkenau) packte sie in Betzdorf mit enormer darstellerischer Verve wieder aus.

Zeitweise übernahm er, ständig in Bewegung, gleich fünf Rollen auf einmal, riss sich schon nach zehn Minuten das Hemd vom Leib, imitierte lauthals Pferde, Feuerwerke und Geschlechtsverkehrsversuche auf einer Hängematte.

Beschmunzelter Höhepunkt der pantomimischen Einlagen war der Versuch des Helden, die Bauchverletzung eines Schamanen zu heilen:

Er zog dem Medizinmann den Darm heraus, wusch ihn und rollte das Geschlinge wieder fein säuberlich zusammen.

Nach solch einer lustigen Lügengeschichte bekam das Publikum abrupt detaillierte Schilderungen von Gräueltaten aufgetischt.

Changierende Sprachniveaus und fliegende Wechsel von damaliger zu moderner Diktion taten ihr übriges, dass in dem Ein-Personen-Stück keine Langeweile aufkam.

Dass Autor Fo, der als "Theater-Tausendsassa" gilt, sogar kurz auf die Metaebene schwenkte, war fast schon selbstverständlich:

"Sie sollen sich hier ja nicht nur amüsieren", sagte Johan vom Po zum Betzdorfer Publikum, "sondern auch was lernen."

Beides gelang.

Mit langem Beifall bedankten sich die Betzdorfer bei Darsteller Huber, der sie zwei Stunden lang allein unterhalten hatte, für einen originellen Theaterabend.

Katzwinkel/Daun.

(fr) "Mädchen haben die besseren Nerven, wenn's drauf ankommt."

Diese Erfahrung machte Gerhard Judt, der langjährige Trainer und Vorsitzende der Jugendschwimm- und Radsportgruppe (JSRG) Katzwinkel, jetzt bei den Landesmeisterschaften des ADAC-Fahrradturniers.

Dabei fuhr die beste Katzwinkler Fahrerin zum letzten Mal - und krönte ihre Karriere mit einer Goldmedaille.

Die JSRG Katzwinkel trat in Daun an, mit "der besten Jungen-Truppe, die wir je hatten", berichtet Judt.

Man habe sich einiges versprochen, doch wegen Flüchtigkeitsfehler seien die Jungs nur im Mittelfeld gelandet.

"Vorher haben sie die Mädchen ausgelacht und ihnen Kunststückchen mit dem Fahrrad gezeigt - doch vor der großen Kulisse der Landesmeisterschaft bekamen sie weiche Knie ..."

Die Mädchen dagegen trumpften in der Eifel auf.

Allen voran Constancé Fritzen, die vor vollen Rängen "mit unheimlicher Konzentration" (Judt) fuhr und als Einzige Starterin ohne Fehler blieb.

Bei ihrer bereits vierten Landesmeisterschaft schaffte die Katzwinklerin den Sieg in der Klasse der ältesten Mädchen (12 bis 15 Jahre).

Zuvor hatte sie bereits zwei Vizetitel und einmal "Bronze" eingefahren.

Jetzt muss Fritzen altersbedingt ausscheiden - hat sich aber für die Bundesmeisterschaften qualifiziert.

Ihr letztes Parcours-Rennen fährt sie dort Mitte November im westfälischen Warendorf.

Vielleicht kann Melanie Rosenbauer die Nachfolge antreten.

Die dreizehnjähirge Katzwinklerin startete erstmals in der Klasse der ältesten Mädchen und schaffte auf Anhieb den dritten Platz.

Insgesamt unterstrich die JSRG Katzwinkel wieder ihre führende Position bei den ADAC-Meisterschaften.

Seit fünf Jahren haben die jungen Katzwinkler jedes Jahr mindestens einen Titel und weitere Top-Ten-Platzierungen geholt, betont Gerhard Judt.

Von etwa 260 Qualifikanten aus ganz Rheinland-Pfalz nahmen diesmal nur 148 die Fahrt in die Eifel auf sich.

Die JSRG jedoch charterte wieder einen Bus:

Sie stellte 7,5 Prozent aller Starter.

Und der ADAC hat seinen Parcours für die Fahrradturniere im Unteren Westerwald inzwischen bei der JSRG Katzwinkel stationiert, weil hier das Engagement für die Verkehrssicherheits-Turniere besonders groß ist.

Die JSRG steht allen Interessierten mit Rat und Tat zur Seite.

(fr) Walter Kipping (links im Bild) ist jetzt einstimmig zum neuen Ortsvorsteher von Katzenbach gewählt worden.

Als einziger im Ortsbeirat vorgeschlagener Kandidat auf die Nachfolge von Christoph Moschner, der aus dem Amt geschieden ist und bereits offiziell verabschiedet wurde , bekam er die Ja-Stimmen aller fünf Beiratsmitglieder.

Bürgermeister Wolfgang Müller (rechts im Bild) vereidigte den neuen Ortsvorsteher, der von der CDU vorgeschlagen wurde und nach eigenen Angaben der erste partei- und fraktionslose Ortsvorsteher in der Gemeinde Kirchen ist.

Als Schwerpunkte seiner künftigen Arbeit nannte Walter Kipping das Plädoyer für weitere Verkehrsberuhigung in Katzenbach, die Sanierung der Straßenmauern im Dorf, den Bürgerhaus-Anbau, Dorferneuerung und die Offenlegung der Kosten beim neuen Katzenbacher Wohngebiet "Dorfwiese".

Katzwinkel.

(fr) An der "Städtenetztour" am kommenden Samstag wollen sich zwischen Siegen und Betzdorf auch die Kinder der Jugendschwimm- und Radsportgruppe (JSRG) Katzwinkel beteiligen.

Die besten zehn jungen Radler machen mit, darunter Landesmeister beim ADAC-Fahrradturnier "Sicher auf zwei Rädern".

Die JSRG folgt damit einem Aufruf von Betzdorfs Bürgermeister Michael Lieber (CDU), den die Kinder dazu animieren wollen, bei ihrem Fahrradturnier am kommenden Sonntag in Scheuerfeld anzutreten gegen den derzeit als Landrat amtierenden Ottmar Haardt.

Schirmherr des Turniers an der Grundschule ist der Bundestagsabgeordnete Ludwig Eich; als Ehrengäste erwartet werden auch das JSRG-Ehrenmitglied Franz Schwarz (MdL) und der für Fahrradsicherheits-Turniere zuständige Sachbearbeiter des ADAC Koblenz sowie ein Promotionteam der Deutschen Post AG samt Maskottchen "Rolf".

Es sollen auch Gespräche geführt werden über das JSRG-Konzept eines Freizeit- und Jugendtreffs in Katzwinkel.

Scheuerfeld.

(fr) Über fünfzig Kinder fuhren jetzt bei einem Fahrradturnier in Scheuerfeld, und die Präsenz vieler Ehrengäste zeigte, wie engagiert die Organisatoren sind und wie wichtig die Funktion des ADAC-Turniers genommen wird:

Kinder sollen als Radfahrer sicherer im Straßenverkehr werden.

Das Geschicklichkeitsturnier hat Aufgaben, die schwierige Situationen im Straßenverkehr simulieren.

So wird zum Beispiel das Linksabbiegen mit Handzeichen geübt, aber auch zielgenaues Bremsen und die Balance.

Auch die Verkehrssicherheit der Fahrräder selbst wird geprüft.

Ein Polizist nahm jedes Fahrrad genau unter die Lupe:

Manfred Greb von der Jugendverkehrsschule der Schutzpolizei Betzdorf.

Er konnte indes feststellen, daß die meisten Räder in Ordnung waren.

Das Turnier, organisiert von der Jugendschwimm- und Radsportgruppe (JSRG) Katzwinkel, fand auf einem Parkplatz im Scheuerfelder Gewerbegebiet statt.

"Wir sind nach Scheuerfeld ausgewichen", so JSRG-Vorsitzender Gerhard Judt, "weil wir in Katzwinkel keine Möglichkeit sehen".

Es erschienen der Bundestagsabgeordnete Ludwig Eich (SPD) als Schirmherr, Landtagsabgeordneter Franz Schwarz (SPD) als JSRG-Gründungsmitglied und der amtierende Chef der Kreisverwaltung, Ottmar Haardt.

Der Landratskandidat Haardt sah sich die Aktivität der JSRG an und sein Sohn Marius, 10 Jahre, fuhr den Parcours mit.

Ottmar Haardt sicherte der Jugendgruppe weitere Unterstützung zu, auch für ihr Großprojekt, in Katzwinkel einen Fahrradübungsplatz als gemeinnützigen Freizeit-, Sport- und Jugendtreff zu errichten.

"So eine feste Einrichtung kann auch die Grundschulen animieren.

Das wäre ein weiterer Schritt für mehr Verkehrssicherheit im Kreis Altenkirchen", sagte Haardt.

Er wolle dafür in Mainz persönlich vorsprechen.

Freilich verfolgt die JSRG ihr Ziel bereits seit fast drei Jahren, viel getan hat sich noch nicht.

Ottmar Haardt machte Mut:

"Das Bewußtsein der Menschen ändert sich.

Immer mehr Eltern fahren gemeinsam mit ihren Kindern Rad."

Bereits in den 70er Jahren hatte der ADAC entschieden, als Automobilclub etwas für Radfahrer zu tun.

"Verkehrserziehung steht als Schwerpunkt in unseren Statuten", erläuterte Herbert Fuss, beim ADAC Mittelrhein verantwortlich für Verkehrserziehung und Aufklärung.

Auch er kam zum Turnier nach Scheuerfeld, denn dank der JSRG um ihren Vorsitzenden Judt sei die Resonanz im Oberkreis Altenkirchen "sehr gut".

Seit fünf Jahren organisiert die JSRG mindestens zwei Turniere pro Jahr, fährt seit drei Jahren Siege auf Mittelrhein-Ebene ein und stellte 1996 fast zehn Prozent aller Qualifikanten der Mittelrhein-Meisterschaften.

Im ADAC-Bezirk Mittelrhein (halb Rheinland-Pfalz) finden jährlich etwa 130 Turniere statt.

Für das Turnier in Scheuerfeld hatte Judt kreisweit die Werbetrommel gerührt, und so war er mit der Teilnehmerzahl von 52 nicht ganz zufrieden:

"Das schlechte Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht."

Es siegten in den einzelnen Altersklassen:

Anja Gelbke (Scheuerfeld), Steven Kern (Betzdorf), Simon Brägger (Elkhausen), Andrea Rosenbauer (Katzwinkel), Constance Fritzen (Katzwinkel) und André Eckel (Scheuerfeld).

Alle sind qualifiziert für die Mittelrhein-Meisterschaften.

Judt dankte einer Katzwinkler Spedition, die zur Freude der Kinder mit zwei 500-PS-Trucks erschien und Spazierfahrten anbot.

Das Maskottchen des neuen Sponsors der ADAC-Turniere, "Rolf" von der Deutschen Post AG, erschien leider nicht.

Immerhin gab es für jeden Teilnehmer eine Urkunde und einen Button von der Post.

Betzdorf.

(fr) Sängerkreis-Vorsitzender Norbert Eisel dankte seinen Sangeskameraden für Verzicht, stellte Widerstände fest und signalisierte, man werde noch einmal über alles nachdenken:

Die "zentrale Ehrung" war mehr als nur ein Programmpunkt in den Jubiläumsveranstaltungen zum 75.

Geburtstag des Sängerkreises Altenkirchen.

Zum ersten Mal sind die Ehrungen für jahrzehntelange Mitgliedschaft alle gleichzeitig und an einem Ort vorgenommen worden - nicht mehr in den einzelnen Sängerheimen und Vereinslokalen der 135 Chöre im Kreis.

Wenn bisher Ehrenurkunden, Ehrennadeln, Ehrenausweise vergeben wurden, ist ein Vorstandsmitglied des Sängerkreises zu den Chören gefahren.

Was in anderen Sängerkreisen üblich ist, wurde nun auch im größten Sängerkreis von Rheinland-Pfalz probiert:

die "zentrale Ehrung".

Etwa einhundert Sänger mußten für ihre Ehrung nach Betzdorf fahren, teils aus dem tiefsten Unterkreis.

"Ich weiß, es war nicht leicht, diese Veranstaltung zu organisieren", sagte in der stilvoll geschmückten Stadthalle der Schirmherr, Ottmar Haardt, der indes "ehrlichen Applaus" für die Entscheidung konstatierte.

Immerhin blieben nur wenige der Ehrung am Tag der Veranstaltung fern.

Sängerkreis-Vorsitzender Eisel kündigte dennoch an:

"Wir werden jetzt überlegen, wie wir es in Zukunft machen."

Eisel dankte den Sängern für ihren Verzicht auf eigene Ehrungsveranstaltungen.

Und dann eröffnete er die zweistündige Ehrungszeremonie, die aufgelockert und untermalt wurde vom Folk-Music-Ensemble der Kreismusikschule, der Chorgemeinschaft Betzdorf, dem Brucher Frauenchor und dem MGV Liederkranz Kirchen.

Zunächst wurden Vereinsvorstandsmitglieder geehrt, u. a.für 40 Jahre Vereinsvorstandsarbeit Eberhard Müller vom MGV Flügelrad Betzdorf und Paul Schuhen vom Musikverein Harmonie Elkenroth.

38 Sänger wurden für ein Vierteljahrhundert in ihren Chören geehrt.

Für ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft bekamen die Goldene Ehrennadel des Sängerbundes Rheinland-Pfalz:

Vera Bender und Liesel Pfeifer (Gesangverein Liederkranz Offhausen), Rita Schumacher und Kurt Gerhards (Chorgemeinschaft Einigkeit Au), Heinz Schmidt (MGV Cäcilia Betzdorf), Herwig Göbel und Horst Jäger (MGV Germania Betzdorf); vom MGV Liederkranz Birken:

Hermann Feckler, Hubert Girreser, Erwin und Herbert Müller.

Außerdem u. a.Karl-Heinz Hüsch (MV Harmonie Elkenroth), Bernhard Böttner und Erwin Ebert (GV Teutonia Friedewald), Christoph Moschner (MGV Einigkeit Katzenbach), Engelbert Becker (Gem.

Chor Cäcilia Nauroth), Friedrich Schlechtingen (MGV Niederfischbach), Hermann-Josef Kesseler und Heinz Muscheid (MGV Glück Auf Steckenstein) sowie vom Wissener MGV:

Paul Flender, Helmut Schüler und Henni Seis.

Der Präsident des Sängerbundes Rheinland-Pfalz, Klaus Herrmann, ehrte dann viele Sänger für 50 Jahre Mitgliedschaft.

Die DSB-Ehrennadel mit Goldkranz, Urkunde und Ehrenausweis erhielten u.

a.:

Gerhard Giehl, Karl-Heinz Sanner, Paul Schuhen und Horst Weber (MV Harmonie Elkenroth), Günter Maus (MGV Glück Auf Forst), Heinz Büdenbender (MGV Kirchen), Josef Nilius und Alois Weib (MGV Frohsinn Molzhain), Alfred Rasquin (Hobby-Chor Nauroth), Gottfried Hof, Bruno und Rudolf Koch (MGV Niederfischbach), Gerhard Buchner, Erich Held, Siegfried und Werner Keßler, Hermann Schütz und Gerhard Uhr (MGV Nisterberg), Walter Schuhen (GV Offhausen/Flügelrad Betzdorf), Albert Brenner, Fritz Döring, Hermann und Manfred Geimer (MGV Eintracht Steinebach) sowie Helmut Schug (Wissener MGV).

Die Ehrennadel mit Goldkranz und Schleife des Deutschen Sängerbundes erhielten samt Ehrenurkunde - für 60 Jahre Singen im Chor:

u. a.Josef Boller (MGV Cäcilia Betzdorf), Rudolf Klein und Willi Rötzel (MGV Glück Auf Forst), Josef Stinner (MGV Einigkeit Katzenbach), Helmut Geilhausen, Ewald Heuser und Walter Mittler (MGV Deutscher Männerchor Niederhausen) sowie Albert Eutebach vom MGV Einigkeit Steineroth.

Katzenbach.

(fr) Etwa einhundert Kinder haben jetzt in Katzenbach gesungen und Musik gemacht - das Bürgerhaus konnte die Zuhörer des schönen Konzerts kaum fassen.

Vor vier Jahren, zum 100.

Geburtstag des Männergesangvereins "Einigkeit" Katzenbach gegründet, organisierte der Kinderchor im MGV Katzenbach nun sein erstes großes Gemeinschaftskonzert.

Der Erlös kam einer Chorfreizeit der Kinder auf der "Concordia" in Dermbach zugute.

Unter dem Motto "Unser Lied geht um die Welt" präsentierte sich der 30köpfige Kinderchor unter Leitung von Berthold Bätzing, mit Liedern wie "Papi, wach auf" von Rolf Zuckowski und dem "Cowboy-Lied" von Rudolf Kühn.

Dazu ließen drei weitere heimische Kindergruppen hören, was sie können.

Die Akkordeongruppe "Vom Weißen Stein" (Leitung:

Berthold Dietz) begrüßte die etwa zweihundert Besucher im randvollen Bürgerhaus, darunter beide Kirchener Bürgermeister, mit "Wiener Grüßen" und ging ebenfalls auf den "Western-Trip".

Dann kamen Kinder auf die Bühne, deren T-Shirts sagten, sie seien "Die lustigen Kirchenmäuse".

Das war der Kinderchor des Kirchenchors "Cäcilia" Brachbach, der ebenfalls vier Jahre jung ist und von Berthold Bätzings Bruder Rudolf geleitet wird.

Wenn die Brachbacher nächstes Jahr das 125jährige Bestehen des Kirchenchors feiern, können die "Cäcilianer" stolz ihren Nachwuchs präsentieren, der sich nun in Katzenbach schon einmal mit Tabaluga-Songs in die Herzen des Publikums sang.

Begleitet wurden die kleinen Sänger von der Jugendkapelle des Musikvereins "Lyra" Brachbach, die zum krönenden Abschluß einige eigene Stücke spielte - darunter sogar eine Adaption von Michael Jacksons "Earth Song".

Mudersbach.

(fr) Die Mudersbacher wollten ihr Altenheim mitten im Ort, sie haben es bekommen - und integrieren es nach wie vor, wie jetzt beim Maifest deutlich wurde.

Lang ist die Liste der heimischen Vereine, die beim Fest mitgeholfen haben:

Männergesangverein "Liedertafel" Mudersbach, "Siegtaler Musikanten", Kirchenchor "Cäcilia" und Musikverein "Lyra" aus Brachbach; der TuS "Germania" zapfte das Bier, die Kfd schenkte Kaffee aus und verteilte den Kuchen, den Bürgerinnen gebacken hatten; das Jugend-DRK und die DJK-Jahnschar kümmerten sich um die Kinder.

Koordiniert hat die Verbundenheit der Freundeskreis des Heims und dessen Leitung.

"Niemand soll sich hier einsam fühlen", betonte der Freundeskreis-Vorsitzende Eberhard Schermouly.

Daß auch jene nicht allein waren, die von ihren Verwandten beim Maifest nicht besucht wurden, darum sorgte sich der ehrenamtliche Besuchsdienst.

Heimleiterin Ines Kotschka freute sich auch über den guten Anklang, den das Maifest - es war erst das zweite - mit insgesamt etwa dreihundert Besuchern fand.

Darunter waren freilich auch die Bürgermeister Hans Kraft und Günter Schönhof sowie einige Politiker, die derzeit im Wahlkampf stecken.

Offiziell eingeladen waren jene nicht, doch MdB Ludwig Eich und Landratskandidat Dr. Alfred Beth kamen trotzdem und erlebten ein Fest, das, wie Heimleiterin Kotscha berichtete, Menschen von 0 bis 102 Jahren unter einem Sonnendach vereinte.

Daaden.

(fr) Die Bündnisgrünen haben in Daaden einen stattlichen Umweltmarkt quasi aus dem Boden gestampft:

Bei der Premiere auf dem Fontenay-le-Fleury-Platz standen nicht weniger als sechzig Stände, bis aus Alzey und Trier kamen Händler - auf Anhieb der größte Umweltmarkt im Kreis Altenkirchen.

Und ein schöner neuer Markt fürs Daadetal.

Wenngleich erhobene Zeigefinger manchmal durchschimmerten:

Der Daadener Umweltmarkt war eine ramschfreie Zone, mit vielen attraktiven naturnahen Angeboten zum Essen und Trinken, zum Wohnen, Spielen und Dekorieren.

Auch das Pionier-Produkt der ökologischen Bewegung, das Recylingpapier, fehlte natürlich nicht - man konnte es sich sogar selbst herstellen, aus einem wenig verlockenden Bottich mit graubrauner Flüssigkeit war ansehnliches Papier zu schöpfen.

Drumherum gab's eine Kindereisenbahn, Kutschfahrten, eine Modenschau und einen Malwettbewerb, Gesichterschminken und Musik.

Neben der bemerkenswerten Percussionband "Hakuna Matata" spielte auch der CVJM-Posaunenchor, der für die Jazztanzgruppe des Turnvereins Biersdorf eingesprungen war - was zeigte, daß auch Ortsvereine das Projekt der Grünalternativen unterstützten.

Die Idee zu dem Markt, von Bürgermeister Günter Wolfram eröffnet, kam den Grünen, als sie die Verbandsgemeinde gedrängt hatten, dem "Klimabündnis" beizutreten.

"Nun wollten wir den Bürgern mit einer bunten Palette zeigen, was sie selbst machen können", sagte Ortsvorsitzende Jutta Meier.

Das Ziel ist erreicht worden.

Der Marktplatz reichte kaum aus, so daß einiges im Bürgerhaus stattfinden mußte.

Zudem konnten sich die örtlichen Grünen positiv vor hohen Parteifreunden präsentieren.

Bundestagskandidat Ulli Gondorf besuchte den Markt mit der agrarpolitischen Sprecherin der Grünen im Bundestag, Ulrike Höfgen, und dem Vize-Fraktionschef im Landtag, Dietmar Rieth.

Freilich war auch der Grünenkandidat für das Landratsamt dabei:

"Fragen Sie Gerd Dittmann, was Sie schon immer wissen wollten!" lud die Partei ein.

"Fünf Mark pro Liter" sei immer noch ein Thema, sagte Dittmann der WR.

"Mehrere Dutzend" Gespräche habe er wegen dieser, so Dittmann, "Ungeschicklichkeit" führen müssen.

Als Finanzverwalter habe er jedoch viel mit Steuern zu tun und könne den Stufenplan der Ökosteuer überzeugend erklären.

"Und inzwischen greift die Aufklärungsarbeit.

Die Stimmung für die Grünen ist wieder besser."

Bei der Landratswahl wolle er ein "wahrnehmbar gutes Ergebnis" erzielen, was für ihn persönlich bedeute:

"Ich habe das Ziel einer Stichwahl vor Augen."

Das bekräftige er und sage es immer wieder, obwohl es der SPD nicht gefalle.

Aber, erläuterte Dittmann, ohne ein solches Ziel anzutreten halte er für wenig sinnvoll.

Kann er es erreichen? "Der Rückhalt im Kreis Altenkirchen ist manierlich", formuliert Dittmann - "und auch der Umweltmarkt in Daaden zeigt, daß wir die Leute auf die Füße bringen können."

Ihr Redenschreiber

 

 

 

 

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© Frank Rosenbauer, http://www.rosenbauer.de